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Sanierung des Rathausturmes

Foto: Rathausturm

Bauvorhaben

Neues Rathaus Dresden, Dr.-Külz-Ring 19
Sanierung Rathausturm, 4. Bauabschnitt

Baubeschreibung

Der obere Teil der Rathausturmes des Neuen Rathauses Dresden wurde unter der Projektleitung des städtischen Hochbauamtes ab 9. Obergeschoss in den Jahren 1997 bis 1999 einer Fassadensanierung unterzogen und durch eine Teilinstandsetzung des Turminneren für Besucher zugänglich gemacht.
Hauptaugenmerk der damaligen Sanierungsarbeiten galt der Wiederherrichtung einschl. Nutzung ("Wiederurbarmachung") der jahrelang von der Bauaufsicht gesperrten Aussichtsplattform im 12. Obergeschoss. Diese wurde grundhaft saniert. Die auf der Balustrade befindlichen 16 Sandsteinfiguren, welche verschiedene Tugenden symbolisieren, wurden restauriert. Zwei Figuren wurden nach Kopien neu hergestellt und mit einem Kran auf die Aussichtsplattform gehoben.
Aufgrund des desolaten Zustandes des unteren Teiles des Turmes, vom Turmfuß (Höfe) bis zur Unterkante der Balkone im 9. Obergeschoss, war die Fortführung einer Sanierung der äußeren Gebäudehülle (Fassade) auch in diesem Bereich sowie der angrenzenden Südfassade dringend notwendig.
Insbesondere durch die offenen Fugen zwischen den vorgeblendeten Sandsteinplatten und die Ausplatzungen der Sandsteinteile, im gesamten nicht sanierten Bereich des Turmes, kam es zu einer ständigen Durchfeuchtung der Fassade. Eingelassene Eisenteile und fehlende Kappleisten an den Kupferblechabdeckungen führten zu weiteren Sandsteinzerstörungen.

So kam es wiederholt zum Abbruch und Abstürzen von Sandsteinelementen aus der Fassade mit erheblicher Gefahr für die sich im Hofbereich befindlichen Personen und Sachwerte. Besonders das in der Vergangenheit unsachgemäße Einbringen von Ergänzungsmörtel in die durch Kriegseinwirkungen verursachten Fehlstellen führte zum Herausfallen von Mörtelstücken.
Ziel der Sanierungsmaßnahme war die konstruktive Sicherung des Rathausturmes im unteren Bereich sowie die Erhaltung und fachgerechte Bearbeitung des vorhandenen Sandsteinmaterials. Konstruktive Mängel beim Bau und Wiederaufbau nach der Zerstörung im Jahr 1945 sollten damit ebenso beseitigt werden. Durch Rissuntersuchungen während der Baumaßnahme wurde festgestellt, ob es sich bei den vorgefundenen Rissen um statische Risse (z. B. durch Kriegseinwirkung) oder dynamische Risse (z. B. durch unterschiedliche Sonneneinwirkung oder Grundwasserstände) handelte.
Folgende Leistungen erfolgten:

Gerüstbau

Die Gerüsthöhe Hofebene (Hof C und D) bis 9. Obergeschoss betrug ca. 53 m, wobei die Küche der zur Zeit geschlossenen Gaststätte Ratskeller überbaut wurde. Durch den genannten Überbau war ein relativ kompliziertes Gerüst notwendig. Die Gerüstfläche betrug ca. 4.200 m².

Natursteinarbeiten und Statische Sicherung

Durch konstruktive Sicherung des Sandsteinmaterials, Steinersatz und Verfugung, Entfernung von Eisenteilen, Vernadlung usw. war die Gebäudehülle zu sichern.So wurden ca. 300 m Risse saniert, ca. 100 Stück Edelstahlklammern eingebaut und insgesamt ca. 350 Stück defekte Sandstein-Teile kleineren und größeren Ausmaßes durch neuen Sandstein ersetzt.Des Weiteren erfolgte eine Fassadenreinigung von insgesamt ca. 4.500 m² mittels Heißwasser-Dampfstrahl-Verfahren ohne die dunkle Sandsteinfarbe zu verändern und dabei die Patina zu verletzen.

Putzarbeiten / Malerarbeiten

Der marode Außenputz in den Anschlussbereichen des Turmes wurde erneuert sowie diverse Innenputzarbeiten wurden durchgeführt. Diese Flächen wurden malermäßig instandgesetzt.

Klempnerarbeiten

Die Fenster erhielten neue Fensterbänke, Wandanschluss und Übergangsstreifen sowie Dach- und Gesimsabdeckung wurden erneuert, allesamt in Kupferblech.

Blitzschutzarbeiten / Taubenvergrämung

Es erfolgte eine Erneuerung der Blitzschutzanlage, wobei ca. 80 m Ableitungen in Kupfer montiert wurden. Nach Abschluss der Baumaßnahmen erfolgte das Anbringen der Taubenvergrämung mittels Nylon-Netzen, Spikes bzw. Spanndraht.

Termine

  • Planung: von Oktober 2000 bis Februar 2003
  • Ausschreibung/Vergabe: von Juli 2004 bis August 2004
  • Durchführung: von August 2004 bis Juli 2005

Kosten (brutto)

  • Planung: ca. 55.000 EUR
  • Durchführung: ca. 350.000 EUR
  • Gesamtsumme: ca. 405.000 EUR

Baulose

7 Fachlose/Gewerke

Beteiligte Planungsbüros

  • Objektplanung: Heidelmann & Klingebiel Architekten- und Ingenieurgesellschaft mbH, Dresden
  • Statik: Jäger Ingenieure GmbH, Radebeul
  • Sicherheits- und Gesundheitsschutz: AMD TÜV Arbeitsmedizinische Dienste GmbH, Dresden

Beteiligte Baufirmen

  • Gerüstbauarbeiten: Peiniger RöRo GmbH, Heidenau
  • Natursteinarbeiten: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH & Co. KG, NL Dresden
  • Putzarbeiten: Ingenieurbau »George Bähr«, Dresden
  • Klempnerarbeiten: H. W. Wachs, Dresden
  • Blitzschutzarbeiten: Dachblitz GmbH, Dresden
  • Taubenvergrämung: Schade GmbH, Dresden
  • Malerarbeiten: Malerwerkstätten Heinrich Schmid GmbH & Co. KG, Radeberg

Ansprechpartner

Landeshauptstadt Dresden
Hochbauamt
Projektleiter
Rüdiger Mitschke

 
Postfach 120020
01001 Dresden
 
0351-4883853
Foto: Rathausturm

Foto: Rathausturm vor der Restaurierung