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Stadtweite Elternbefragung 2008

Bei den vorliegenden Ergebnissen handelt es sich um die vierte stadtweite Elternbefragung der Dresdner Elternschaft. Die erste Befragung fand im Jahr 1998 statt und wurde von der Landeshauptstadt Dresden initiiert und durchgeführt. Die zweite Elternbefragung fand im Jahr 2001 statt und wurde von der akzente GbR durchgeführt. Die dritte Elternbefragung war 2005.

Im November 2008 wurde die 4. Dresdner Elternbefragung durchgeführt. Sie verfolgte das Anliegen, quantitative und qualitative Betreuungsbedarfe von Familien zu erfassen und die Anregungen für die Weiterentwicklung des Angebotes der Kinderbetreuung in der Stadt Dresden zu nutzen. Insbesondere erfolgte eine Orientierung auf die pädagogische Arbeit in den Kindertageseinrichtungen, Horten und Kindertagespflegestellen sowie auf die Umsetzung des Sächsischen Bildungsplanes.

Die Fragebögen entstanden in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Statistikstelle, dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen, dem Stadtelternbeirat Kindertageseinrichtungen und Horte Dresden sowie Vertreterinnen und Vertretern freier Träger.

Die Meinungsumfrage erfolgte bei Familien, deren Hauptwohnsitz Dresden ist. Sie wurden durch ein Zufallsverfahren aus dem Einwohnerregister ausgewählt. Dabei handelte es sich um eine geschichtete Stichprobe. Es wurden drei Fragebögen entwickelt, welche zielgruppenorientiert versendet wurden, d. h.

  • an 853 Frauen unter 35 Jahren ohne Kinder und Haushalte mit Kindern unter einem Jahr (Teil 1),
  • an 1.534 Familien mit Kindern ab dem vollendeten 1. Lebensjahr bis zum vollendeten 6. Lebensjahr (Teil 2) und
  • an 1.510 Familien mit Kindern im Grundschulalter 1. bis 4. Klasse (Teil 3).

Erstmalig wurden auch die Hortkinder der Familien in die Befragung einbezogen.

Bei der Entwicklung der Fragebögen wurde nicht nur nach den Altersgruppen der Kinder, sondern auch nach thematischen Schwerpunkten differenziert. Diese waren

  • die (potenziellen) Betreuungswünsche der Bürger und Eltern für ihr Kind (Teil 1),
  • die pädagogische Arbeit der Kindertageseinrichtungen/Tagespflegestellen sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern. (Teil 2) und
  • die pädagogische Arbeit der Horte sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern (Teil 3).

Insgesamt wurden  3897 Fragebögen versendet. Die Rücklaufquote betrug 56 %.

Die Ergebnisse der Elternbefragung bestätigen die im Fachplan 2009/2010 beschriebenen Entwicklungen. So zeichnet sich z. B. ein deutlich steigender Betreuungsbedarf von Familien für die Altersgruppe der unter Dreijährigen ab. Perspektivisch wird für jedes zweite Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein Betreuungsplatz benötigt. Der Betreuungswunsch ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr wird von 90 Prozent der Befragten angegeben.

Mit der Einführung des Sächsischen Bildungsplans ergeben sich für die Tagespflegepersonen und Erzieher/-innen neue Herausforderungen. Ausgehend von einem neuen Bildungsverständnis ist es ein zentrales Anliegen, allen Kinder gleiche Bildungschancen einzuräumen und die Eltern als Erziehungspartner verstärkt in den Alltag des Kindes in einer Kindertagespflegestelle bzw. Kindertageseinrichtung einzubeziehen. Dieses Bildungsverständnis wird von den Eltern weitestgehend geteilt. Durchschnittlich jedes zweite Elternteil bestätigte, dass die Einführung des Sächsischen Bildungsplanes Auswirkungen auf die pädagogische Arbeit bzw. auf das Betreuungsangebot in ihrer Kindertageseinrichtung/Kindertagespflegestelle hat.

Die Ergebnisse bezüglich der Rahmenbedingungen bestätigen die Ergebnisse der Elternbefragung von 2005. Ein wichtiges Anliegen der Eltern besteht noch immer darin, über ein Betreuungsangebot zu verfügen, welches sich in der Wohnortnähe befindet. Insgesamt 93 % der Eltern bestätigten das.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass überwiegend ein starkes Interesse der Befragten an der inhaltlichen Schwerpunktsetzung in der Gesamtkonzeption der Einrichtung/Kindertagespflegestelle und der Gruppenstruktur zu verzeichnen ist, auch wenn die Bedeutung als Auswahlkriterium regional differenziert. Es ist zu vermuten, dass diese Differenzierungen durch das Interesse der Befragten selbst zustande kommen, andererseits könnten fehlende Informationen über das Dresdner Betreuungsangebot in Kindertageseinrichtungen Einfluss auf die Bedeutung der Auswahlkriterien haben.

Die Rückmeldungen der Eltern bestätigen, dass zwischen den Erzieher/-innen, der Tagespflegeperson und den Kindern eine Atmosphäre vorherrscht, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist. 80 % der Eltern stimmten dem zu.

Die Befragung verdeutlicht, dass für Eltern das Wohlbefinden ihres Kindes im direkten Zusammenhang mit der Befriedigung der Grundbedürfnisse ihres Kindes steht. Demnach ist das Vorhandensein einer Bezugsperson für das Kind, einer der wichtigsten Indikatoren. Das bestätigten im Durchschnitt 88 % der Eltern. 84 % der Eltern meinten, dass sich ihr Kind wohlfühlt, weil es einen strukturierten Tagesablauf erlebt, der durch klare zeitliche Vorgaben Orientierung und Sicherheit bietet. Dass sich ihr Kind wohlfühlt, weil es viele Freunde in der Kindertageseinrichtung/Kindertagespflegestelle hat und gern mit ihnen zusammen ist, fanden 81 %.  Rund drei Viertel (73 %) der Befragten gaben an, dass sich ihr Kind auch deshalb wohlfühlt, weil es viel Zeit hat, um ausreichend spielen zu können.

Erstmalig wurden auch Hortkinder in die Befragung einbezogen. 70 % der Kinder finden den Hort prima, dennoch wünschen sich die Kinder zu 75 % mehr Zeit für ein selbstbestimmtes Spiel. Dafür sind sie aber auch bereit, sich zu engagieren. Insbesondere bei der Ausgestaltung des Spiels.

Unser Dank gilt den Eltern und den Hortkindern, die sich an dieser Elternbefragung beteiligt haben. Nur auf der Grundlage ihrer Beteiligung ist es möglich, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote für die Kinder der Familien aus Dresden anzubieten.

Studie der TU-Dresden im Auftrag des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen zum Öffnungszeitenbedarf in Kindertageseinrichtungen

Ziel der Studie war die Erfassung des vorhandenen bzw. sich abzeichnenden Öffnungszeitenbedarfs und der praktizierten zeitlichen Inanspruchnahme der Einrichtungen, die Ermittlung der Flexibilitätsanforderungen durch die Arbeitswelt wie auch die lebensweltlichen Strategien, diese mit dem gegebenen Betreuungsmöglichkeiten in Einklang zu bringen. Befragtengruppen waren deshalb Mütter und Väter, Erzieherinnen und Erzieher sowie und Trägervertreterinnen und Trägervertreter.

Kernaussagen der Studie

  • 70 % der Eltern sind mit den angeboten Öffnungszeiten zufrieden - kaum Veränderungen zur Elternbefragung 2005
  • Allerdings haben sich die meisten Eltern mit den derzeitigen Bedingungen arrangiert
  • nicht ausreichend sind die derzeitigen Öffnungszeiten für 40% der berufstätigen Alleinerziehenden, 35% der Vollzeit erwerbstätigen Eltern und 32% der Alleinerziehenden.
  • Der zusätzliche Betreuungsbedarf vor und nach Schließzeit der Kita wird ebenfalls in erster Linie durch private Unterstützungsnetzwerke abgedeckt.
  • Etwas über die Hälfte der Eltern gibt an, keine Unterstützung seitens der Kita zu erhalten, wenn eine Betreuung außerhalb der Öffnungszeit erforderlich ist und fast ¼ weiß über solche Angebote nicht Bescheid.
  • Fast jede 2. Einrichtung bietet Betreuung in einer anderen Kita an und ca. jede 4. Einrichtung betreut Kinder in Früh- bzw. Spät-gruppen (25%).
  • Nur wenige Einrichtungen bieten Betreuung im Frühhort (13%), in Kinder- und Familienzentren (9%) oder durch Tagespflege-personen (3%).
  • Die befragten Erzieherinnen und Erzieher können sich zusätzliche Betreuungsangebote vorstellen, so u.a. 58% die Betreuung in einer Spätgruppe, 40% die Betreuung in einer anderen Kita und 39% die Kooperation mit Tagespflegepersonen.
  • Seitens der Träger existieren die größten Vorbehalte hinsichtlich der Flexibilisierung. In erster Linie geben sie dafür personelle und finanzielle Zwänge an. Voraussetzung für die Flexibilisierung sind für die befragten Träger eine „gute Personalpolitik" und ein „gutes Kita-Management".
  • In der Flexibilisierung sehen Erzieherinnen und Erzieher dagegen auch positive Auswirkungen auf ihre Arbeit. So geben 73% an, dass das Verhältnis zu den Eltern positiver sei, weil die Eltern nicht so gehetzt sind bzw. ihren Bedürfnissen entsprechend Kinder bringen und holen können, 62% geben an, dass die Kinder entspannter sind, weil sie ihren Bedürfnissen entsprechend in die Kita gebracht werden.
  • Durch die Interviews konnten verdichtete Erkenntnisse zu den konkreten Bedarfen von Familien gewonnen werden. Es werden differenzierte und damit der Lebenssituation der einzelnen Familien angepasste Betreuungsangebote in Bezug auf mehr Flexibilisierung, passgenaue Angebote benötigt.
  • Zentrale Ressourcen dafür sind die Vernetzung mit anderen Institutionen und die Anpassung der pädagogische Konzeptionen an den veränderten Öffnungszeitenbedarf.
Broschürentitel

Broschüre Auswertung Elternbefragung 2008