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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/amtsblatt/interview-lokale-agenda.php 31.08.2017 13:27:26 Uhr 24.10.2017 11:12:44 Uhr

Die Lokale Agenda 21 für Dresden agiert nachhaltig und umweltbewusst

Buchlesung, Kinoabend und Energiedialog – Interessierte sind herzlich willkommen

Interview mit der Leiterin des Lokale Agenda für Dresden e. V.
Team der Lokalen Agenda 21 für Dresden e. V. Kathleen Slanina, Julia Leuterer und Esther Heinke (von links)
© Anja Winkler

Zur Europäischen Mobilitätswoche 2017 lädt die Landeshauptstadt Dresden ein, klima- und umweltfreundliche Mobilitätsformen auszuprobieren. Zahlreiche Verbände, Vereine und Unternehmen bieten ein buntes Programm an. Das Dresdner Amtsblatt stellt in fünf Artikeln Veranstaltungen und Akteure der Europäischen Mobilitätswoche 2017 vor. Hier stellt Geschäftsführerin Julia Leuterer in einem Interview die Lokale Agenda 21 für Dresden mit ihren nächsten Veranstaltungen vor.

Frau Leuterer, wie sind Sie am liebsten mobil und was haben Sie als Geschäftsführerin der Lokalen Agenda 21 für Dresden mit der Europäischen Mobilitätswoche zu tun?

Ich versuche, mir immer die passendste Transportmöglichkeit zu organisieren. Im Sommer erledige ich vieles mit dem Fahrrad. Das sorgt für gute Laune, weil ich die Jahreszeiten und die Stadt besser und intensiver wahrnehme. Es spart viel Geld und ich tue gleich was für meine Gesundheit. Ich wohne am westlichen Rand von Dresden. Der Weg zur Arbeit ist daher eine rasante Talfahrt. Nach Feierabend steige ich jedoch auch gern mal mit Fahrrad in die Bahn. Im Winter fahre ich lieber mit der Bahn, schon der Sicherheit wegen. Ein eigenes Auto besitze ich nicht.

Als Verein wirkten wir letztes Jahr bereits bei der Europäischen Mobilitätswoche in Dresden mit. In diesem Jahr sind wir mit drei Veranstaltungen dabei. Einerseits wollen wir auf nachhaltige Formen des Tourismus aufmerksam machen und uns über die Sicherheit und Mitbestimmung von Kindern auf ihrem Schulweg unterhalten. Andererseits werfen wir einen Blick in die Zukunft und fragen, warum eine Verkehrswende nötig ist und wie sie gelingen kann.

Wie lange gibt es die Lokale Agenda 21 in Dresden und was sind Hauptthemen Ihrer Arbeit? Seit wann sind Sie dabei?

Die Lokale Agenda 21 gibt es in Dresden seit 1998. Der Verein wurde damals unter Mitwirkung von Vertretenden aus Politik, Wirtschaft, Forschung, Verwaltung, Kultur und Umwelt gegründet. Ziel ist es bis heute, Menschen für eine zukunftsfähige Entwicklung zu begeistern, persönliche und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung aufzuzeigen, Themen zu setzen, Initiativen zu vernetzen und politisches Handeln in Richtung Nachhaltigkeit zu beeinflussen.

Das Spektrum reicht dabei von Klima und Energie, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Wohnen in der Stadt, Mobilität, Ernährung und Beteiligung. Wir versuchen, immer am Puls der Zeit zu bleiben und die aktuellen Themen zu besetzen, die eine enkeltaugliche Entwicklung in Dresden gerade voranbringen würde. Seit Herbst 2016 bin ich bei der Agenda tätig und arbeite mit einem neuen Team und viel Freude an dieser großen und inspirierenden Aufgabe. Denn Zukunft können wir nur gemeinsam machen.

Warum machen Sie bei der Europäischen Mobilitätswoche mit? Was erhoffen Sie sich für Dresden und wo gibt es noch Klärungsbedarf?

Wir machen bei der Mobilitätswoche mit, weil die Verkehrswende von uns als Gesellschaft eine noch größere Umstellung erfordern wird, als es die Energiewende bis jetzt erfordert hat. Auch hängen Energie- und Verkehrswende eng miteinander zusammen. Uns bewegen hier Fragen wie, mit welcher Art von Energie werden in Zukunft Elektroautos und Pedelecs unterwegs sein können? Wie kann der Verkehr in der Stadt für alle Bewohnenden sicher und angenehm werden? Kann in Zukunft jede Familie noch ein oder mehr Autos besitzen oder werden Autos eher selbstfahrende, öffentliche Taxis sein? Wie kann unser Verkehrssystem flexibler, ressourcensparender und klimaschonend werden?

In meiner Wahrnehmung kann sich in Dresden besonders für die Radfahrenden noch einiges verbessern. Viele Radwege sind nicht durchführend und Dresden gehört neben Dortmund zu den für Radfahrer gefährlichsten Stadt Deutschlands. Vieles ist hier schon passiert und in Planung. Da kann sich in den nächsten Jahren noch einiges zum Besseren entwickeln. 

In der Reihe „Hingesehen“ wird der Kinofilm „Nicht ohne uns“ im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche und anlässlich des Weltkindertages gezeigt: Um was geht es?

Wir zeigen in der Filmreihe „Hingesehen“ den Dokumentarfilm „Nicht ohne uns“. Die Filmvorführung findet am 20. September, 19.30 Uhr, im Programmkino Ost, Schandauer Straße 73, statt. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt vier Euro.

Im Film kommen 16 Kinder aus fünf Kontinenten auf ihrem Weg zur Schule zu Wort. Die Kinder erzählen, wie sie lernen wollen, was sie sich wünschen und wovor sie sich fürchten. So unterschiedlich sie zur Schule gelangen, haben sie doch ähnliche Sorgen um die Natur und die Sehnsucht nach Bildung, Frieden, Freundschaft und einer guten Zukunft. Es geht im Film zum einen um einen Perspektivwechsel und die Frage, was man Kindern zutrauen kann.

Nach dem Film gibt es noch ein Gespräch mit lokalen Akteuren, die sich zu ihren Erfahrungen mit Dresdner Schulwegen austauschen und auch mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Für das Gespräch haben wir Vertreterinnen und Vertreter von Dresden zu Fuß, Kinder- und Jugendring Sachsen, der Landeshauptstadt und den Stadtschülerrat eingeladen.

Weitere Veranstaltungen
  • Donnerstag, 7. September 2017, 19.30 Uhr: Buchlesung „FAIRreisen. Das Handbuch für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen“ mit dem Autor Frank Herrmann in der Zentralbibliothek im Kulturpalast Dresden, Schloßstraße 2 (Besuchereingang: Wilsdruffer Straße) Eintritt frei
  • Mittwoch, 20. September, 19.30 Uhr: Kinofilm „Nicht ohne uns“ und im Anschluss Filmgespräch im Programmkino Ost, Schandauer Straße 73, Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro
  • Donnerstag, 21. September, 18 Uhr: Energiedialog: „Mobilität der Zukunft – Warum wir die Verkehrswende brauchen und wie sie gelingt“ im DREWAG-Treff, World Trade Center, Ecke Freiberger/Ammonstraße Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten: verein@dresdner-agenda21.de

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