Lichtgestaltung

Lichtinstallationen am Rathaus zum 100jährigen Jubiläum des Gebäudes, 2010
Lichtkünstler: Andrea Hilger, Arend Zwicker, Paul Göschel
Lichtgestaltung
Neben den Anforderungen an die Verkehrssicherheit, die Energieeffizienz, an den Immissions- und Artenschutz und an Belange der Kriminalprävention spielen gestalterische Aspekte bei der Lichtplanung eine große Rolle. Mit der Lichtgestaltung von Straßen und Plätzen und der Anstrahlung von Gebäudefassaden können diversifizierte, angenehme Lichtstimmungen und Raumwirkungen erzeugt werden. Die Attraktivität des Dresdner Stadtbildes und Aufenthaltsqualität der öffentlichen Straßen und Plätze werden durch eine gute Lichtgestaltung auch nach Anbruch der Dunkelheit gesteigert und so der Bedeutung Dresdens als Kultur- und Tourismusmetropole Rechnung getragen. Mit dem Ziel, die spezifische Stadtstruktur besser erlebbar zu machen, indem Lichtgestaltungselemente systematisch und gezielt eingesetzt werden können, wurde vom Stadtplanungsamt der Lichtmasterplan zunächst für die Dresdner Innenstadt in Auftrag gegeben.
Kontakt
Landeshauptstadt Dresden
Stadtplanungsamt
Abteilung Stadtplanung Innenstadt
Frau Mau
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Lichtmasterplan Innenstadt
Mit dem Lichtmasterplan liegt der Stadt Dresden ein verbindliches Konzept für die Lichtgestaltung der Dresdner Innenstadt innerhalb des sogenannten 26er Ringes vor. Der Lichtmasterplan Innenstadt wurde durch das Dortmunder Büro Winkels & Partner auf Grundlage umfangreicher Analysen in mehreren Schritten erarbeitet und ist im September 2010 durch den Stadtrat als verbindliches Rahmenkonzept bestätigt worden. Mit dem Lichtmasterplan wird das Ziel verfolgt, ein harmonisches und gleichzeitig differenziertes Nachtbild der Innenstadt zu entwickeln. Die Beachtung der Anforderungen an die Verkehrssicherheit, an energie- und kosteneffiziente Beleuchtungsanlagen sowie der Anforderungen des Arten- und Naturschutzes sind bei der Umsetzung der Ziele des Lichtmasterplans selbstverständlich.
Ein Schwerpunkt des Lichtmasterplans ist die Optimierung der Lichtqualität im Bereich der Altstädter Silhouette, um der Bedeutung dieser bekannten Stadtansicht bei Dunkelheit Rechnung zu tragen. Nach den Vorgaben des Lichtmasterplanes sollen die Lichtstärken und -farben der Gebäudeanstrahlungen, die silhouettenwirksam sind, so aufeinander abgestimmt werden, dass ein ausgewogenes Gesamtbild der Silhouette erreicht wird. Die Ziele des Lichtmasterplans zur Silhouette wurden bereits bei der Anstrahlung der Frauenkirche, des Albertinums oder der Hofkirche beachtet.
- Gesamtkonzept; Lichtmasterplan Dresden Innenstadt (*.pdf, 42779 KB)
- Übersichtsplan; Lichtmasterplan Dresden (*.pdf, 6262 KB)

Silhouette – Vorgaben des Lichtmasterplans zu den Lichtfarben
Die Anstrahlung der innerstädtischen Elbebrücken, vor allem der Augustusbrücke ist ein weiteres Ziel des Lichtmasterplans, um insbesondere die Verbindung zwischen Altstädter und Neustädter Seite attraktiver zu gestalten und die Brückenbauwerke in die Silhouettenwirkung zu integrieren.
Für den Altstädter Promenadenring ist die Umsetzung einer einheitlichen Lichtgestaltung geplant, um diesen als zusammenhängende, prägende Stadtstruktur erlebbar zu machen. Die Umsetzung dieses Planungsziels ist eng mit der Gesamtgestaltung des Promenadenrings als attraktiver Freiraum verknüpft.
Entlang der Hauptachse, der Raumfolge vom Hauptbahnhof bis zum Albertplatz sollen unter anderem die Blick- und Wegebeziehungen durch die lichtgestalterische Akzentuierung von Gebäuden und Gebäudeteilen und das Schaffen von differenzierten Lichträumen besser erlebbar werden.

Die Lichtgestaltung der wichtigen innerstädtischen Straßen und Plätze und zentraler Bereiche der Vorstädte wie die Stadteingänge und der sogenannte 26er-Ring als äußere, begrenzende Radiale der Innenstadt sind weitere Themen für die künftige Lichtgestaltung. Im Zuge der Baumaßnahmen von Straßen und Plätzen wie dem Neumarkt, dem Postplatzes, dem Altmarkt oder der Wilsdruffer Straße wurden Lichtkonzepte basierend auf den Vorgaben des Lichtmasterplans bereits realisiert.
Die Lichtqualität soll in der Innenstadt durch die einheitliche Verwendung der Lichtfarbe warmweiß (3200 Kelvin) für alle öffentlichen Beleuchtungsanlagen verbessert werden. Warmweißes Licht führt zu einer besseren, natürlicheren Wahrnehmbarkeit von Farben und Kontrasten. Die Reduzierung der Lichtverschmutzung durch ungerichtetes Licht und Blendungen sollen durch geringe Lichtpunkthöhen, die verdeckte Anordnung von Leuchtmitteln und den Einsatz von Spiegel-Werfer-Technik erreicht werden.
Die Umsetzung des Lichtmasterplans erfolgt schrittweise. Die Stadt übernimmt die Aufgabe, die Anpassungen der öffentlichen Beleuchtung an den Lichtmasterplan vorzunehmen, weitergehende Konzepte und Planungen für Anstrahlungsprojekte vorzubereiten und zu begleiten und private Bauherren auf Grundlage des Lichtmasterplans bei der Lichtgestaltung ihrer Gebäude zu beraten.
Anstrahlung „Blaues Wunder"
Neben dem Stadtzentrum steht die Loschwitzer Elbbrücke, das sogenannte „Blaue Wunder" im Fokus der Lichtgestaltung. Das Brückenbauwerk ist ein touristischer Anziehungspunkt und ein „Wahrzeichen" für Dresden und die Anstrahlung der Elbebrücke zur Stärkung der Ortsteilzentren Blasewitz und Loschwitz von besonderer Bedeutung. Um das Blaue Wunder ins rechte Licht zu rücken, wurde im Auftrag des Stadtrates eine Planung für die Anstrahlung des Blauen Wunders erarbeitet. Geplant ist eine dezente Anstrahlung der Brückenkonstruktion mit energieeffizienten LED-Strahlern. Durch die Reflexion der kaltweißen Lichtfarbe auf der bläulichen Metalloberfläche wird auch bei Dunkelheit die räumlich-filigrane Tragstruktur und Materialität der Brücke im relativ dunklen Stadt- und Landschaftsraum erlebbar werden. Auf die Anstrahlung der Brückenpfeiler wird aus Gründen des Artenschutzes verzichtet. Die dauerhafte Anstrahlung der berühmten Elbebrücke ist ab dem Jahr 2011 geplant.

Visualisierung der geplanten Anstrahlung, Lichtkunst Zwicker, 2008



























