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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/06/pm_043.php 15.06.2018 09:38:58 Uhr 16.10.2018 11:07:51 Uhr
13.06.2018

Pflanzen schützen Mobschatz vor Schlammfluten

Heute, Mittwoch, 13. Juni 2018, stellten Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen, Bodenexperte Dr. Matthias Röder und Landschaftsexperte Bertram Hermann aus dem Umweltamt sowie der Mobschatzer Ortsvorsteher Maximilian Vörtler Boden- und Naturschutzmaßnahmen in Mobschatz und Alt-Leuteritz vor.
In Mobschatz und Alt-Leuteritz setzt das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden seit der großen Schlammflut im Herbst 2005 erfolgreich Boden- und Naturschutzmaßnahmen um. Ein Grünstreifen schützt zum Beispiel den Boden auf dem Hang oberhalb des Martin-Luther-Ringes. Er soll Schlammfluten bei Starkregen verhindern. Auch der Feldweg unterhalb des Kirchenweges ist dauerhaft begrünt und wirkt als Barriere bei Bodenerosion. In Alt-Leuteritz sind steile Hänge gezielt aufgeforstet. Den Bodenabtrag am Alt-Leuteritzer Bach und dem Tummelsbach hat das deutlich reduziert. Das ist allerdings ein positiver Nebeneffekt. Denn die beiden neuen Wälder sind nicht nur Bodenschutz, sondern Ausgleichsmaßnahmen für Natur und Landschaft im Rahmen von Bauprojekten.

Die Böden der linkselbischen Flächen oberhalb Stetzsch, Gohlis und Cossebaude sind durch die Hanglage, die tief eingeschnittenen Täler und vorhandenen klimatischen Bedingungen stark erosionsgefährdet. Diese Löss-Böden sind jedoch von Natur aus sehr fruchtbar und werden schon seit der Jungsteinzeit ackerbaulich genutzt. Das soll auch so bleiben. Auch der Regionalplan "Oberes Elbtal/Osterzgebirge" weist diese Flächen seit jeher als Vorranggebiete für die Landwirtschaft aus. „Um diese Böden vor Erosion zu schützen und folglich einen nachhaltigen Ackerbau zu ermöglichen, sind neben pflugloser Landwirtschaft vor allem erosionshemmende Hecken, Wege, Feldränder und Grünlandstreifen zwingend erforderlich. Denn nicht nur die häufig zu geringe Bodenbedeckung zwischen den Anbauperioden, sondern auch die aus der DDR-Zeit übernommenen großen Ackerflächen machen den Boden angreifbar“, erklärt Bodenexperte Dr. Matthias Röder aus dem Umweltamt. Die Bewohner von Mobschatz wünschen sich genau diese Strukturen per Beschluss des Ortschaftsrates vom Juni 2017.

Im benachbarten Alt-Leuteritz setzte das Umweltamt Ausgleichsmaßnahmen auf zwei Flächen mit insgesamt rund 8600 Quadratmetern um. Auf dem rund 6000 Quadratmeter großen, ehemaligen Acker zwischen dem Ziegeleiweg und dem Alt-Leuteritzer Bach kamen bereits im Jahr 2012 Bergahorne und Hainbuchen in den Boden. 2017 fand dort die letzte Mahd als Pflegemaßnahme statt. „Dieses Naturschutzprojekt ist besonders gut gelungen. Denn die Bäume wurden von hungrigen Wildtieren verschont und konnten sich sehr gut entwickeln. Damit können wir die Aufforstung nun der flächenverwaltenden unteren Forstbehörde im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft zur weiteren Pflege übertragen“, freut sich Bertram Herrmann, Spezialist für Landschaftspflege im Umweltamt.

An der Entwicklung des zweiten Waldes auf dem benachbarten, ehemaligen Grünland zwischen Alt-Leuteritzer Bach und Tummelsbach wird noch gearbeitet. Im Jahr 2010 wurde die Fläche bei der Erstaufforstung hauptsächlich mit Bergahorn bepflanzt. Aber zu starker Graswuchs und ein immer wieder von Unbekannten durchlöcherter Zaun, der Wildtieren freien Zutritt verschaffte, machte es den kleinen Pflanzen schwer. 2016 musste nachgepflanzt werden. Seit dem wird das Gebiet noch häufiger durch die Stadt gepflegt und von einem Jäger bewacht.

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