Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/12/pm_081.php 08.01.2018 09:49:19 Uhr 20.01.2018 18:21:17 Uhr
27.12.2017

Besserer Betreuungsschlüssel lässt Betriebskosten Dresdner Kitas deutlich steigen

Stadtrat soll im April über Anpassung der Elternbeiträge zum 1. September 2018 entscheiden

Laut Dresdner Elternbeitragssatzung ist die Höhe der Elternbeiträge für die rund 48 000 in Dresdner Kitas und Horten betreuten Kinder jährlich neu festzusetzen. Regelmäßig zum 1. September werden die Elternbeiträge deshalb auf Grundlage der zuletzt bekannt gemachten Personal- und Sachkosten aller Dresdner Kitas und Horte angepasst. Voraussichtlich am 19. April 2018 soll der Stadtrat über die ab September 2018 gültigen Elternbeiträge entscheiden. Eine entsprechende Beschlussvorlage (BV Nr. 2007/17) wird am Montag, 8. Januar 2018, an die Gremien des Stadtrates weitergeleitet.

Der Vorschlag sieht eine Anpassung der Elternbeiträge im Bereich Krippe um 1,7 Prozent bei den Kindergärten um 6,8 Prozent und beim Hort um 2,7 Prozent vor. Im Detail sieht der Vorschlag folgende Beträge vor:

Betreuungsform

Höhe der Umlage in Prozent

Elternbeitrag seit 1. September 2017

Elternbeitrag ab 1. September 2018

Krippe

23

212,81 EUR/9 h

216,49 EUR/9 h

Kindergarten

30

146,02 EUR/9 h

155,92 EUR/9 h

Hort

30

84,54 EUR/6 h

86,79 EUR/6 h

Hort an Förderschulen

25

107,16 EUR/6 h

115,19 EUR/6 h

Für die Entwicklung sind einerseits die Tarifsteigerungen und neuen Eingruppierungsregeln im Sozial- und Erziehungsdienst des TVöD verantwortlich. Andererseits wirkt sich auch der verbesserte Betreuungsschlüssel in Kindergärten deutlich kostensteigernd auf die Betriebskosten aus. Ab 1. September 2015 verbesserte er sich von 1:13 auf 1:12,5 und ab 1. September 2016 nochmals von 1:12,5 auf 1:12. Nach Einschätzung des Bildungsbürgermeisters Hartmut Vorjohann begrüßen Eltern und Fachleute diesen ersten Schritt, den Betreuungsschlüssel zu verbessern. „Er kommt den Kindern direkt zugute. Auch die Aufwertung des Erzieherberufes ist in unser aller Interesse“, so Vorjohann. Die finanziellen Auswirkungen könne die Stadt allerdings nicht alleine tragen. Es sei deshalb nur konsequent, dass zeitlich verzögert auch die Eltern an den gestiegenen Aufwendungen beteiligt werden. Lagen die für die Kalkulation der Elternbeiträge maßgeblichen Betriebskosten aller Dresdner Kindertageseinrichtungen im Jahr 2015 noch bei rund 245 Millionen Euro, investierte die Landeshauptstadt Dresden 2016 bereits 265 Millionen Euro dafür. Besonders deutlich legten dabei die Personalkosten zu. Sie stiegen von 181 Millionen Euro in 2015 auf 198 Millionen Euro im Jahr 2016.

Noch keinen Einfluss auf die Neuberechnung der Elternbeiträge hat die zum 1. September 2017 wirksam gewordene Verbesserung des Betreuungsschlüssels in den Krippen von 1:6 auf 1:5,5. Die daraus resultierenden Kostensteigerungen werden sich erstmals auf die Kalkulation der Elternbeiträge für das Jahr 2019 auswirken. Keine Änderungen sieht die Beschlussvorlage bezüglich der zu gewährenden Absenkungsbeträge vor. Diese sollen weiterhin für das zweite Zählkind 40 Prozent, für das dritte und jedes weitere Zählkind 100 Prozent und für alleinerziehende Elternteile zehn Prozent betragen. Eltern mit geringem Einkommen werden auch weiterhin von den Möglichkeiten zum Erlass bzw. zur Ermäßigung des Elternbeitrages profitieren können. Aktuell betrifft dies rund 10 000 Kinder. Für alle Absenkungen und Erlasse von Elternbeiträgen in den Dresdner Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege zusammen wendete die Landeshauptstadt Dresden im Jahr 2016 rund 24,5 Millionen Euro auf.

Durch die geplante Anpassung der Elternbeiträge werden Mehrerlöse in Höhe von rund 745 000 Euro im Jahr 2018 erwartet. Davon werden rund 384 000 Euro den Trägern der freien Jugendhilfe zufließen.

Drucken