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https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/europa/partner/coventry/versoehnung-leben.php 02.03.2017 10:49:46 Uhr 16.12.2017 21:27:23 Uhr

Versöhnung leben

Ruf nach Versöhnung und Frieden: Die Nagelkreuzgemeinschaft  

Die ersten Kontakte zwischen Dresden und Coventry kamen in den 50er Jahren auf kirchlicher Ebene zustande. In Coventry bemühte sich zunächst die Kathedrale um Versöhnung zwischen den Menschen der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Städte und um Verständigung zwischen Deutschen und Briten.

Seit vielen Jahren treffen sich regelmäßig Christen aus Dresden und Coventry. So halfen 1965 im Rahmen der "Aktion Sühnezeichen" junge Christen aus Coventry beim Wiederaufbau des Dresdner Diakonissenkrankenhauses. Und es gab über die Jahrzehnte hinweg viele weitere gemeinsame Projekte - nur zwei Beispiele: 2001 bauten Jugendliche aus beiden Städten den Kindergarten der Dresdner Diakonissenanstalt aus. 2012 nahmen jungen Dresdner Christen an einer Internationalen Jugendkonferenz der Nagelkreuzgemeinschaft in der Kathedrale Coventry teil.

Vier Dresdner Kirchen wurden inzwischen in die weltweite Nagelkreuzgemeinschaft der Kathedrale Coventry aufgenommen, weil sie sich besonders für Versöhnungs- und Friedensarbeit einsetzen:

Nagelkreuz des Künstlers Geoffrey Clarke am Hochaltar der St Michael's Kathedrale Coventry
Nagelkreuz des Künstlers Geoffrey Clarke am Hochaltar der St Michael's Kathedrale Coventry, ©Community of the Cross of Nails

November 2016: Exkursion nach Coventry

Anlässlich des Remembrance Weekends im November 2016 unternahm die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. eine Exkursion nach Coventry. Was sie dabei erlebte, können Sie hier nachlesen.

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© Stiftung Frauenkirche Dresden

Mai 2016: Peace Academy

Zu Pfingsten vom 13. bis 16. Mai hat die Frauenkirche traditionell wieder junge Christen aus aller Welt zur Peace Academy eingeladen.

In diesem Jahr stand sie unter dem Motto „REFORMER. Ändern verändert!“. 380 junge Leute aus über 35 Ländern und aus ganz Deutschland nahmen an den 40 Workshops und vielen Aktionen teil.

Aus der Partnerstadt Coventry kamen Jugendliche und die Pfarrerin für Versöhnung der Kathedrale Coventry Dr. Sarah Hills nach Dresden. Dr. Sarah Hills hielt die Predigt im Pfingstgottesdienst.

In den Nagelkreuzgemeinden weltweit wird freitags 12 Uhr das Versöhnungsgebet von Coventry „Vater vergib“ gebetet – so auch in der Dresdner Frauenkirche. Kantor Matthias Grünert hat es 2016 in Form einer Motette vertont. „Ein Klang der Versöhnung verbindet jetzt Coventry und Dresden“, beschreibt Matthias Grünert seine Komposition. Sie ist die erste Vertonung des Textes, der im englischsprachigen Original 1959 entstand. „Die ungebrochene Aktualität der Gebetsanliegen ist frappierend. Mit Blick auf unsere gesellschaftspolitischen Ereignisse gab das den Anstoß für die Komposition“, so Grünert. „Die Worte fassen die gegenwärtige Lage so treffend, dass ich gar nicht anders konnte, als ihnen Musik anbei zu stellen. Der Text war meine Inspiration.“ Entstanden ist eine knapp zehnminütige Motette für vier- bis achtstimmigen gemischten Chor und Fernchor. Sie erlebte mit dem Kammerchor der Frauenkirche unter der Leitung von Matthias Grünert am 14.2.2016 ihre Uraufführung in der Frauenkirche.
Kammerchor der Frauenkirche
Kammerchor der Frauenkirche, © Hans-Christian Hoch

Mai 2012: Skulpture "Chor der Überlebenden" von Professor Helmut Heinze

  • Bronzeskulptur
  • Angekommen und aufgestellt: Bildhauer Prof.Helmut Heinze 2012 mit seiner Skulptur in der Ruine der alten Kathedrale Coventry
  • Skulpturdetail Köpfe
  • Einweihungsfeier am 20. Mai 2012: Einweihungsfeier am 20. Mai 2012: Mit dabei sind auch die Bischöfe Dr. Christopher Cocksworth/Coventry und Jochen Bohl/Landeskirche Sachsen
  • Großer Andrang: Gespräche und Begegnungen bei der Einweihungsfeier
Bronzeskulptur Angekommen und aufgestellt: Bildhauer Prof.Helmut Heinze 2012 mit seiner Skulptur in der Ruine der alten Kathedrale Coventry Skulpturdetail Köpfe Einweihungsfeier am 20. Mai 2012: Einweihungsfeier am 20. Mai 2012: Mit dabei sind auch die Bischöfe Dr. Christopher Cocksworth/Coventry und Jochen Bohl/Landeskirche Sachsen Großer Andrang: Gespräche und Begegnungen bei der Einweihungsfeier

Eine Skulptur der Versöhnung:

Der Dresdner Bildhauer Professor Helmut Heinze hatte die Idee, eine Skulptur zu schaffen, die Coventry als Geste der Versöhnung geschenkt werden sollte. Er ging an die Arbeit und fertigte die Bronzeskulptur "Chor der Überlebenden". 2012 war es soweit: Anlässlich des 50. Jahrestages der Weihe der neuen Kathedrale Coventry im Mai 2012 überreichte Professor Heinze gemeinsam mit Vertretern der Stiftung Frauenkirche Dresden seine Skulptur an die Kathedrale Coventry. Sie ist seither in den Ruinen der alten Kathedrale zu sehen, die nach dem Bombenangriff am 14. November 1940 nicht wieder aufgebaut wurde. Die Ruinenstätte erinnert bis heute an die Zerstörung Coventrys.

Alljährliche Tradition der Städte Coventry und Dresden: Gedenken und Ruf nach Frieden und Demokratie

  • V-1024-Blumen-Gedenken in Coventry 2013-Mitz.jpg
  • V-1024-2Gedenken-Bischof-in Coventry 2013-mitz.jpg
  • V-1024-1Gedenken in Coventry 2013-Mitz.jpg
  • Menschenkette in Dresden, der Bischof von Coventry Dr. Cocksworth im Gespräch mit Bürgermeister Hilbert und Bundesinnenminister de Maizière
  • Menschenkette in Dresden mit Gästen aus Großbritannien
V-1024-Blumen-Gedenken in Coventry 2013-Mitz.jpg V-1024-2Gedenken-Bischof-in Coventry 2013-mitz.jpg V-1024-1Gedenken in Coventry 2013-Mitz.jpg Menschenkette in Dresden, der Bischof von Coventry Dr. Cocksworth im Gespräch mit Bürgermeister Hilbert und Bundesinnenminister de Maizière Menschenkette in Dresden mit Gästen aus Großbritannien
Jedes Jahr am 13. Februar und am 14. November gedenken beide Städte ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Delegationen aus den Städten, Zeitzeugengespräche und Workshops und die Dresdner Menschenkette gehören dazu. Coventry nennt sich "City of Peace and Reconciliation" ("Stadt des Friedens und der Versöhnung" und arbeitet weltweit in diesem Sinne. In Dresden widmete sich über viele Jahre u. a. die Interessengemeinschaft "IG 13. Februar 1945" e.V., heute MEMORARE PACEM.Gesellschaft für Friedenskultur e. V., der historischen Aufarbeitung der Zerstörung Dresdens. Der Verein hat ein starkes Netzwerk mit Partnern in anderen zerstörten Städten Europas aufgebaut. So pflegt er beispielsweise auch intensive Kontakte u. a. zur Coventry University, zu Historikern und Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges in Coventry und in anderen Städten - vom gemeinsamen Gedenken bis hin zum Engagement für Frieden und Demokratie.

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