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CO2-Jahrestrend 2009

Die Treibhausgasbilanz stabilisierte sich in Dresden 2009 bei einem  Wert von 5,2 Mio. Tonnen. Im Basisjahr 1987 waren es noch 8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Mit der Stagnation im Emissionsniveau  seit dem Jahr 2000 entfernt sich die Landeshauptstadt Jahr für Jahr weiter von der Zielstellung.  Diese wurde 1994 mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis europäischer Städte eingegangen und sah eine deutlich und kontinuierliche Reduktion vor. Danach hätten im Jahr 2010 nur noch 4 Mio. Tonnen emittiert werden dürfen.

In Dresden müssen daher erheblich wirksamere Reduktionsmaßnahmen eingeleitet werden, um bei weiter steigender Wirtschaftsleistung deutliche Energieeinsparungen zu erzielen.

Heizenergie

Der Heizenergiebedarf pro Einwohner in den Haushalten (inkl. Warmwasser) sank um rund 13 Prozent, wobei in den Jahresvergleichen unterschiedliche Wintertemperaturen korrigiert wurden. Gleichzeitig nahm die Wohnfläche pro Einwohner auf über 36 m2 zu, was zumeist mit einem höheren Verbrauch an Heizwärme verbunden ist.

Der Anstieg der pro Kopf genutzten Wohnfläche schwächte sich in den letzten Jahren ab. Hier wie beim Elektrizitätsbedarf haben die stark gestiegenen Energiepreise zu höheren Sparanreizen z. B. im Nutzerverhalten und bei energierelevanten Investitionen geführt.

Andererseits ist in vielen Fällen noch immer eine unzureichende energetische Qualität bei Gebäudesanierungen und im Neubau zu verzeichnen. Bei einer jährlichen Sanierungsrate von derzeit 1,3 Prozent besteht die nächste Chance für umfassende Verbesserungen im Dämmstandard i. d. R. erst wieder nach über 50 Jahren. Die bei dieser Sanierungsrate erzielten CO2-Minderungen können nur grob geschätzt werden. Sie dürften bei etwa 2 000 bis 2 500 Tonnen pro Jahr liegen.

Der Wohnungszuwachs 2009 von im Saldo etwa 3 200 Wohnungen erhöht die CO2-Emissionen um 5 000 bis 6 000 Tonnen im Jahr.

Fernwärmeausbau

Im Rahmen ihrer KWK-Doppelstrategie ist es der DREWAG gelungen, ihre Fernwärmelieferungen erstmals seit 1990 leicht zu erhöhen. Durch neue Kunden wurde mehr Absatz ermöglicht als der Verbrauchsrückgang im Jahr 2009 betrug. Der Rückgang wurde bisher vor allem durch Einsparungen und den Abriss von Gebäuden sowie den Wegfall von Kunden in den Fernwärmegebieten geprägt. Es konnte in der angemeldeten Verrechnungsleistung ein Zuwachs im Saldo von 5,2 MW erzielt werden. Bei einem durchschnittlichen Winter entspricht dies einer CO2-Reduktion von etwa 1000 Tonnen gegenüber den sonst genutzten Gas- oder Ölheizungen.

Strom

Der spezifische Haushaltsstromverbrauch lag zwischen 1999 und 2009 stabil bei etwa 1 100 kWh pro Einwohner im Jahr. Dies ist bemerkenswert, da die Ausstattung mit elektrischen Geräten weiter zugenommen hat und ein steigender Anteil an Single-Haushalten i. d. R. mit einem höheren Elektroenergiebedarf verbunden ist.

Insgesamt ist der Elektrizitätsabsatz in Dresden im Jahr 2009 um fast 80 GWh (etwa 3 Prozent) zurückgegangen. Dies entspricht einer CO2-Minderung von etwa 50 000 Tonnen. Dieser Rückgang trat vor allem beim Verbrauch von Industriestrom auf.

Gleichzeitig wurde im Jahr 2009 etwa 2,5 Prozent weniger KWK-Strom gegenüber dem Vorjahr produziert. Ursache waren Wartungsarbeiten am GuD-Heizkraftwerk. Darüberhinaus sind insgesamt etwa 70 GWh mehr Fernwärme ohne gekoppelte Elektrizitätserzeugung bereitgestellt worden. Beides führte in der Summe zu etwa 12 000 Tonnen höheren Treibhausgasemissionen.

Erneuerbare Energien

Der Anteil erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung auf dem Stadtgebiet Dresdens lag 2009 bei 2,8 Prozent des gesamten Elektrizitätskonsums. Der Beitrag zu einer CO2-neutralen Stromversorgung hat sich damit innerhalb von neun Jahren auf das Siebenfache erhöht. Sachsenweit liegt dieser Wert bereits bei 14,3 Prozent. Hier macht sich insbesondere das Fehlen von Windkraftanlagen bemerkbar, die in Sachsen über 50 Prozent der regenerativen Stromerzeugung liefern. In Dresden entwickelt sich mit hohen Zuwachsraten mehr und mehr die Photovoltaik auf Gebäudedächern zu einem Schwerpunkt. Zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse nahm Ende 2009 die Agrarproduktionsgesellschaft Schönfelder Hochland mbH & Co. KG ein Biogas-Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 537 kW in Weißig in Betrieb. Rückläufig ist die Stromerzeugung aus Deponiegas und aus der Altholzverbrennung, was die Stromerzeugung nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) derzeit in Dresden insgesamt stagnieren lässt.

Verkehr

Den positiven Entwicklungen in der Emissionsminderung stehen 2009 Emissionssteigerungen durch den Straßenverkehr gegenüber. Hier gab es einen Anstieg von rund 20 000 Tonnen CO2-Äquivalenten. Das entspricht einer Erhöhung um etwa 2 Prozent für den Straßenverkehr, der durch die Dresdner Bevölkerung insgesamt hervorgerufen wird. Die Steigerung ist vor allem durch Fernfahrten von PKW bedingt, während im innerstädtischen Verkehr eine leicht rückläufige Tendenz zu verzeichnen ist.

Gleichzeitig gab es erstmals seit 2001 einen spürbaren Rückgang im Kraftstoffverbrauch des Flugverkehrs insgesamt von fast 3 Prozent, der zu einer Emissionsminderung von knapp 20 000 Tonnen bezogen auf die Dresdner Bilanz führte.

Ohne eine Trendwende in den Verkehrsemissionen werden die genannten Zielstellungen im Klimaschutz nicht erreichbar sein. Wie in den vergangenen Jahren wurden erzielte Einsparungen in anderen Bereichen durch eine weiter wachsende Gesamtverkehrsleistung teilweise aufgezehrt. Letztlich ist auch auf den Verkehr die gesamtstädtische Zielstellung zu übertragen, die Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um mindestens 10 Prozent zu reduzieren. Bereits im CO2-Rahmenprogramm 1998 wurde vom Stadtrat festgelegt, dass die Planungen zur Verkehrsentwicklung in Dresden unter den Schwerpunkt der Verkehrsvermeidung und der Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs zu stellen sind. Nur auf diesem Wege können nach den Erfahrungen messbare Fortschritte in der verkehrlichen CO2-Emission erzielt werden.

Verkehr am Albertplatz

Verkehr am Albertplatz





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