Lkw-Führung in der Landeshauptstadt Dresden

Wirtschaftsverkehr (Bestand)
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In diesem Plan ist das Hauptverkehrsstraßennetz (HVS) der Landeshauptstadt Dresden (Summe aller farbigen Trassenlinien – grau, orange, grün) dargestellt (Prognosehorizont 2020). Eine Teilmenge aus diesem Netz bilden diejenigen Straßentrassen des HVS (orange Linien), die laut verwaltungsinterner Fortschreibung des 1994er Verkehrskonzeptes von 2003 besonders dem Wirtschaftsverkehr dienen bzw. als dessen Vorzugsrouten gelten können. Aus diesem orangefarbenen Netz wurde wiederum eine Teilmenge (grüne Trassen) ausgewiesen, die den Lkw-Quelle-/Zielverkehr laut Lkw-Führungskonzept aufnehmen soll. Auf diese Weise entsteht eine Netzhierarchie für den Güter- und Wirtschaftsverkehr in Dresden.

Lkw-Führungskonzept
Einführung und Hintergrund
Das Erstellen eines Lkw-Führungskonzeptes leitet sich aus den Anforderungen der Luftreinhaltung, der Lärmminderung sowie der Erhöhung der Verkehrssicherheit ab und hat seinen gesetzlich fixierten Hintergrund in der Luftqualitätsrahmenrichtlinie 1996/62/EG, die durch die 7. Novelle des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) und deren Durchführungsbestimmungen in nationales Recht umgesetzt wurde.
Lkw-Führungssysteme sind vor diesem Hintergrund in den letzten Jahren verstärkt in das Blickfeld eines modernen Verkehrsmanagements geraten und werden in verschiedenen bundesdeutschen Städten, so z. B. in Bremen praktiziert. Die Landeshauptstadt Dresden ist gegenwärtig dabei, sich als prosperierender Wirtschaftsraum ebenfalls dieses Themas anzunehmen.
So hatte der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden bereits Anfang des Jahres 2006 Interessensvertreter der Wirtschaft, des Transportgewerbes sowie weitere Partner zu einem "runden Tisch" geladen. Hier wurde das Aufstellen eines Lkw-Führungskonzeptes bestätigt.
In einem ständigen und sehr konstruktiven Dialog mit Vertretern des Speditions- und Logistikgewerbes wurde das Konzept, dessen Ziele es sind, Umweltbelastungen zu reduzieren, Verkehrssicherheit zu erhöhen und dennoch die leistungsfähige Abwicklung des Güterverkehrs ohne unmittelbar restriktiv wirkende Eingriffe zu gewährleisten, in seinen Hauptzügen erarbeitet.
Kerngedanke des Lkw-Führungskonzeptes ist der Aufbau eines Leitsystems, mit dessen Hilfe die Fahrzeuge des Güterkraftverkehrs (Kleintransporter und LKW) auf Routen orientiert werden, die hinsichtlich der Belastungssituation der Bürgerinnen und Bürger in Dresden weniger kritisch sind. Das Konzept ist speziell auf die Quelle-/Zielverkehre ausgerichtet, also auf alle Güterverkehre, die von außerhalb Dresdens kommend (oder nach da laufend) eine oder mehrere Gewerbestandorte in Dresden aufsuchen, um Güter anzuliefern bzw. abzuholen. Es umfasst ein vom Stadtrand bis zu den Gewerbestandorten durchgängig geführtes Beschilderungssystem (Gewerbeflächenleitsystem). Die Fahrzeuge sollen damit so geführt werden, dass der Weg auf innerstädtischen Straßen minimiert und weitestgehend die Möglichkeit der Umfahrung der Stadt über die Autobahnen BAB A4 und BAB A17 genutzt wird.
Dass ein solches System dem Transportgewerbe entgegenkommt, zeigen vor allem die Ergebnisse der Güterverkehrszählung 2005¹. Hier konnte nachgewiesen werden, dass die Fahrzeugführer bereits heute bestrebt sind, diese Strategien praktizieren, um zeitaufwendige Stadtdurchfahrten zu vermeiden. Im Vergleich zum Jahre 1996 ist der Anteil der die Stadt Dresden durchfahrenden Sattelzüge um 40%, der Anteil der Lkw um 34% und der von Gefahrguttransporter sogar um 47% gesunken.

Güterverkehr
Es wird nun darauf ankommen, einerseits die für den Wirtschaftsverkehr notwendige Verkehrsinfrastruktur zu komplettieren (S 177 als Ostumfahrung Dresdens) und andererseits ein zunächst statisches Leitsystem, später eine Einspeisung in entsprechende Navigationssysteme zu erreichen, um die Potentiale des bereits vorhandenen Verkehrswegenetzes (hier: die Straße) auch effektiv nutzen zu können.
Strategien und konzeptioneller Ansatz
Grundsätzlich kann von zwei Strategien der Zielführung von Lkw gesprochen werden:
- die individuelle Zielführung, wobei der Kraftfahrer die Routenwahl weitgehend unter Nutzung von speziellen Stadtkarten oder mit Hilfe von Navigationssystemen selbst vornimmt sowie
- die kollektive Zielführung, wobei sich der Kraftfahrer auf statische und dynamische Wegweisesysteme stützt.
Der konzeptionelle Ansatz der Lkw-Führung der Landeshauptstadt Dresden verfolgt in Kombination beide Möglichkeiten, um eine möglichst breite Klientel von Kraftfahrern sowie auch die verladende Wirtschaft zu erreichen.
Das Konzept legt die vorhandenen und geplanten Gewerbestandorte der Landeshauptstadt Dresden sowie das ausgewiesene Hauptverkehrsstraßennetz, insbesondere das Bundes- und Staatsstraßensystem, zugrunde. Die BAB A 4 und BAB A 17 spielen dabei die wesentliche Rolle.
Um die oben genannte Zielstellung zu erreichen und dem Lkw-Quelle-/Zielverkehr in Dresden den räumlich und zeitlich kürzesten Weg (unter Umgehung der zu schützenden Gebiete) nachvollziehbar weisen zu können, wird das Stadtgebiet in Sektoren aufgeteilt. Innerhalb dieser Sektoren befindet sich jeweils eine Anzahl vorhandener und geplanter Gewerbegebiete. Jedem dieser Sektoren und damit den darin befindlichen Gewerbegebieten ist eine (die nächstgelegene) Autobahnanschlussstelle zugeordnet. Von dieser Autobahnanschlussstelle zum Gewerbestandort wird sodann eine Fahrstrecke unter den oben definierten Gesichtspunkten auf dem Hauptverkehrsstraßennetz ausgewiesen. Wichtig ist dabei, Quelle-Ziel-Verkehre so lange als möglich auf diesen ausgewiesenen Streckenabschnitten gebündelt zu führen.

Autobahnanschlussstellen
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Funktionsweise und territoriale Anwendung
Dem Kraftfahrer wird im Vorfeld seiner Dresden-Fahrt durch den Empfänger oder der Spedition mitgeteilt, in welchem Sektor sich sein Ziel befindet bzw. informiert er sich über Internet oder Lkw-Stadtplan selbst. Bei seiner Anfahrt über die Autobahn wird er mit Hilfe des oben genannten Beschilderungssystems (einfache, schnell erfassbare Buchstaben-/Zahlenkombination) zur dem Zielgebiet zugeordneten Autobahnanschlussstelle gelotst. Der Lkw verlässt hier die Autobahn und wird über das Beschilderungssystem weiter auf den durch die Stadt vorgegebenen Routen bis zu seinem Ziel geführt.
Vorinformationstafel
Indizierung der Zielgebiete an den Anschlussstellen

Routeninformationen an Verzweigungen der Autobahn
Indizierung der Zielgebiete an Knotenpunkten
Wegweisung zu Aufkommensschwerpunkten des Wirtschaftsverkehrs
Erarbeitungsstrategie und Abstimmungen
Die Landeshauptstadt Dresden hat mit Beginn der Erarbeitung des Lkw-Führungskonzeptes auf eine sehr enge, kooperative Zusammenarbeit mit den Vertretern der Wirtschaftsunternehmen, des Speditions- bzw. Transportgewerbes sowie auch mit den umliegenden Gebietskörperschaften (Städte und Landkreise) gesetzt und diese in die einzelnen Erarbeitungsphasen des Konzeptes einbezogen. Neben vielen Einzelabstimmungen und Konsultationen fanden u. a. zwei Workshops und mehrere Zwischenpräsentationen (z. B. bei der Industrie- und Handelskammer Dresden oder der Fachgruppe Verkehr der Euroregion Elbe/Labe) statt. Die aus diesen Gesprächen gewonnenen Erkenntnisse wurden in das Konzept eingearbeitet.
An dieser Stelle soll allen Kooperations- und Abstimmungspartnern Dank und Anerkennung für ihr konstruktives und engagiertes Mitwirken gezollt werden; darunter;
- Industrie- und Handelskammer Dresden,
- Güterverkehrszentrum Dresden,
- Sächsischer Binnenhafen Oberelbe GmbH,
- Landesverband des Sächsischen Groß- und Außenhandels e. V.,
- Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes,
- ADAC Sachsen e. V.,
- Autobahnamt Sachsen,
- Regionale Planungsstelle Radebeul,
- Regierungspräsidium Dresden (jetzt Landesdirektion),
- Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, Abt. Verkehr und Straßenbau,
- alle umgebenden Landkreise,
- die Städte Heidenau, Freital und Radebeul,
- alle Ortschaften und Ortsämter der Landeshauptstadt Dresden sowie die von diesem Thema betroffenen Fachämter.
Umsetzungsschritte und weiteres Vorgehen
Die nächstliegenden Arbeitsschritte sind:
- Erstellen der Druckversion des Lkw-Stadtplanes
- Verteilung des Stadtplanes an Fahrer, Speditionen, verladende Wirtschaft, Behörden etc.
- Erstellen einer Internetversion
- Intensive Öffentlichkeitsarbeit über Verbandszeitschriften (IHK usw.)
- Einbringen des Führungssystems in die Navigationssysteme
- Luftreinhalte- und Aktionsplan der Landeshauptstadt Dresden 2008 (alt)
- Luftreinhalte- und Aktionsplan der Landeshauptstadt Dresden 2011 (aktuell)
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¹ LUB Consulting GmbH: Güterverkehrszählung 2005, Studie im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden, Hauptabteilung Mobilität
