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https://www.dresden.de/de/leben/schulen/faq/c_06.php 03.02.2016 10:48:37 Uhr 20.01.2018 18:19:58 Uhr

Integrative Unterrichtung

Können behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden?

Förderschulen

Kinder mit ständigen oder über einen längeren Zeitraum auftretenden körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen brauchen besondere Aufmerksamkeit und intensive Förderung. Diese bieten ihnen spezielle Förderschulen, von denen es in der Landeshauptstadt Dresden 16 gibt, davon drei in freier Trägerschaft.

In diesen Schulen ist für die besondere Arbeit qualifiziertes Lehr- und Betreuungspersonal tätig, dessen gemeinsames Ziel es ist, die Kinder auf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Die Fachkräfte nutzen an die Beeinträchtigung angepasste Lehr- und Lernmittel. Auch die Schulgebäude sind soweit erforderlich barrierefrei gestaltet.

integrative Unterrichtung

Viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden an den allgemeinbildenden Schulen integrativ unterrichtet, um sie auf ein möglichst selbstständiges Leben vorzubereiten. Die Formen dieser integrativen Unterrichtung sind in der Schulintegrationsverordnung geregelt und können sein:

  • Die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nehmen in vollem Umfang am Unterricht einer Klasse der allgemeinbildenden Schule teil und gehören auch dieser Schule an. Die Lehrerinnen und Lehrer dieser Klassen beraten sich regelmäßig mit Lehrern des jeweiligen Förderschwerpunktes.
  • Die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nehmen in vollem Umfang am Unterricht einer Klasse der allgemeinbildenden Schule teil und gehören auch dieser Schule an. Eine zusätzliche Lehrkraft fördert die Kinder in angemessenem Umfang, also im Klassenunterricht oder in gesondertem Förderunterricht.
  • Die allgemeinbildende Schule ermöglicht Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf einer benachbarten Förderschule in einzelnen Unterrichtsfächern den Schulbesuch. Kinder bleiben Schüler der Förderschule.
  • Die allgemeinbildende Schule arbeitet mit einer benachbarten Förderschule zusammen, indem eine oder mehrere Klassen der Förderschule im Schulgebäude dieser Schule unterrichtet werden. Die Kinder in diesen Klassen bleiben Schüler der Förderschule.

Voraussetzungen

Ob Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine dieser Integrationsmöglichkeiten nutzen, hängt von mehreren Voraussetzungen ab. Die notwendige Förderung muss gewährleistet werden können, die Schülerin bzw. der Schüler muss sich in der Lernumgebung der allgemein bildenden Schule zurechtfinden und wohlfühlen, um eigene Bildungserfolge zu erzielen. Wenn erforderlich, muss zusätzlich qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen, außerdem eine behindertengerechte bauliche und räumliche Ausstattung sowie spezielle Lehr- und Lernmittel vorhanden sein. Die Forderung nach Barrierefreiheit wird deshalb bei Sanierungen und beim Neubau von Schulgebäuden umgesetzt.

Antrag der Eltern

Wenn die Eltern eines behinderten Kindes der Auffassung sind, dass ihr Kind in einer allgemein bildenden Schule integrativ oder in einer Förderschule unterrichtet werden soll, dann stellen sie dazu einen Antrag an die Sächsische Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, am besten schon ein Jahr vor dem Schulbesuch. Darin informieren sie, wann das Kind schulpflichtig wird bzw. wann der Schulbesuch erfolgen soll, welche Gründe für den Förderbedarf und eine Integration sprechen und wo die Aufnahme gewünscht ist. Aufgrund dieses Antrages wird ein Gesprächstermin mit den Eltern vereinbart.

Die Sächsische Bildungsagentur beauftragt eine Förderschule mit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs, diese nimmt Kontakt mit den Eltern auf. Es wird ein Fördergutachten erstellt, um den sonderpädagogischen Förderbedarf festzustellen. Außerdem wird ein Förderplan aufgestellt und es erfolgt eine Abstimmung mit dem Schulträger. Erst danach entscheidet die Sächsische Bildungsagentur darüber, ob die Integration des Kindes möglich ist oder ob der Besuch der Förderschule erfolgt. Dabei handelt es sich stets um eine Einzelfallentscheidung.

Praxis

In der Landeshauptstadt Dresden ist die integrative Unterrichtung vielfach im Alltag Praxis. So werden Kinder und Jugendliche der Fallgruppen 1 und 2 gemäß Schulintegrationsverordnung des Freistaates Sachsen (SchIVO) nach Einzelfallentscheidung möglichst wohnortnah in allen Schularten aufgenommen. Mittlerweile gibt es kaum noch eine allgemein bildende Schule in Dresden, die keine Schülerinnen und Schüler dieser Gruppen unterrichtet.

Die integrative Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern der Fallgruppen 3 und 4 erfolgt ebenfalls nach Einzelfallentscheidung und auf der Grundlage der vorhandenen personellen und sonstigen Voraussetzungen, also punktuell. Bewährt haben sich für Schülerinnen und Schüler der Fallgruppe 4 Kooperationsklassen an bestimmten allgemeinbildenden Schulen, so

  • für sprachbehinderte Kinder in der 51., 122. und 139 Grundschule sowie der 36. Oberschule,
  • für hörgeschädigte Kinder in der 41. und 43. Grundschule und
  • für körperbehinderte Kinder in der 96. und 103. Grundschule.

Kontakt

Sächsische Bildungsagentur
Regionalstelle Dresden


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Fax 0351-8439301

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Behindertenbeauftragte

Sylvia Müller
Beauftragte für Menschen mit Behinderung


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