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https://www.dresden.de/de/rathaus/ortsaemter/leuben/geschichte/c_01.php 06.05.2015 11:38:48 Uhr 13.11.2018 09:13:49 Uhr

Leuben

Leuben wurde erstmals 1349 in einer Urkunde des Bischofs Johann I. von Meißen als Luben (slaw.) erwähnt. Eine Nennung aus dem Jahr 1286 unter dem Namen Lipen ist bis heute nicht eindeutig belegt. Im 14./ 15. Jahrhundert gehörten die Flure um Leuben adligen und bürgerlichen Lehnsherren.

Die heutige Pirnaer Landstraße war schon immer ein wichtiger Verkehrsweg von Dresden nach Pirna und weiter nach Böhmen. In Kriegszeiten zogen durch Leuben die verschiedensten Armeen. Im 30-jährigen Krieg und bei der Schlacht um Dresden 1813 erlitt das Dorf schwere Verwüstungen. Bei einem Brand 1728 wurde es fast voll-ständig zerstört.

1871 zählte Leuben 341 Einwohner. Durch die Industrialisierung, Gründung der „Kummer-Werke" - Fabrik für elektrische Geräte 1887, später „Sachsenwerk" - und den Bau der ersten Dresdner Vorortbahn, 1898 zwischen Laubegast-Leuben-Niedersedlitz durch die Gebrüder Kummer, schnellte die Einwohnerzahl in die Höhe. 1910 lebten hier bereits 4335 Einwohner, zur Zeit der Eingemeindung zu Dresden am 1. April 1921 waren es bereits 7800 Einwohner.

Der Schulunterricht begann in der 1782 erbauten Schule - einem kleinen Bau mit einem 24 m² großen Klassenzimmer und der Lehrerwohnung. 1866 wurde zur „alten Hauptschule" noch die so genannte „Nebenschule" gebaut, das Haus Altleuben 8, das heute noch steht. 1894 entstand auf der bis dahin noch fast unbebauten Dieselstraße ein Schulhaus. 1910 musste dies bereits erweitert werden. Mit dem großen Neubaugebiet an der Zamenhofstraße gehörten ab 1970 drei neue Schulen zu Leuben, welche jedoch genau genommen auf Dobritzer Flur liegen. Heute ist die 93. Oberschule am Moränenende Grundschule. Die ehemalige 73. und 78. Schule werden von der HOGA Schloss Albrechtsberg, Hotel- und Gaststätten GmbH als Mittelschule und Gymnasium betrieben.

Bis Anfang der 1970er Jahre blieb der alte Ortskern von Leuben in seiner äußeren Gestaltung noch komplett erhalten. Nach dem Aufbaugesetz musste die westliche Bebauung des Dorfplatzes mit den alten Bauerngehöften und dem Gasthof „Lindengarten" den Neubauten weichen. Den Besitzern, die nicht „freiwillig" verkauften, drohte Zwangsräumung.

Charakterisiert wird der Ortsteil durch die Neubauten der 1960er und 1970er Jahre und die Siedlungshäuser der Baugenossenschaften aus den 1920er und 1930er Jahren. Aber auch typische Dresdner Fabrikantenvillen, die seit Ausgang des 19. Jahrhunderts verbreitet waren, sind zu finden. Charakteristisch für Leuben sind aber auch die zwölf Kleingartenanlagen. Die älteste, „Dresden-Altleuben", wurde schon 1912 an der Pirnaer Landstraße gegründet. 2006 war sie Siegerin des Wettbewerbs "schönste Kleingartenanlage Dresdens".

1947 eröffnete das „Apollotheater" seinen Spielbetrieb mit Shakespeares „Sommernachtstraum". Seit 1950 spielt im ehemaligen „Feenpalast" des Gasthofes Leuben - von den verheerenden Zerstörungen Dresdens unbeschadet- die „Staatsoperette Dresden"- ein Musiktheater mit Operetten, Spielopern, Musicals und Revuen. Was einst als Provisorium nur für kurze Zeit geplant war, besteht nach einigen Rekonstruktionsmaßnahmen und einem Foyeranbau bis heute. Nun ist die Verlegung ins Kraftwerk Mitte als zentrumsnaher Standort geplant.

Im Jahre 2001 entstand im unmittelbaren Ortskern von Leuben an der Pirnaer Landstraße zwischen der Staatsoperette und der 66. Mittelschule das Ortsteilzentrum Leuben mit einem Einkaufsmarkt, einer Filiale der Stadtsparkasse, mehreren Dienstleistern, Ladengeschäften und einem großen Parkplatz, der zur Spielzeit der Operette gleichzeitig von deren Besuchern genutzt wird und damit eine große Entlastung für das Wohnumfeld darstellt. Unmittelbar gegenüber stehen mit dem Ausbau ehemaliger Bauernhäuser zur Passage „Altleuben" verschiedene Angebote der Gastronomie und des Einzelhandels zur Verfügung.

Das verheerende Hochwasser im August 2002 kam schon einige Tage vor dem Elbhochwasser über den Lockwitzbach und den Niedersedlitzer Flutgraben nach Leuben. Großflächig wurden die Straßen überflutet. Die Schäden zeigten sich vor allem in den Kellergeschossen bzw. im Oberbau der Straßen. Mit der Sanierung der Pirnaer Landstraße zwischen Stephensonstraße und Leubener Straße von März bis November 2011 wurden die letzten Schäden beseitigt.

Die auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Voigt zwischen Stephensonstraße und Dieselstraße 1987 erbauten mehrstöckigen Wohnhäuser erwiesen sich in den letzten Jahren wegen ihrer ungünstigen Grundrisse als schwer vermietbar und wurden 2007 abgerissen. Nachdem die Fläche leer stand, eröffnete im Mai 2011 eine neu gebaute Kindertagesstätte.

2009 wurde das blaue Hochhaus mit seinen 14 Geschossen an der Zamenhofstraße 2 an der Ecke zur Pirnaer Landstraße im Rahmen des Wohnungsrückbaus abgerissen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaufte die Königliche Amtshauptmannschaft Dresden Neustadt das Gut von Bauer Silbermann, heute Altleuben 10, und richtete in ihm eine „Bezirks-Anstalt für Sieche, Versorgte, geistig Minderwertige und „Korrektionäre"" ein - durch verschlossene Tore und Begrenzungsmauern abgeschottet. Nach 1945 war die Einrichtung auch Aufenthaltsort für schwererziehbare Jugendliche und „gefährdete Mädchen“. Später war Altleuben 10 vor allem Altenheim und seit 1981 auch Psychiatrisches Pflegeheim. Nach 1989 erhielt es ein völlig neues Profil: die Einzäunungen verschwanden, moderne Um- und Anbauten entstanden. Heute befindet sich hier die „Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung" mit einem von einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen betriebenen Café sowie einem vielseitig nutzbaren Mehrzwecksaal. Die Bewohner können sich frei auf dem Areal rund um die Wohnstätte bewegen, ebenso ist es auch für alle Bürger offen. Unter dem Motto „Künstler für Behinderte“ erklingt jedes Jahr im Mai Dixieland auf der Festwiese von Altleuben 10.

Ein besonders attraktives, sportliches Angebot besitzt der Stadtteil mit der Wasserskianlage am südlichen Leubener Kiessee seit 2005. Von April bis Oktober können nicht nur Wasserskiprofis mit bis zu 60km/h auf dem Wakeboard oder Skibrettern durch das Wasser düsen.

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