Ur-Löbtau - vom Bauerndorf zur Vorortgemeinde
Die erste Besiedlung erfolgte etwa 4.500 Jahre v. Chr. Im 7. Jhd. besiedelten die Sorben das Land. In Altlöbtau entstand eine typisch sorbische Dorfanlage. In der Mitte des Dorfes gab es eine gemeinsame Brunnenanlage. Die Weißeritzaue wurde für die Viehzucht genutzt. Südlich der Dorfanlage verlief ursprünglich eine größere Straße nach Dresden, die heutige Kesselsdorfer Straße.
Die Bezeichnung Löbtau stammt wahrscheinlich von liubtituva, für „Liebe Aue" oder ist bezogen auf die Flusslandschaft - liubitac entsprechend „Dahinschlängeln". Über die Zeit hat der Name „Löbtau" unterschiedliche Schreibweisen erfahren, wobei sich ab 1633 die heute übliche Schreibform durchsetzte.

Eingangsbereich zum alten Löbtauer Rathaus in der Tharandter Straße
Am 08. Oktober 1068 wurde Löbtau erstmals urkundlich erwähnt, und ist somit der älteste Ort innerhalb der weiteren Umgebung. Ein Großteil der Löbtauer Auen wurden der Viehzucht gewidmet, was der Ortschaft den Spitznamen „Kuhlöbte" einbrachte.
Der Ort entwickelte sich zur Vorstadtgemeinde. Mitte des 19. Jhd. setzten mit der Industrialisierung große Veränderungen ein. Entlang der Eisenbahn siedelten sich zahlreiche Industriebetriebe wie Maschinenbauanstalten und Eisengießereien an. Damit wuchs auch der Bedarf an Wohnraum für die Arbeiter.

Dorfplatz von Altlöbtau vor 1945

Eingang ins Dorf Löbtau um 1830; heute etwa Ecke Lübecker Straße/Wernerstraße

Würfelhäuser nach Vorstellungen von Emil Überall; hier in der Deubener Straße typische Bauweise auch in Löbtau

Löbtau während der Gründerzeit um 1887

Gröbelstraße 14 Ecke Kesselsdorfer Straße 11; Kaufhaus Magnet um 1970
1864 wurde der erste Löbtauer Bauplan entwickelt. Der Verkehr auf den Löbtauer Straßen nahm ständig zu. Durch die neuen Ansiedlungen auf der Löbtauer Flur blieb nur noch wenig von der alten Bauerngemeinde übrig.

Bebauungsplan um 1919; Ausschnitt des heutigen Bonhoefferplatzes
1875 wurde Emil Überall beauftragt, für alle bebaubaren Flurteile Löbtaus einen Bebauungsplan anzufertigen. Er unterbreitete konkrete Vorschläge zu Straßenführungen, Bauflächen, Platz- und Grünanlagen sowie zu Abstandsflächen und Gebäudestruktur.
Nicht alle Vorschläge wurden umgesetzt, jedoch ist die Bebauung in offener Bauweise, im Volksmund auch als „Würfelhäuser" bzw. als „Dresdner Kaffeemühlen" bezeichnet, bis heute weitgehend erhalten geblieben.
Die drei- bis viergeschossigen Wohnhäuser in offener Bauweise mit ca. 14 m Hausabstand und teilweise zugehörigen Vorgartenbereichen wurden durch die im rechteckigen Raster angelegten Straßenzüge begrenzt. In einigen Quartieren wurden, überwiegend in der Regie von Wohnungsgenossenschaften, auch Block- und Zeilenbebauungen errichtet.
Aufgrund der rasanten Industrialisierung, des erforderlichen Wohnungsbaus und der daraus resultierenden Verflechtungen der Vorortgemeinde mit der Stadt Dresden erfolgte im Jahr 1903 schließlich die Eingemeindung von Löbtau nach Dresden.

Luftaufnahme von Walter Hahn von 1932; Ansicht von Südosten in Richtung Friedenskirche
- Stadterneuerung in Löbtau von 1993 bis 2003
- Stadterneuerung in Löbtau seit 2003 mit Ausblick bis 2018
- Freiraum- und Brachenkonzept für das Sanierungsgebiet Löbtau
- Einleitungsseite - Gebietstypik - Sanierungsgebiet Dresden-Löbtau
- Löbtau im Wandel - Stadterneuerung für Dresden - Ausstellung
- Sanierungsgebiet Dresden-Löbtau-Süd (*.pdf, 17 KB)
- Ergänzungssatzung Dresden-Löbtau (*.pdf, 23 KB)
