Abriss und Altlastensanierung des ehemaligen Glaswerkes
Schon im frühen 19. Jahrhundert existierten kleinere Glashütten in der Umgebung von Dresden. 1862 kaufte Hans Siemens die kleine Löbtauer Tafelglasfabrik. Nach dessen Tod übernahm 1867 sein Bruder Friedrich Siemens die Fabrik. Dieser baute durch moderne Produktionsweisen die Herstellung von Flaschenglas in großen Mengen aus, so dass die Fabrik expandieren konnte. In den 30er Jahren galt das Werk als größter Glasflaschenproduzent Europas. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges erfolgte der Wiederaufbau. Der 70 m hohe Schornstein prägte neben dem gewölbten Betondach der großen Backsteinhalle den Stadtraum. 1979 erfolgte die Gründung als VEB Vereinigte Beleuchtungswerke Dresden. Durch die politische und wirtschaftliche Wende kam im Dezember 1991 die Produktion endgültig und gänzlich zum Stillstand. Das Areal wurde zur großflächigen Industriebrache, deren Grund durch die intensive Glasverarbeitung mit Altlasten behaftet war.

Die Dresdner Glasfabrik auf ihrem Ausgangsstandort östlich der Freiberger Straße (linke Bildmitte) um 1886 mit Blick in Richtung Plauenscher Grund; westlich der Folgestandort nach Ausbau der Produktion (rechte Bildmitte); Quelle: Siemens Corporate Archives
Projektziel
Ziel der Revitalisierungsmaßnahme war es, die negative städtebauliche Wirkung, die von der Industriebrache ausging, zu beseitigen, wobei zudem zur Vermeidung negativer Umweltwirkungen die vorhandenen Altlasten saniert werden sollten. Nach der Aufbereitung sollte die Fläche als ein zentrales Grundstück in den stadtteilverbindenden Weißeritz-Grünzug eingebunden werden.
Projektinhalt und Ergebnisse
Die Landeshauptstadt Dresden begann bereits 1995 mit ersten Untersuchungen zur Revitalisierung der brachgefallenen Flächen zwischen Löbtauer und Freiberger Straße. Für die Umsetzung der Maßnahme wurden altlastenbehaftete Teilflächen, die privatwirtschaftlich nicht mehr vermarktbar waren, erworben.
Im Rahmen des Förderprojektes erfolgte schrittweise der umfangreiche Abbruch und die Beräumung der Hochbauanlagen, die Beseitigung der tiefbaulichen Anlagen mit teilweiser erheblicher Tiefenenttrümmerung und die Sanierung der Altlasten. Dabei erfolgte der Rückbau des 65-Meter hohen Industrieschornsteines mit gesonderter Vorbereitung. Für die Aufbereitung geeigneter Verfüllmassen wurde eine Recyclinganlage auf dem Gelände der Baustelleneinrichtung betrieben. Die gesamte Fläche (6.400 m²) wurde lagenweise aufgefüllt und mit Mutterbodenauftrag und Graseinsaat gegen Verwehung gesichert.
Mittlerweile wurden Flächenteile in den Grünzug Weißeritz integriert und bilden jetzt einen Teilabschnitt des Rad- und Fußweges. Gleichzeitig wurde auf dem Areal eine Sportanlage für Biker und Skater eingrichtet.
Effekte
Nach dem Abbruch wurde eine uneingeschränkte Nutzung für die Entwicklung als Grün- oder Erholungsfläche im hinteren Grundstücksbereich im Zusammenhang mit der Gestaltung des Weißeritz-Grünzuges als grünes Rückgrat des Gebietes zwischen Floßhofstraße und Ebertplatz möglich. Für den vorderen Teil des Grundstückes an der Freiberger Straße wird an einer Ansiedlungskonzeption für Unternehmen gearbeitet, die auch die benachbarten Grundstücke der Freiberger Straße in Richtung Kesselsdorfer Straße einbeziehen soll.
Maßnahmeträger
- Amt für Umweltschutz
- Amt für Wirtschaftsförderung
- Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft
Maßnahmekosten
1.725.366,86 €
Umsetzungszeitraum
14.04.2005 - 31.12.2006


Industriebrache des ehemaligen Glaswerkes



Abriss und Altlastensanierung


Anblick des Glaswerkareals nach den Abbruch- und Sanierungsarbeiten: Es entsteht eine große Grünfläche mit Biker- und Skaterparcours und ein Abschnitt des neu geschaffenen und bepflanzten Geh- und Radweg des Grünzugs Weißeritz

Neuer Skater- und Bikerparcourt
