Springe direkt zu: Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Suchfunktion

Der Wasserhaushalt

Der natürliche Wasserhaushalt

= Gleichgewicht des Wasserhaushaltes, das sich ohne menschlichen Einfluss zwischen Niederschlag, Verdunstung, Grundwasserneubildung (Versickerung) und oberflächlichem Abfluss einstellt.


Für jedes Gebiet bildet sich ein spezifisches Gleichgewicht aus drei Komponenten:

  • Verdunstung (Anteil für Gesamtraum Dresden: etwa 75 %)
  • Speisung des Grundwassers (Anteil für Gesamtraum Dresden: etwa 15 %)
  • oberflächlicher Abfluss (Anteil für Gesamtraum Dresden: etwa 10 %)

Die Anteile der Komponenten hängen von den Eigenschaften des Geländes ab. Wichtig für die Verdunstung ist die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern und wieder über die begrünte Oberfläche abzugeben. Die Speisung des Grundwassers (= Grundwasserneubildung) wird ebenfalls vom Bodenaufbau bestimmt. Der oberflächliche Abfluss wird durch die Topografie des Geländes beeinflusst.

Komponenten des Wasserhaushalts im natürlichen Zustand für den Gesamtraum Dresden

Komponenten des Wasserhaushalts im natürlichen Zustand für den Gesamtraum Dresden


Genau genommen hat jede Fläche ihre spezifische Verteilung von Verdunstung, Grundwasserspeisung und oberflächlichem Abfluss. Zusammenfassende regionalisierte Angaben sind jedoch möglich und z.T. auch notwendig.
In Dresden werden fünf regionale Gebietstypen unterschieden, über die Sie eine interaktive Karte informiert. Mit Hilfe dieser Karte können Sie feststellen, zu welchem Gebietstyp Ihr Standort gehört und welche Merkmale ihn kennzeichnen.


Der gestörte Wasserhaushalt

Wenn Grundstücke bebaut werden, verändert sich der natürliche Wasserhaushalt. Die bedeutendste Störung dabei ist, dass das Regenwasser oft nicht in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgegeben wird, sondern im ungünstigsten Fall vollständig in Kanalnetzen abgeleitet wird.
Bei Abfluss in die Kanalisation kann z.B. folgendes auftreten:

  • Grundwasser kann sich nicht neu bilden.
  • Die Luftfeuchtigkeit sinkt.
  • Dem Boden fehlt Wasser zum Pflanzenwachstum.
  • Relativ sauberes Wasser gelangt unnötigerweise in die Kläranlage.
  • Bei Starkregen ist die Kanalisation überlastet.

Bei ungedrosselter Ableitung in ein Gewässer kann Starkregen zu reißenden Abflüssen führen und eine Hochwassersituation verschärfen.

Komponenten des Wasserhaushalts nach durchschnittlicher Bebauung

Komponenten des Wasserhaushalts nach durchschnittlicher Bebauung


Den natürlichen Wasserhaushalt wieder herstellen

Mit einfachen Maßnahmen können Sie den natürlichen Wasserhaushalt weitgehend erhalten bzw. wieder herstellen:

  • Versiegeln Sie so wenig wie möglich, und lassen Sie Regenwasser möglichst unmittelbar am Rand von versiegelten Flächen versickern.
  • Entsiegeln Sie versiegelte Flächen (auch teilweise).
  • Legen Sie befestigte Flächen möglichst durchlässig an. Starker Bewuchs sichert dabei gute Verdunstung.
  • Überschüssiges Regenwasser können Sie speichern, um es verzögert verdunsten oder versickern zu lassen.
  • Begrünte Dächer und abgedichtete Teiche nehmen viel Regenwasser auf.
  • Natürliche oder künstlich angelegte Mulden kombinieren die Aufnahme und Versickerung von Regenwasser. Dies fördert die Grundwasserneubildung.
  • Lässt sich eine oberirdische Versickerung aus geologischen oder Platzgründen nicht einrichten, bietet sich eine unterirdische Rückhaltung in Verbindung mit einer Versickerung mittels Rigolen oder Rohr-Rigolen an. (Sickerschächte und -rohre sollten nur bei nicht verschmutztem Regenwasser angewendet werden.)
  • Fließt bei Ihnen viel Regenwasser oberirdisch ab, so können Sie dies u.U. in ein nahegelegenes Gewässer ableiten (möglichst durch offene Gerinne oder Gräben).
  • Reinigen Sie verschmutztes Regenwasser vor, um es dann versickern oder in ein Gewässer leiten zu können. Bei Versickerung reicht oftmals als Reinigungsstufe eine Sickerpassage durch die belebte Bodenzone.
  • Nutzen Sie Regenwasser im Haushalt (z.B. für Waschmaschine, Toilettenspülung)



Städte erfliegen!