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Radioaktivität

Durch die Sanierung der ehemaligen Uranerzaufbereitungsanlage »Uranfabrik 95« in Coschütz/Gittersee 1991 bis 2001 konnte ein 76 Hektar großes Areal von radioaktiven Kontaminationen befreit und unter Einbeziehung angrenzender Flächen in ein modernes Gewerbegebiet von 140 Hektar umgestaltet werden.

Nachdem das kontaminierte Material aus der Sanierung in beiden Industriellen Absetzanlagen »Halde A und B« eingebaut wurde, konnte mit der Endverwahrung der beiden Halden begonnen werden.

Inventar der Halden A und B in Coschütz/Gittersee:

  • Fläche: 20 ha (Halde A) bzw. 9 ha (Halde B)
  • Rückstände Uranerzaufbereitung (tailings): 2,1 Mio m3 (Halde A) bzw. 0,4 Mio m3 (Halde B)
  • Haushaltmüll: 1,6 Mio m3 (Halde A)
  • Kraftwerksasche: 0,3 Mio m3 (Halde A)
  • Abbruch und Aushub aus Sanierung: 0,7 Mio m3
    (Halde A) bzw. 0,4 Mio m3 (Halde B)

In Vorbereitung der Sanierung der Halde A wurde in den Jahren 2002 bis 2003 der etwa 800 Meter lange am Rande der Halde verlaufende Kitzbach-Stollen saniert. Nach umfangreichen Erkundungsarbeiten erfolgte 2003/2004 die Planung der Endverwahrung der beiden Halden.
2004 wurde mit ersten Baumaßnahmen sowie mit der Anlieferung von Inertmatrial zur Abdeckung der Halden begonnen.

Die Errichtung und der Betrieb von etwa 60 Grundwasser- und 10 Oberflächenwassermessstellen seit 1993 dient der Überwachung des Standortes.
Der Betrieb dieser Messstellen wird auch 25 bis 50 Jahre nach Abschluss der Rekultivierung die Kontrolle von Grund und Oberflächenwässern sichern und den Erfolg der Verwahrung dokumentieren.

In verschiedenen Bereichen des Stadtgebietes ist der Gehalt von natürlichen radioaktiven Elementen wie Uran, Thorium und Radium in Böden und Gesteinen geogen bedingt, das heißt aufgrund der geologischen Verhältnisse erhöht.

Im Südwesten der Stadt sind Hinterlassenschaften des Uranbergbaues sowie des älteren Steinkohlenbergbaues als anthropogene Radonquellen zu verzeichnen. Diese erhöhten Radionuklidgehalte können zu erhöhten Strahlenexpositionen führen, insbesondere durch erhöhte Radonkonzentrationen in Gebäuden, die zum Teil höher als der Bundesdurchschnitt von 50 Bq/m3 liegen. Um dies bei Bauvorhaben berücksichtigen zu können, wurden Radonverdachtsgebiete in Form einer Rangklassifikation des zu erwartenden geogenen Radonangebotes ausgewiesen.Die Einstufung in eine hohe Klasse bedeutet eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Innenräume von Bauwerken hohe Radonkonzentrationen aufweisen.

Flächenanteile der Klassen:

Radonrisikoklasse »zu vernachlässigen«

  • Mögliche Radonkonzentrationen in der Bodenluft: bis 15 kBq/m3
  • Anteil an der Gesamtfläche: 123,7 km2 bzw. 37,7 %

Radonrisikoklasse »erhöht«

  • Mögliche Radonkonzentrationen in der Bodenluft: > 15 bis 30 kBq/m3
  • Anteil an der Gesamtfläche: 144,9 km2 bzw. 44,1 %

Radonrisikoklasse »hoch«

  • Mögliche Radonkonzentrationen in der Bodenluft:> 30 bis 100 kBq/m3
  • Anteil an der Gesamtfläche: 51,6 km2 bzw. 15,7 %

Radonrisikoklasse »sehr hoch«

  • Mögliche Radonkonzentrationen in der Bodenluft: > 100 kBq/m3
  • Anteil an der Gesamtfläche: 8,3 km2 bzw. 2,5 %

Zuständig für den strahlenschutzrechtlichen Vollzug und die Überwachung sind das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landesentwicklung und das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie.

Diese Informationen zum Nachlesen als Download:





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