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20.12.2016

Dresdner Integrationspreis für Löbtauer Arbeitsgruppe „Ausbildung und Arbeit“

Fraunhofer Institut erhält Anerkennungspreis für „Sonderprogramm Integration“

Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat heute, am 20. Dezember, die Arbeitsgruppe „Ausbildung und Arbeit“ des Netzwerkes „Willkommen in Löbtau“ mit dem ersten Dresdner Integrationspreis ausgezeichnet. Einen Anerkennungspreis überreichte er dem Fraunhofer Institut für Werkstoff und Strahltechnik IWS Dresden für dessen „Sonderprogramm Integration“. Die Veranstaltung begann der Oberbürgermeister mit einer Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des mutmaßlichen Anschlages auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche.

Hilbert sagte anlässlich der Preisverleihung im Plenarsaal des Rathauses: „Dresden ist heute bei der Integration in vielerlei Hinsicht schon Vorbild. Kein Asylbewerber und keine Asylbewerberin muss in überfüllten Massenquartieren leben. Zwei Drittel der Asylsuchenden wohnen dezentral in Wohnungen. Für jeden und jede gibt es feste Flüchtlingssozialarbeiter. Wir haben starke Netzwerke mit Bildungs- und Beschäftigungsträgern, mit Unternehmen und Arbeitsmarktpartnern sowie mit zivilgesellschaftlichen Akteuren aufgebaut. Viele Initiativen, Vereine, Verbände und Unternehmen zeigen: Dresden kann Integration! Dieses beispielhafte Engagement würdigen wir mit dem Dresdner Integrationspreis.“

Den Dresdner Integrationspreis 2016 erhält die Arbeitsgruppe „Ausbildung und Arbeit“ als Auszeichnung für ihr vorbildliches und professionelles Engagement bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Der Leiter der Arbeitsgruppe, Prof. Michael Kobel, nahm die Preisskulptur entgegen. „Die Entscheidung der Jury fiel in großer Einmütigkeit“, betonte die Juryvorsitzende und Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen, Dr. Kristin Klaudia Kaufmann. „Die Patinnen und Paten der Arbeitsgruppe um Professor Kobel unterstützen Geflüchtete bei der Berufsorientierung, bei der Stellensuche, bei der Bewerbung und beim Start ins Arbeitsleben. Diese intensive Begleitung fördert Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Flüchtlinge. Zusätzlich organisiert die Arbeitsgruppe Netzwerktreffen und Informationsveranstaltungen. Dazu lädt sie regelmäßig ausgewiesene Expertinnen und Experten ein. Diese Foren stehen Interessierten der Zivilgesellschaft und den Dresdner Willkommensinitiativen aus anderen Stadtteilen offen. Damit hat sich die Arbeitsgruppe Anerkennung und Respekt über Löbtau hinaus erworben und ist ein erfolgreiches Beispiel, wie die Integration in unserer Stadt gelingt“, so Kaufmann weiter.

Der Anerkennungspreis für das „Sonderprogramm Integration“ würdigt das Fraunhofer Institut für Werkstoff und Strahltechnik IWS Dresden, welches Flüchtlinge in die Wissenschaft integriert. Das Projekt vermittelt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Ingenieurinnen und Ingenieure in dreimonatige Praktika in einem Dresdner Fraunhofer-Institut. Dort werden sie ehrenamtlich durch Mentoren betreut. Das Programm zielt darauf ab, dass es auch im Anschluss der Praktika Ausbildung und Weiterbeschäftigung gibt. Es soll bis 2018 laufen. Im Jahr 2016 wurden 16 Praktikumsplätze vergeben. Daraus folgend konnten fünf einjährige Arbeitsverträge vergeben werden. Eine Mitarbeiterin der Fraunhofer-Gesellschaft koordiniert das Projekt.
„Die Jury hat sich auf einen Anerkennungspreis verständigt, um besondere Impulse aus Wirtschaft und Wissenschaft zu würdigen“,  erklärte die Juryvorsitzende Kaufmann. Institutsleiter Prof. Dr. Eckhard Beyer nahm den Anerkennungspreis entgegen.

Die musikalische Umrahmung gestaltete der Sänger Rany Dabbagh gemeinsam mit dem 19-jährigen syrischen Flüchtling Mohammed Mahrwi, der aus Aleppo floh. Beide haben anlässlich der Verleihung des Integrationspreises ein eigenes Lied komponiert. Dabbagh hat ebenfalls syrische Wurzeln.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat den Dresdner Integrationspreis anlässlich der Interkulturellen Tage im Herbst 2016 erstmals ausgelobt. Anliegen ist es, Initiativen, Vereine, Verbände und Unternehmen auszuzeichnen, die im besonderen Maße Verantwortung für die Stadtgesellschaft übernehmen und sich für die Integration von Migrantinnen und Migranten einsetzen. Insgesamt 28 Vorschläge und Bewerbungen von Initiativen, Einrichtungen und Vereinen sowie Unternehmen gingen bei der Landeshauptstadt Dresden ein. Die Preisträger wurden von einer Jury gekürt. Der Jury gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an. Die eingereichten Aktivitäten sind sehr vielfältig. Sie reichen von kleinen Initiativen, die mit viel Engagement im kleineren Kreis eine Gruppe von Geflüchteten betreuen, wie beispielsweise der Verein der Freunde der Dresdner Kapellknaben e. V., über lokale Willkommensbündnisse bis hin zu großen Projekten und Trägern mit stadtweiter Reichweite wie zum Beispiel die ABC-Tische des Umweltzentrums. Der Integrationspreis ist mit einem Preisgeld von 5 000 Euro dotiert und wird 2017 erneut vergeben. Die beiden Preisskulpturen haben Migrantinnen und Migranten im Rahmen eines Kunstprojekts der JugendKunstSchule aus Ton kreiert.

Skulptur
Preisskulptur Dresdner Integrationspreis
© Andreas Tampe
Skulptur
Preisskulptur Anerkennungspreis
© Andreas Tampe

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