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https://www.dresden.de/de/leben/kinder/kindergesundheit/drogenberatung/leitbild-und-suchtverstaendnis.php 03.02.2016 13:23:22 Uhr 12.12.2017 14:59:31 Uhr

Leitbild und Suchtverständnis

Unserer Arbeit liegt ein humanistisches, ganzheitliches Menschenbild als Voraussetzung zum Verständnis und zur Begleitung unserer Klienten und deren Angehöriger zugrunde.

Ausgehend von der jeweils individuellen Biographie unserer Klienten verstehen wir unsere Arbeit als Hilfe zur persönlichen Entwicklung.

Akzeptanz, Respekt, Wertschätzung bestimmen unsere Grundhaltung gegenüber Klienten.

Kundenorientierung (Orientierung an den Bedürfnissen und Zielen des Klienten) Ressourcenorientierung (Arbeit mit Fähigkeiten und Ideen des Klienten) und Lösungsorientierung (Fokus auf Lösungsmöglichkeiten) sind wesentliche Grundsätze unserer Arbeit.

Unsere Beratung basiert auf den Grundlagen einer motivierenden Gesprächsführung.

Wir sehen unsere Klienten in der Regel nicht als unmotiviert, sondern als ambivalent. Ambivalenz und Widerstand sehen wir als normales Phänomen eines Veränderungsprozesses. Unsere Beratung möchte Veränderungsbereitschaft/Motivation verstärken und den Weg aus der Sucht heraus begleiten.

Sucht verstehen wir auf dem Hintergrund eines umfassenden biopsychosozialen Krankheitsmodells.

Suchtmittelkonsum betrachten wir zunächst als einen selbstbestimmten „Lösungsversuch" im Umgang mit Belastungsfaktoren, zur Überwindung von Lebenskrisen, um Entspannung zu finden, Selbstwert zu steigern oder andere Bedürfnisse zu befriedigen.

Sie sehen einen Raum mit einem Eckregal gefüllt mit Informationsmaterial
Regal mit Infomaterial, Foto: Gesundheitsamt

Konsum wird zum Problem

Problematisch wird der Drogenkonsum, wenn er zunehmend die weitere Persönlichkeitsentwicklung einschränkt und die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt.

Der Verlust der Kontrollfähigkeit über das eigene Denken, Fühlen und Handeln ist eine tiefe Verletzung der Persönlichkeit. Sie entwickelt sich zusätzlich zu evtl. zugrunde liegenden Neurosen, Persönlichkeitsstörungen oder psychischen Trauma.

Drogenkonsum, -missbrauch, -abhängigkeit sehen wir nicht herausgelöst. In jedem Fall sind komplexe soziale Systeme mit einbezogen, mit geschädigt und/oder entstehungs-geschichtlich mitverantwortlich.

Eine Suchterkrankung entsteht

Eine Suchterkrankung kann vor allem entstehen, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum versucht, die Spannung zwischen erlebter und der ersehnten Wirklichkeit abzubauen. Somit ist sie eine Reaktion auf individuelle und soziale/gesellschaftliche Störungen verursachende Faktoren wie z. B. ein Mangel an emotionaler Zuwendung, Orientierungslosigkeit, Reizüberflutung oder traumatisierender Erfahrungen. Sucht sehen wir nicht zuletzt als eine Antwort auf Störungen im Beziehungssystem. Der Suchtkranke wird in diesem Sinne zum Symptomträger, der mit den süchtigen Verhaltensweisen unbewusst auf eine Störung hinweist.

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