Klimawandel - global und regional
Was sich vor wenigen Jahren noch im »Rauschen« natürlicher Klimaschwankungen verbarg, ist heute offenkundig: Das Weltklima unterliegt einem deutlichen Wandel. In den vergangenen 100 Jahren stieg die mittlere globale Temperatur um 0,7 Grad (IPCC 2007). Der gößte Teil dieses Anstieges ereignete sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts und die Geschwindigkeit der Erwärmung nimmt weiter zu.
Diese Tatsache lässt sich nicht mehr allein mit natürlichen Ursachen, wie z. B. den periodischen Schwankungen der Sonnenaktivität oder Änderungen der Erdbahnparameter erklären, sondern ist mit höchster Wahrscheinlichket auf den Anstieg der anthropogenen Treibhausgaskonzentrationen zurückzuführen.
Für die kommenden 100 Jahre wird eine Temperaturerhöhung von 1,1 bis 6,4 Grad im globalen Mittel erwartet (IPCC 2007). Die Bandbreite ergibt sich aus den Unsicherheiten der zu erwartenden Konzentration an Treibhausgasemissionen, deren Höhe vom Verhalten der Menschheit abhängig ist.
Die Klimaänderungen werden sich auf nahezu alle Lebensbereiche auswirken und erfordern Engagement in vielen gesellschaftlichen Handlungsfeldern. Durch Klimaschutzmaßnahmen wird versucht, diese Veränderungen zu begrenzen. Jedoch spielt die Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel sowie an die zu erwartenden künftigen klimatischen Bedingungen eine zunehmende Rolle.

Sprudelnde Bäche sind zukünftig in Gefahr. Sommerliche Dürreperioden werden deutlich zunehmen, mit gravierenden Auswirkungen auf den Wasserhaushalt sowie die hiesige Land- und Forstwirtschaft.

Die Landeshauptstadt Dresden wirkt deshalb als einer von sieben Partnern mit zahlreichen regionalen Akteuren an dem Verbundprojekt REGKLAM mit. In diesem vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie geförderten Projekt wird ein Integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm für die Modellregion Dresden entwickelt und schrittweise in die Praxis umgesetzt.
Klimawandel in Sachsen
Für Sachsen ergeben nach heutigem Kenntnisstand Berechnungen mit einem eher moderaten Emissionsszenario (SERS-Szenario B2) einen mittleren Temperaturanstieg von etwa 2 Grad bis 2050 gegenüber der Referenzperiode 1981 bis 2000. Dabei wird der stärkste Temperaturanstieg im Winter erwartet.
Wie in folgendem Diagramm deutlich wird, verändert sich das Auftreten und die Häufigkeit von Wetterlagen und damit der Feuchte- und Temperatureintrag in die Region. So ist insbesondere der Temperaturanstieg im Winterhalbjahr in engem Zusammenhang mit der Eintrittshäufigkeit und der Andauer von Westwetterlagen zu sehen. Diese stieg während der letzten 30 Jahre um rund 50 Prozent.

Klimatrend für Dresden
Wie sich die gegenwärtige und künftige Klimaveränderungen in den langjährigen Mitteltemperaturen für den Dresdner Raum darstellen, verdeutlicht die unten stehende Abbildung. Um Klimaveränderungen von kurzfristigen Störungen in normalen Witterungsverläufen trennen zu können, sollten ausreichend lange Zeiträume betrachtet und Messwerte über mindestens 30 Jahre gemittelt werden.Das Diagramm zeigt die mittlere Temperatur Dresdens. Die Werte für 1980 bis 2009 wurden jeweils über die zurückliegenden 30 Jahre gemittelt. Das kontinuierliche Ansteigen der Jahresmitteltemperatur ist unverkennbar.
Anstieg pro Dekade:
- 1950 bis 1980: 0,03°C pro Dekade
- 1980 bis 2009: 0,27°C pro Dekade
- bis 2050: 0,4 ... 0,7°C pro Dekade


Überblick
Eine umfassende Gesamtübersicht zum Klimawandel in Sachsen veröffentlichte das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft im September 2008. Darin werden auch regionale Unterschiede in der Betroffenheit von jahreszeitlich differenziert verlaufenden Temperaturerhöhungen, Niederschlagsrückgängen bis zu markanten Veränderungen in der Vegetation (zum Beispiel bei der Baumartenzusammensetzung von Wäldern) deutlich.
Mehr erfahren Sie auf der Internetseite des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft:
