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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/11/pm_009.php 05.11.2018 09:44:58 Uhr 18.11.2018 01:48:04 Uhr
05.11.2018

Eine Million Euro für Zukunftsstadt Dresden

Landeshauptstadt erreicht dritte Phase des Städtewettbewerbs und darf Projekte umsetzen

Eine unabhängige Expertenjury hat die Projektskizze der Stadt Dresden als eine von acht Städten ausgewählt, in denen Konzepte für die lebenswerte Stadt der Zukunft umgesetzt werden können. Die Landeshauptstadt Dresden und ihr Wissenschaftspartner, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) sowie mehrere Lehrstühle der Technischen Universität Dresden werden als Projektträger nun auf Basis der positiv bewerteten Projektskizze einen formellen Förderantrag stellen. Im Jahr 2019 soll die Umsetzung der Projekte starten. Dresden erhält dafür etwa eine Million Euro. Das Geld fließt in Projekte, an denen Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam mit Wissenschaftlern seit 2015 arbeiten. „Ich würde mich freuen, wenn Norbert Rost, der den Zukunftsstadt-Prozess für die Stadtverwaltung geleitet hat, auch für die Umsetzungsphase zur Verfügung steht“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Zwei Projekte können bereits in diesem Jahr mit ihrer Arbeit beginnen. Sie nahmen im Mai dieses Jahres mit 13 anderen Bürgerprojekten an einer öffentlichen Abstimmung teil, die in Kooperation mit der Internetplattform „99Funken“ der Ostsächsischen Sparkasse stattfand. Über 3 000 Menschen beteiligten sich an der Abstimmung und vergaben städtische Fördermittel in Höhe von 200 000 Euro. 

„Das ist eine großartige Nachricht für unsere Stadt“, freut sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Unser Erfolg im Städtewettbewerb zeigt, wie viele herausragende Ideen die Dresdnerinnen und Dresdner für ihre Stadt haben und wie sehr sie dafür brennen, etwas zu bewegen. Mein herzlicher Dank gilt ausdrücklich nicht nur denjenigen, die an den nun erfolgreichen Projekten mitwirken, sondern auch allen, die seit 2015 Ideen für Dresden beigesteuert haben. Die Vision einer Kultur des respektvollen Miteinanders und der Stärkung der Selbstverantwortung eines jeden Einzelnen hat uns erfolgreich durch den Wettbewerb getragen. Im Zukunftsstadt-Prozess hat Dresden auf Bundesebene eindrucksvoll gezeigt, wie Bürgerbeteiligung funktionieren kann.“ 

2015 waren 51 Städte, Landkreise und Gemeinden in den Wettbewerb des Bundesministeriums für Forschung und Bildung (BMBF) gestartet. In dieser Phase sollten Bürgerinnen und Bürger Ideen und Visionen für die Zukunftsstadt entwickeln. 20 Teilnehmer haben sich für die zweite Phase qualifiziert. Dort erarbeiteten sie Pläne für die Umsetzung dieser Visionen. Der nun erteilte Zuschlag macht den Weg dafür frei. In sogenannten „Reallaboren“ begleiten Wissenschaftler die Arbeit. Sie sollen untersuchen, wie Bürger, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenarbeiten sollten, damit sich Städte nachhaltig entwickeln können.  

Folgende acht Bürgerprojekte sollen dabei in Dresden umgesetzt werden 

  • Das Real-Labor „Essbarer Stadtteil Plauen“ untersucht, auf welchen Bestand an Nahrungspflanzen zurückgegriffen werden kann, wenn die Versorgung eines Stadtteils aus sich selbst heraus erhöht werden soll, wie das Versorgungs-Potenzial vor Ort einzuschätzen ist und wie die Anwohner befähigt werden können, dieses Potenzial zu heben. 
  • Mit dem Real-Labor „Essbares Stadtgrün“ wird untersucht, wie öffentliche Flächen in der Stadt durch Engagement von Bürgerinnen und Bürgern dauerhaft mit essbaren Pflanzen bewirtschaftet werden können. 
  • Das im Bürger-Voting gewählte Restaurant-Projekt „Zur Tonne“ geht den Fragen nach, wie ein Restaurant ausschließlich mit an anderer Stelle aussortierten Lebensmitteln wirtschaftlich betrieben und wie dabei soziale Unterschiede berücksichtigt werden können. 
  • Das Real-Labor zur „Materialvermittlung“ versucht Einfluss zu nehmen auf die Ressourcenströme in der Stadt. Statt Material wegzuwerfen, soll es klug weitervermittelt werden. Welche (digitalen) Werkzeuge braucht es dafür? 
  • Das ebenfalls im Bürger-Voting gewählte Projekt „Lebensraum Schule gemeinsam gestalten“ fragt, wie Schulen und Schulgelände nachhaltig umgestaltet und durch Einbindung von Schülern, Lehrern, Eltern und Anwohnern als gemeinsamer Lebensraum in der Nachbarschaft neu definiert werden können. 
  • Mit dem Real-Labor „Stadtteilfonds und -beiräte für nachhaltige und aktive Nachbarschaften“ untersucht, wie das Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Stadtteilen/Quartieren durch die Selbstverwaltung von finanziellen Mitteln zur Umsetzung bürgerschaftlicher Projekte gestärkt werden kann. 
  • Im Real-Labor „Woche des guten Lebens“ stellen sich die Initiatorinnen und Initiatoren vor, die äußere Neustadt für eine Woche autofrei zu machen und die Straßen zur nachbarschaftlichen Nutzung freizugeben. Wie kann der Alltag in einem Stadtteil/Quartier ohne Autos organisiert werden und welche Potenziale ergeben sich für daraus für die eigenverantwortliche Umgestaltung des Stadtraums durch Bürgerinnen und Bürger? 
  • Im Real-Labor „Zukunftsstadt für einen Tag“ sollen Unternehmen an einem Tag des Jahres so wirtschaften, als wären sie bereits in der nachhaltigen Zukunftsstadt. Inwieweit sind Unternehmen in der Lage ihr eigenes Handeln an Kriterien der starken Nachhaltigkeit auszurichten und welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus für das Unternehmen?

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