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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/amtsblatt/interview-schmidt-lamontain.php 21.06.2017 13:13:12 Uhr 16.12.2017 23:39:39 Uhr

„Bürgerbeteiligung ist und bleibt ein wichtiges Mittel“

Im Gespräch mit Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain informiert über die Städtebauförderung in Dresden
© Barbara Knifka
Plakat zum Tag der Städtebauförderung
Tag der Städtebauförderung am 13. Mai 2017 im Kraftwerk Mitte
© Andreas Tampe

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain informiert über das Anliegen des Tages der Städtebauförderung

Am Sonnabend, 13. Mai, findet der bundesweite Tag der Städtebauförderung auch in Dresden statt. An diesem Tag stellen sich die gegenwärtigen und zukünftigen Nutzer des Areals am Kraftwerk Mitte den Dresdnerinnen und Dresdnern vor. Bürgermeister Raoul, Schmidt-Lamontain, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften, eröffnet 11 Uhr auf dem Platz vor der Heinrich-Böll-Stiftung die Veranstaltung. Alle Einwohner und Gäste sind herzlich dazu eingeladen. In einem Interview gab Raoul Schmidt-Lamontain Informationen zur Städtebauförderung in Dresden.

Welchen Stellenwert besitzt die Stadterneuerung für die Stadtentwicklung? Welche Impulse sollen künftig von ihr ausgehen?

Es ist eindrucksvoll, wie sich Dresden in den letzten beiden Jahrzehnten als wachsende Stadt entwickelte. Ohne die Instrumente der Stadterneuerung, das heißt ohne Förderprogramme, wäre dies nicht gelungen. Damit konnten wir unter anderem Defizite in der sozialen Infrastruktur, zum Beispiel die Sanierung oder den Neubau von Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Spielplätzen ausgleichen und den Umbau von Plätzen und Straßenraum vornehmen. Wichtig war vor allem in den 1990er Jahren die Unterstützung bei der Sicherung von privaten Wohngebäuden in den Sanierungsgebieten.
Zukünftig muss sich die Stadterneuerung vermehrt dem Thema Klimaschutz widmen, verbunden mit einer ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklung. Auch die Bürgerbeteiligung ist und bleibt bei den Projekten der Stadterneuerer ein wichtiges Mittel zur Verständigung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, welches wir weiter entwickeln wollen.

Gibt es Projekte in der Vergangenheit, die Sie als besonders wichtig und bemerkenswert erachten?

Die Vitalität und Attraktivität, die in den elf Sanierungsgebieten, wie der Äußeren Neustadt, Löbtau oder Pieschen, entstanden sind und die starke Identifizierung der Bewohner mit den Stadtteilen. Neben der Stärkung der Innenentwicklung sind auch die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Nickern als Zeugnis einer verantwortlichen Stadterweiterung und die Anlage des Grünzugs Weißeritz bemerkenswerte Bausteine.
Aber auch in der Innenstadt wurden im Bereich des Neumarktes, des Kulturpalastes und seines Umfeldes sowie mit der Entwicklung des Kraftwerkes-Mitte zu einem Hotspot der Kultur- und Kreativwirtschaft Zeichen gesetzt.
Die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Projekte und Fördermaßnahmen, auch die Soziale Stadt in Gorbitz, Prohlis und Johannstadt betreffend, finde ich in Summe beeindruckend. Das ganze Spektrum ist übrigens nachzulesen in unserer Broschüre „25 Jahre Stadterneuerung – Dresden im Wandel".

Was leistet der Stadtumbau Ost, Westlicher Innenstadtrand, für die weitere Innenstadtentwicklung insbesondere in der Wilsdruffer Vorstadt und der Historischen Friedrichstadt?

Lange Zeit hatte man den Eindruck, die Dresdner Innenstadt höre am Zwinger beziehungsweise dem Postplatz auf. Die Wilsdruffer Vorstadt mit ihren Brachen, aber auch städtebaulichen Brüchen lagen lange Zeit nach der Wende in einem Dornröschenschlaf ohne klare Perspektive. Die Friedrichstadt, hinter der städtebaulichen Barriere des Bahndamms gelegen, profitiert ebenfalls von einer verbesserten Anbindung an die Dresdener Innenstadt.
Das Planungsleitbild Innenstadt von 2008 zeigt die Potenziale auf, die eine Aufwertung für das innerstädtische Wohnen hat. Es wurde zur Grundlage für die Entwicklung der Stadtteile im Förderprogramm Stadtumbau-Ost, Westlicher Innenstadtrand (WIR). Die Entwicklung rund um Schützenplatz und Herzogin Garten sowie die Erweiterung der Hochschule für Musik lassen bereits den Erfolg der Aufwertungsstrategie erkennen.
Schlüsselprojekte des Stadtumbauprogramms, wie die Revitalisierung des Kraftwerkes-Mitte und der Ausbau des Schwimmzentrums Freiberger Straße, aber auch die Erneuerung des Sternplatzes stärken die Attraktivität und Identität dieses lange Zeit unbeachteten Innenstadtrandbereiches der Wilsdruffer- und der Seevorstadt. Jüngst hat der Dresdner Stadtrat die Erweiterung des Stadtumbaugebietes zwecks Förderung der Grünanlage Promenadenring-West und eine weitere Verbindung der Friedrichstadt durch den Bahndamm im Bereich Gleisdreieck beschlossen.

Warum gibt es einen Tag der Städtebauförderung?

Der bundesweite Aktionstag ist Anlass, den Bewohnern und Besuchern der Stadt die mit Steuermitteln finanzierten Projekte der Stadterneuerung vorzustellen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen. Das Motto 2017 lautet: Kraftwerk-Mitte – …mehr als Theater. Hier wollen wir die Gelegenheit nutzen, insbesondere die erreichte Entwicklung und die noch zu erwartende, künftige Nutzervielfalt vorzustellen. Ich freue mich auf den Tag der Städtebauförderung und auf viele Besucherinnen und Besucher.

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