Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/kultur/veranstaltungen/striezelmarkt/01/Dresdner-Striezelmarkt-Essen-und-Trinken.php 07.11.2017 12:22:05 Uhr 18.12.2017 02:07:23 Uhr
Striezelmarkttassen
© LHD/Rico Nonnewitz

Essen und Trinken

Weihnachtliches Gebäck oder Glasierte Äpfel, Kräppelchen oder Glühwein – der Dresdner Striezelmarkt hält für alle Besucher ein reichhaltiges Angebot an Kulinarischem bereit.

Besonders gern schneiden sich die Besucher des Dresdner Striezelmarkts eine dicke Scheibe Dresdner Christstollens ab. Dieser wird ausnahmslos von Handwerksbetrieben des Dresdner Bäckerhandwerks hergestellt, stets nach traditionellem und gehütetem Rezept. Der Name »Striezelmarkt« geht auf jenes köstliche Backwerk zurück, das heute als »Dresdner Christstollen« Weltruf erlangt hat. Mit »Strutzel« oder »Striezel« bezeichnete man im Mittelhochdeutschen ein Hefegebäck in länglicher, teils auch geflochtener Form. Wahrscheinlich sollte es an das in Windeln gewickelte Kind der christlichen Weihnachtsgeschichte erinnern. In einigen sächsischen Städten wurde dieses »Christbrot« wegen seines wulstartigen Körpers auch »Stollen« oder »Stolle« genannt. Mit der Zeit wurden die Backzutaten verfeinert, und die Bezeichnung »Stollen« setzte sich durch. Seit 1617 gehört er zum Christfest.

Eine andere kulinarische Köstlichkeit sind die Pfefferkuchen aus der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz. Leb-, Honig- oder Pfefferkuchen sind bereits seit dem 13. Jahrhundert sprichwörtlich in aller Munde. Wo dieses süße Gebäck erfunden wurde, ist nicht überliefert. Man vermutet aber, dass der Name »Lebkuchen« vom Mittelhochdeutschen »lebbe« (süß) abgeleitet ist und im Frankenland, im Gebiet der heutigen »Lebkuchenhochburg« Nürnberg, seinen Ursprung hatte. Sicherer ist, dass im schlesischen Schweidnitz schon 1293 eine »Pfefferkuchenzunft« existierte. Dort sollen in den Küchen der Klöster die ersten richtigen Mixturen für Schleckermäuler angerührt worden sein. Dieser »Pfefferkuchen« wurde aus bestem und lang gelagertem Honig- oder Sirupteig hergestellt, dem feine Gewürze – im Mittelalter kurz »Pfeffer« genannt – beigegeben wurden. Das Gebäck soll den Menschen damals auch gute Dienste als Appetitanreger, Verdauungsförderer oder Medizin bei Rückenschmerzen und Fieber geleistet haben.

In einem Innungsprivileg von »derer von Schlieben zur Pulsnitz« vom 1. Januar 1558 wurde den Pulsnitzer Bäckern erstmalig das Recht erteilt Pfefferkuchen zu backen. Zunächst wurde die Pfefferküchlerei von den Bäckern nur nebenher betrieben. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es in Pulsnitz aber auch Bäcker, die ausschließlich Pfefferkuchen herstellten. Das Feilhalten der guten Pulsnitzer Pfefferkuchen auf Jahrmärkten, Volksfesten und Messen brachte seitdem den Meistern Arbeit und Absatz das ganze Jahr hindurch. Im Jahre 1780 bauten bereits acht Pfefferküchlermeister ihre Buden auf dem Dresdner Striezelmarkt auf, der damals nur an drei Tagen stattfand. In der Folge wurde die Dauer des Striezelmarkts immer länger, so dass die Meister schließlich ihren Markthändlern den Verkauf überlassen mussten. In vielen Gegenden gelten Pfefferkuchen als typische Weihnachts- oder Saisongebäckarten. In Pulsnitz dagegen werden gute Pfefferkuchen das ganze Jahr hindurch hergestellt.

Wärmstens zu empfehlen ist außerdem der Glühwein. Der wird in eigens für den Dresdner Striezelmarkt hergestellten Glühweintassen ausgeschenkt. Das bereits seit 1824 existierende Familienunternehmen Kannegießer Keramik aus dem ostsächsischen Neukirch stellte die Trinkgefäße nach einem individuellen Entwurf her. Insgesamt werden von der in Preußisch Blau glasierten Tasse für den diesjährigen Striezelmarkt rund 100 000 Exemplare gefertigt.

Drucken

Partner