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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/11/pm_028.php 13.11.2017 08:23:25 Uhr 22.11.2017 06:51:03 Uhr
08.11.2017

Mehr Notbetten für Wohnungslose

Stadt stockt vorübergehend Anzahl auf

Die Stadt Dresden stellt im Winter zusätzliche Notschlafplätze für wohnungslose Menschen bereit. „Wie in den letzten Wintern stehen von Dezember bis März zehn zusätzliche Notschlafplätze zur Verfügung. Wohnungslose Menschen finden hier Schutz vor Unterkühlung und Erfrierung. Die Notbetten ergänzen als kurzfristige Übernachtungsmöglichkeit von 22 bis 7 Uhr die regulären Angebote in Übergangswohnheimen und Gewährleistungswohnungen. Je nach individuellem Bedarf vermitteln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notunterkünfte an Behörden, zu Beratungsstellen, in ärztliche Behandlung oder in Therapieeinrichtungen“, sagt Dresdens Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann.

Der Zugang in die Notschlafplätze wird außerhalb der Dienstzeiten des Sozialamtes über die Notaufnahme des Übergangswohnheimes in der Hubertusstraße 36c gesteuert. Telefonisch unter 0351-20921948 erreichbar und mit der Straßenbahnlinie 3 sowie Buslinien 64 und 70 bis Haltestelle Hubertusplatz. Wohnungslose Personen erhalten durch das Sozialamt eine Zuweisung in die regulären Unterbringungskapazitäten. Bei Fragen in Angelegenheiten der Wohnungslosenhilfe sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamtes telefonisch unter 0351-4884981 erreichbar. Sprechzeiten am Dienstsitz Junghansstraße 2, sind dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr.

Die zehn Notschlafplätze ergänzen derzeit 319 Plätze in acht Übergangswohnheimen und 31 Plätze in Gewährleistungswohnungen. Insgesamt gibt es im Winter Schlafgelegenheiten für bis zu 360 wohnungslose Menschen. Neben einem schützenden Dach über dem Kopf bieten sie vor Ort auch eine niedrigschwellige Sozialarbeit.

Ökumenische Nachtcafés haben außerdem Übernachtungsmöglichkeiten für erwachsene Obdachlose, die aus unterschiedlichen Gründen keine städtischen Angebote nutzen möchten. Von November bis März öffnen Dresdner Kirchgemeinden im täglichen Wechsel ihre Türen für Obdachlose. Hier finden sie Ruhe- und Aufenthaltsmöglichkeiten, Begegnung und Austausch, Getränke zum Aufwärmen, eine warme Mahlzeit sowie gemeinsames Frühstück. In einigen Nachtcafés kann geduscht und Wäsche gewaschen werden. Für den Aufenthalt leisten die Besucher einen symbolischen Beitrag in Höhe von 1 Euro. Geöffnet ist jeweils ein Nachtcafé von 20 bis 7 Uhr. Der Einlass ist bis 24 Uhr möglich. „Die Nachtcafés der Kirchgemeinden und der Heilsarmee ergänzen die regulären Hilfeangebote für Wohnungslose in Dresden. Besondere Bedingungen stellen die Gastgeber nicht. Sie helfen aus reiner Nächstenliebe und leisten einen wertvollen Beitrag, um den wohnungslosen Menschen in unserer Stadt beizustehen.“ sagt Dr. Kaufmann.

Damit Wohnungslosigkeit gar nicht erst entsteht, bietet das Sozialamt präventive Unterstützung für Menschen in Wohnungsnot. Das beinhaltet insbesondere Auskunft und Beratung. Droht die Räumung aufgrund von Mietschulden, unterstützt das Sozialamt bei der Antragstellung auf Mietschuldübernahme. Außerdem helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Wohnungsfürsorge bei der Suche nach einer preisgünstigen Wohnung.
Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen können sich an die Kontakt- und Beratungsstellen der freien Träger wenden. Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e. V., Gemeinnützige Gesellschaft Striesen Pentacon e. V. und den Verein für Soziale Rechtspflege e. V.
Weitere niedrigschwellige Angebote, die von der Stadt finanziell unterstützt werden, sind ein Tagestreff, Streetwork und die Straßenzeitung DROBS.

Die Heilsarmee leistet Straßensozialarbeit/Streetwork als zugehende Hilfen für wohnungslose Menschen. Im Winter ist sie mit einer Kältestreife in Dresden unterwegs und bietet Obdachlosen auf der Straße warme Getränke und Suppe sowie Gesprächsmöglichkeiten an. Sie ist im gesamten Stadtgebiet tätig. Seit 2016 werden im Rahmen des Projekts „Mensch komm mit" ebenfalls zugehende Hilfen vom Diakonischen Werk - Stadtmission Dresden e. V. geleistet.

Im nächsten Jahr entsteht in Klotzsche ein Wohnheim für wohnungslose Menschen mit einer vermuteten bzw. festgestellten Abhängigkeitserkrankung und dem Verdacht auf CMA (chronisch mehrfach beeinträchtigte Abhängigkeitskranke).

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