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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/04/pm_046.php 17.04.2018 11:03:12 Uhr 24.04.2018 12:22:20 Uhr
13.04.2018

Rabbiner aus Baltimore/USA gedenkt seiner Großmutter in Dresden

Zeremonie an Stolpersteinen

Mitte März dieses Jahres wurden 25 neue Stolpersteine in Dresden verlegt. Darunter sind auch vier Steine für Salcia Geyer und ihre drei Kinder. Da es den Nachkommen nicht möglich war bei der Verlegung dabei zu sein, findet nun am Sonntag, 15. April 2018, eine feierliche Zeremonie an diesen Stolpersteinen statt. Aus Baltimore (USA) reist Rabbiner Michael Meyerstein, der Enkel von Salcia Geyer, mit seiner Frau an. Weitere zwölf Enkel und Urenkel werden anwesend sein. Die Zeremonie beginnt um 9.30 Uhr in der Mathildenstraße 15. Die Gedenkveranstaltung wird von Bürgermeisterin Eva Jähnigen, Leutnant Gert Scharf (Heilsarmee), Oberkirchenrat Dr. Martin Teubner sowie Alexander Nachama, dem Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Dresden begleitet. Außerdem erhält die Familie ein Buch aus dem NS-Raubgut zurückgegeben, welches sich im Bestand der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek befand.

Salcia Geyer lebte in Dresden und wurde am 20./21. Januar 1942 nach Riga deportiert. Am 5. November ist sie von Riga nach Auschwitz gebracht worden und dort umgekommen. Ihre Kinder, Cäcilie, Minna und Max sind in Dresden geboren. Den Schwestern gelang die Emigration nach England, Max wurde 1938 nach Dachau deportiert, dort 1939 entlassen. Auch ihm gelang die Emigration.

Der Verein Stolpersteine für Dresden e. V. dient als Ansprechpartner und Schnittstelle für diejenigen, die in Dresden einen Stolperstein verlegen lassen möchten. Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. In Dresden gibt es inzwischen schon über 200 Stolpersteine.

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