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https://www.dresden.de/de/kultur/kulturhauptstadt/beteiligen/mikroprojekte/judaica.php 10.01.2018 18:49:46 Uhr 21.01.2018 02:02:18 Uhr

Judaica in Dresdner Sammlungen aufspüren

Wer sind wir?

  • HATiKVA – Bildungs- und Begegnungsstätte für Jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e. V.

HATiKVA – Bildungs- und Begegnungsstätte für Jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e. V. wurde 1992 aus einer bereits bestehenden Interessengemeinschaft gegründet. Der hebräische Name bedeutet „Die Hoffnung“ und ist Ausdruck der Philosophie des Vereins, der es als seine Aufgabe ansieht, die Kenntnisse über das Judentum zu verbessern und den Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – speziell dem Antisemitismus – entgegen zu wirken. Dafür sind wir mit vielen Menschen und Organisationen vernetzt.

Die wichtigsten Arbeitsfelder des Vereins sind Bildungsveranstaltungen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Grundschulalter bis zur Seniorenakademie, öffentliche Vorträge, Workshops, Ausstellungen und Konzerte sowie Forschungsprojekte zur jüdischen Geschichte und Gegenwart Sachsens.

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Heike Liebsch
© Klaus Gigga

Was ist das Projekt?

Am 8. Mai 2020 jährt sich in Dresden die Einweihung der einzigen Synagoge Gottfried Sempers zum 180. Mal. Damit entstand in Dresden ein deutlich sichtbares Zeichen jüdischer Kultur. Durch die Zerstörung der Synagoge 1938 wurde dieses wichtige Zeugnis jüdischer Emanzipation für immer vernichtet. Das Jubiläum der Einweihung soll deshalb im Jahr 2020 an die fruchtbare Zeit jüdischen Lebens in Dresden erinnern und das Wirken jüdischer Menschen in dieser Stadt wieder sichtbar machen. Dazu soll es ein Begleitprogramm geben, um an die Vielfalt jüdischer Kultur in dieser Stadt zu erinnern und auch darauf aufmerksam zu machen, dass es heute wieder ein lebendiges jüdisches Leben in Dresden gibt.

Deshalb ist es das Ziel des Projekts, im Jahr 2017 Judaica in Dresdner Sammlungen aufzuspüren und die Verantwortlichen der jeweiligen Sammlungen für das Potential dieser verstreuten Judaica für Ausstellungs- und Bildungsprojekte zu sensibilisieren sowie eine Vernetzung dieser Bemühungen in Hinsicht auf 2020 herzustellen. Der Schwerpunkt soll dabei darauf gerichtet werden, die Bedeutung dieser Sammlungsbestände sowohl in ihrer Entstehung als auch in ihrem Bestehen für die europäische Entwicklung sichtbar zu machen. Am Beispiel des Malers Fiorino, der einer der bedeutendsten Miniaturenmaler seiner Zeit war, soll verdeutlicht werden, wie solche Judaica entstanden und Eingang in Dresdner Sammlungen gefunden haben. 

Wie wird sich das Projekt 2025 entwickeln?

Um die Ergebnisse und Kooperationen nachhaltig im Kulturbewusstsein der Stadt Dresden zu verankern, soll schrittweise ein „Jüdischer Kulturpfad“ in Dresden entstehen, der spätestens 2025 anlässlich der Bewerbung Dresdens als Europäische Kulturhauptstadt fertiggestellt sein soll. Mit Hilfe eines Katalogs sowie eines entsprechenden Stadtplanes als klassischen Medien, aber auch durch eine Videodokumentation, einer Internetpräsenz, Informationen im öffentlichen Raum und anderen Möglichkeiten sollen die gewonnenen Erkenntnisse in mehreren Sprachen künftig für Einwohner und Gäste der Stadt erlebbar werden.

Inhaltlich soll hier der Fokus vor allem auf das künstlerische und kulturelle Tätigsein Dresdner Juden gerichtet werden, um zu verdeutlichen, welchen Stellenwert sie im Rahmen der kulturellen Wirkung Dresdens einnehmen. Aber auch um ihre Verdienste um die Dresdner Kulturlandschaft in einem angemessenen Rahmen in Dresden dauerhaft sichtbar werden zu lassen. Sie sind ein wesentlicher Teil, der zur europäischen Bedeutung Dresdens bis heute beiträgt.

Durchführung

Aufgespürt: Der Miniaturenmaler Jeremias David Alexander Fiorino

Mit einer Ausstellung und Lesung in der Galerie StarkeFOTOGRAFEN, Louisenstraße 6, startete das Projekt am 16. Dezember 2017. „Die betrübliche Geschichte des Jeremias David Alexander Fiorino“ erzählt von einem zu seiner Zeit in ganz Europa berühmten Miniaturenmaler, der 1847 in Dresden starb und heute (fast) vergessen ist. Der HATiKVA e. V., die Bildungs- und Begegnungsstätte für Jüdische Geschichte und Kultur Sachsen, hat seinen Lebensweg wieder aufgespürt und lud zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Porträts ein. Gegenüber einem großen Spiegel konnten sich die Besucher selbst inszenieren und fotografieren. Über eine Leinwand wurden die Bilder auch auf das Schaufenster übertragen und liefen in Schleife.

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