Soziokultur und kulturelle Bildung
Mit dem Begriff Soziokultur wird eine vergleichsweise junge Praxis der Kulturarbeit beschrieben. Sie hat sich in Dresden erst in den vergangenen beiden Jahrzehnten entwickelt. Als Vorläufer können Bruchstücke der Breitenkultur in der DDR ebenso gelten wie kritische Formen der Kulturpraxis, die in den westlichen Bundesländern seit den frühen 1970er Jahren auftraten. Herausragendes Merkmal von Soziokultur ist der Anspruch, sich an der Gestaltung des eigenen Stadtteils und der Gesellschaft zu beteiligen und Menschen immer wieder von Neuem dafür zu motivieren. Dabei sind die Übergänge zwischen Kultur-, Jugend- und Sozialarbeit oftmals fließend.

Projektarbeit in der Kreativen Werkstatt Dresden
In Soziokultureinrichtungen wird grundlegendes „Handwerkszeug" zur (Selbst)Bildung vermittelt. Das Spektrum reicht vom Erlernen künstlerischer Techniken über den Erwerb von Kompetenzen zur Kunstrezeption bis hin zu Fähigkeiten, sich aktiv am Gesellschaftsdiskurs beteiligen zu können. Dabei sollen verschiedene soziale Schichten generationenübergreifend einbezogen werden. Beispielhaft kann hier das Mehrgenerationenhaus des „riesa efau - Kultur Forum Dresden" stehen.

Malkurs im Putjatinhaus
Ein besonderes Kennzeichen der Dresdner Soziokultur ist die starke Orientierung auf die bildenden Künste. Diese werden unter anderem in der Alten Feuerwache Loschwitz, der Kreativen Werkstatt Dresden und dem riesa efau besonders gepflegt. Eine jüngst durchgeführte Evaluation bestätigte die hohe Leistungsfähigkeit der soziokulturellen Einrichtungen in Dresden und hob das überdurchschnittliche Engagement der Akteure hervor.
