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Waldschlösschenbrücke - Brückenkopf

Gutachterverfahren zur Einbindung rechtselbischer Brückenkopf

Anlass und Zweck des Verfahrens

Mit der Weiterführung der Planung für die Waldschlösschenbrücke wurde es erforderlich, die Einbindung des rechtselbischen Brückenkopfes unter den aktuellen Ausgangsbedingungen zu optimieren.

Gegenüber der Wettbewerbsausschreibung 1997 hatten sich im rechtselbischen Bereich auch aufgrund des Hochwasserereignisses vom August 2002 die Rahmenbedingungen der Einbindung der Brücke geändert. So musste unter anderem die Gradiente der Brücke im Bereich des Tunnelportales um ca. 1,0 m angehoben werden. Das im Brückenwettbewerb 1997 noch geforderte Umstiegsbauwerk der Straßenbahnhaltestelle entfiel mit dem Wegfall der Straßenbahnplanung. Hinzugekommen ist nunmehr die westliche Zufahrtsrampe aus der Bautzner Straße und die Abbiegespur im Portalbereich in den östlichen Tunnel der Bautzner Straße, so dass eine Aufweitung des Portales notwendig wurde.

Durch die besondere Lage der Waldschlößchenbrücke und ihres rechtselbischen Brückenkopfes, die von dem Landschaftsbild der Elbaue als sowohl maßgeblichstem stadtbildprägenden Raum Dresdens als auch in seiner Funktion als wertvoller Freizeit- und Erholungsraum der Bewohner, welcher insbesondere in seiner landschaftlich reizvollen Aufweitung am Brückenstandort als wertvoller Erlebnisraum betrachtet wird und unter Naturschutz steht, gekennzeichnet wird.

Die Wertigkeit der prägenden Symbiose von Stadt, Stadtsilhouette und dem weiten Landschaftsraum der lieblichen Elbaue als einmalige Situation von weltweiter Bedeutung ist als sehr hoch einzuschätzen. An alle Bauwerke in diesem Bereich ist deshalb ein besonders hoher gestalterischer Anspruch zu legen.

Aus diesen Gründen wollte sich der Auslober im Zuge dieses Gutachterverfahrens kreative Ideen für die neu zu formulierende Einbindung des rechtselbischen Brückenkopfes in den städtebaulich bedeutenden und sensiblen Landschaftsraum aufzeigen lassen. Die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Lösung soll die Grundlage der weiteren Planung bilden.

Das Verfahren wurde als anonymes, einstufiges Gutachterverfahren mit 6 eingeladenen Teilnehmern ausgeschrieben. Auslober des Verfahrens war die Landeshauptstadt Dresden, vertreten durch den Geschäftsbereich Stadtentwicklung/Stadtplanungsamt.

Entwurfsaufgabe

Die Bearbeitungsaufgabe umfasste den Bereich des rechtselbischen Brückenkopfes einschließlich aller topographischen Veränderungen und der funktional erforderlichen Fuß- und Radwegebeziehungen zwischen Bautzner Straße und Körnerweg. Nicht bearbeitet werden sollten das Ingenieurbauwerk der Brücke selbst sowie die Lage und Ausformung des Körnerweges und der Bautzner Straße sowie der Zufahrtsrampen und ihrer Ingenieurbauwerke. Die Lösung der Entwurfsaufgabe durfte keine planfeststellungsrelevanten Betroffenheiten erzeugen, um das eingeleitete Planfeststellungsverfahren nicht zu gefährden.

Es wurde die gestalterische Auseinandersetzung mit der Einbindung des Brückenkopfes in die vorhandene Topographie erwartet. Hier stellten sich zwei grundsätzliche Ansätze dar:

zum einen die Formulierung einer überwiegend landschaftlichen Einbindung mit entsprechenden landschaftsgestalterischen Mitteln trotz der geplanten begrenzten räumlichen Ausdehnungsmöglichkeit über dem Tunnelportal und zum anderen eine Lösung, die den Übergang zwischen Brückenkopf und Bautzner Straße architektonisch löst und damit die Brücke selbst als Bauwerk direkt an die Stadtkante Bautzner Straße anbindet.

Beachtung sollten die vorhandene Topographie und die vorhandenen Bäume finden sowie die Anzahl der bisher geplanten Neu-pflanzungen, hinzukommende Änderungen sollten sich auf die Eingriffs-/Ausgleichsbilanz nicht auswirken.

Die notwendigen Wegebeziehungen für Fußgänger und Radfahrer mussten gewährleistet und behindertengerecht (Steigung, Beleuchtung) geplant werden.

Eingeladene Teilnehmer

Kolb+Ripke Architekten, Berlin, mit Kretzschmar & Partner, Dresden

Heinle, Wischer und Partner, Dresden, mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden

Architekturbüro Hänsch, Dresden, mit W. Bauer, Dresden

Prof. Winking Architekten, Hamburg, mit Arbos Landschaftsarchitekten, Hamburg

Pahl+Weber-Pahl, Darmstadt, mit A. Bezzenberger, Darmstadt

Gabriele Kiefer, Berlin, mit Georg Scheel Wetzel Architekten, Berlin

Lageplan

Lageplan Bearbeitungsgebiet

Ergebnisse

Das Preisgericht tagte am 14.04.2003 im Kulturrathaus Dresden. Mitglieder des Preisgerichtes unter dem Vorsitz von Hr. Prof. Marg waren:

  • Herr Bürgermeister Feßenmayr, GB Stadtentwicklung
  • Herr Professor Marg, von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg
  • Herr Professor Wehberg, WES & Partner, Hamburg
  • Herr Dr. Kirsten, Landesamt für Denkmalpflege
  • Herr Kummer, amt. Amtsleiter Stadtplanungsamt
  • Herr Köttnitz, Amtsleiter Straßen- und Tiefbauamt (ab 14:30 Uhr)
  • Frau Pochert, Abteilungsleiterin Planung/Entwurf/Neubau, Grünflächenamt (Vertretung für Dr. Korndörfer, Umweltamt)
  • Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

    3 Arbeiten wurden nach dem Wertungsrundgang ausgeschieden:
    Arbeit-Nr.

    • 1112 Gabriele Kiefer, Berlin, mit Georg Scheel Wetzel Architekten, Berlin
    • 1116 Heinle, Wischer und Partner, Dresden, mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
    • 1115 Kolb+Ripke Architekten, Berlin, mit Kretzschmar & Partner, Dresden

    In Einzelabstimmung wurden der 1. bis 3. Platz wie folgt vergeben:
    Arbeit-Nr.

    • 1114 1. Platz Architekturbüro Hänsch, Dresden, mit W. Bauer, Dresden
    • 1111 2. Platz Pahl+Weber-Pahl, Darmstadt, mit A. Bezzenberger, Darmstadt
    • 1113 3. Platz Prof. Winking Architekten, Hamburg, mit Arbos Landschaftsarchitekten, Hamburg

Auszüge aus der Beurteilung des Preisgerichtes zum 1. bis 3. Preis:

1. Preis: Architekturbüro Hänsch, Dresden, mit W. Bauer, Dresden

Lageplan 1. Preis 1114

Lageplan 1. Preis 1114

Die Arbeit besticht durch die Treffsicherheit des gestalterischen Ansatzes für eine Symbiose von Landschaftstopographie und Ingenieur-Kunstbauwerk. Die asymmetrische städtebauliche Situation und Funktion wird in ungezwungener Selbstverständlichkeit durch ein asymmetrisches Arrangement der Tunneleinfahrt gestalterisch geschickt bewältigt.

Anstelle seitlicher Stützmauern werden gefällige Böschungen angeboten. Das Motiv der bestehenden Stützmauer aus Elbsandstein wird in der Brüstung über der Tunneleinfahrt aufgegriffen. Diese erscheint nicht als Loch, sondern großzügig weit geöffnet. Die einseitige Bushaltestelle samt Lift ist geschickt für eine reizvolle Kombination von Treppe, Fahrstuhl und Regenschutzdach genutzt.

Die Oberflächengestaltung der Plattform über dem Tunnel ist noch zu differenzieren. Die Bepflanzung mit großen Bäumen erscheint fragwürdig. Insgesamt ist der Entwurf bei aller landschaftlichen Großzügigkeit im Aufwand bescheiden und damit ebenso wirkungsvoll, wie sparsam.

2. Preis: Pahl+Weber-Pahl Architekten, Darmstadt-Leipzig

Lageplan 2. Preis 1111

Lageplan 2. Preis 1111

Die landschaftlich sensible Synthese aus Hangtopgraphie und Tunneleinfahrt wird lobend anerkannt. Die Plattform über der Tunnelöffnung ist sorgfältig differenziert, aber als Ort des Verweilens aus akustischen Gründen zweifelhaft.

Der überzeugende stadtlandschaftliche Entwurfsansatz wird durch wenig geschickte Gestaltungsdetails geschmälert. Die beiderseitigen Stützwände im Kurvenverlauf der Einfahrten überschneiden sich mit der Brüstung der Plattform.

Die Unentschiedenheit zwischen Symmetrie und Asymmetrie spiegelt sich in der Unentschiedenheit, ob vertikaler oder schräger Aufzug Verwendung finden sollen. Die skulpturale Gestaltung der Lüftungstrennwand auf und vor dem Tunnel weist allzu deutlich auf die Problematik des Versuches hin, aus der Technischen Not eine bildhauerische Tugend zu machen.

3. Preis: Prof. Winking Architekten, Hamburg, mit Arbos Landschaftsarchitekten, Hamburg

Ansicht, Schnitt 3. Preis 1113

Ansicht, Schnitt 3. Preis 1113

Der Entwurf überzeugt in seiner Klarheit, Knappheit und Einfachheit, mit der der Dialog frei geformter Landschaftsgestaltung und architektonisch-geometrischer Tunneleinfassung in Szene gesetzt wird. Diese kontrastreiche Formulierung arbeitet mit sparsamen Mitteln und in dem Bemühen, das Ein- und Ausfahren für den Autofahrer wahrnehmbar deutlich zu akzentuieren.

Die architektonische Gestaltsprache wirkt in ihrer an sich schönen kubischen Strenge allerdings etwas fremdartig zur Brückenarchitektur. Die monumentalen Lampenhäuser wären anstelle der oberen »Bonsai-Eichen« plausibler. Das Motiv einer Gambionenmauer anstelle der herausgezo-genen Tunneltrennwand ist als Metapher schwer verständlich.

Insgesamt überzeugt der Entwurf durch den kontrastreichen Dialog von gesetzter Architekturgestalt und freier Landschaftsgestaltung. Einen Überblick über alle sechs Arbeiten können Sie gewinnen, wenn Sie hier eine Datei im pdf-Format aufrufen.

Kontakt

Landeshauptstadt Dresden
Stadtplanungsamt
Abteilung Stadtplanung Innenstadt
Frau Tauber

 
Postfach 12 00 20
01001 Dresden
 
Technisches Rathaus
Hamburger Straße 19
01067 Dresden
2. Etage, Zimmer 2042
Stadtplan 
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0351-4883577
 
0351-4883456
Barriereführer-ID 
Zugang für Körperbehinderte
Modellfoto 1. Platz 1114

Modellfoto 1. Platz 1114

Modellfoto 2. Platz 1111

Modellfoto 2. Platz 1111

Modellfoto 3. Platz 1113

Modellfoto 3. Platz 1113

Modellfoto 1112

Modellfoto 1112

Modellfoto 1116

Modellfoto 1116

Modellfoto 1115

Modellfoto 1115





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