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02.10.2017

Miteinander Reden – Probleme erkennen – Lösungen finden

Internationaler Dresden Dialog startet im Dresdner Rathaus

… Breslau, Straßburg , Mechelen, Vantaa, Graz, München, Gent, s'Hertogenbosch, San Sebastian… Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat europaweit Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zum Internationalen Dresden Dialog eingeladen.

Internationaler Dresden Dialog im Plenarsaal des Neuen Rathauses
Internationaler Dresden Dialog im Plenarsaal des Neuen Rathauses
© André Wirsig
Flucht und Migration, wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten, politische und religiöse Extremismen: Die Städte Europas sehen sich mit Entwicklungen konfrontiert, die das Miteinander in den Metropolen vor neue und ernste Herausforderungen stellt. Stadtoberhäupter diskutieren gemeinsam im Dresdner Rathaus über Demokratie, Kultur und Stadtgemeinschaft. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Ausschusses der Regionen Europas und dem Deutschen Städtetag. Moderieren wird den Dialog Prof. Greg Clark aus London. Der Internationale Dresden Dialog besteht aus einer Internationalen Arbeitstagung, die von Memorare Pacem am 1. und 2. Oktober veranstaltet wird, sowie dem Bürgermeisterdialog am 2. und 3. Oktober mit Rundtischgespräch und Podiumsdiskussion, organisiert von der Landeshauptstadt Dresden.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert begrüßt die Konferenzteilnehmer
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert begrüßt die Konferenzteilnehmer
© André Wirsig

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert:

„Wenn ich mit Oberbürgermeistern anderer deutscher Städte zusammentreffe, werde ich längst nicht mehr gefragt: „Was ist denn bei Euch los?“ Viel eher lautet die Frage: „Wie geht ihr damit um?“ Es ist zu spüren, dass die Spaltung in vielen Teilen der Gesellschaft um sich greift und immer mehr Menschen politische Zuflucht in radikalen Positionen suchen, sich aus politischen und gesellschaftlichen Debatten zurückziehen und die Bereitschaft fehlt, das eigene Lebensumfeld konstruktiv mitzugestalten. Das ist Realität in deutschen Städten und Gemeinden. Deutschland reiht sich damit nahtlos in eine europäische Entwicklung ein. Und damit meine ich nicht nur den Brexit oder Katalonien.

Ob in den Niederlanden, Frankreich, Polen oder Ungarn: Europa erlebt die erschreckende Renaissance der Populisten, die sich einer Abschottung des Kontinents und dem Wiederaufbau von Grenzen verschrieben haben. Im Fußball gibt es einen schönen Spruch, der auch uneingeschränkt für die Politik gelten sollte: Man muss da hingehen, wo es weh tut. Politikerinnen und Politiker müssen sich – so unangenehm es im Zweifel sein mag – auch der Wut stellen. Ich werde meine politischen Positionen, insbesondere die zur Frage von Toleranz und Offenheit in unserer Gesellschaft, nicht verlassen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass Kultur einer der entscheidenden Faktoren in unserer gesellschaftlichen Entwicklung werden kann. Gerade die Kultur gibt uns die große Chance gemeinsam mit der Bürgerschaft einen Prozess zu beginnen, der uns vielleicht wieder über gefühlte Grenzen hinweg zusammenrücken lässt. Das ist meine Hauptmotivation, dass wir uns um den Titel Kulturhauptstadt Europas bewerben. Nur aus der Begegnung, für die Kultur der richtige Rahmen ist, kann auch Verständnis erwachsen.“

Impulsrede von Karl-Heinz Lambertz
Impulsrede von Karl-Heinz Lambertz
© André Wirsig

Karl-Heinz Lambertz, Präsident, Europäischer Ausschuss der Regionen:

"Um wieder Vertrauen in die Europäische Union zu gewinnen, muss den Bürgern der Mehrwert Europas deutlich werden. Dazu müssen wir den Sorgen der Bürger zuhören, denn Europa findet vor Ort statt und nicht nur in Brüssel. Wir brauchen ein Europa, das voll und ganz den Zielen der Gerechtigkeit und des sozialen Fortschritts verpflichtet ist. Städte und Regionen brauchen die nötigen Mittel, um in die Zukunft Europas investieren zu können und so die Voraussetzungen für soziale Kohäsion zu schaffen. Nur so können wir Populismus und Nationalismus zurückdrängen und ein friedliches, solidarisches Europa schaffen, das fest in seinen Städten und seinen Regionen verwurzelt ist."

Dr. Albrecht Schröter bei seinem Statement
Dr. Albrecht Schröter bei seinem Statement
© André Wirsig

Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister der Stadt Jena und Mitglied im Präsidium des kommunalen Spitzenverbandes:

“Die Städte wollen den Zusammenhalt innerhalb der Stadtgesellschaft stärken. Dazu gehört unbedingt, sich mit Respekt zu begegnen und sich füreinander zu interessieren. Damit das Zusammenleben funktioniert, brauchen wir einen Austausch der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Chancen für soziale Teilhabe. Auch mit einer breiten Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungsprozessen schaffen die Städte eine wichtige Grundlage für eine lebendige lokale Demokratie.“

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