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Sächsischer Bildungsplan

3. Was beinhaltet der Sächsische Bildungsplan?

Leitfaden

Seit 2006 ist in Dresden der »Sächsische Bildungsplan - ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen« wirksam. In ihm gibt das Sächsische Staatsministerium für Soziales eine thematische und methodische Orientierungshilfe für die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher.

Grundlagen

Kindertageseinrichtungen sind Lebensorte, an denen alle Kinder gleichberechtigt die Chance haben, am Alltag teilzunehmen, zu lernen und Anerkennung zu finden. Die Kinder werden als »soziale Akteure« und »Akteure ihrer selbst« betrachtet und gefördert. Eltern und Erzieher sind gemeinsam für die Entwicklung der Kinder verantwortlich und ergänzen einander.

Die Forschung belegt, dass Bildungsprozesse sehr früh, schon von Geburt an, beginnen. Kinder brauchen also eine möglichst vielseitige Lernumgebung, zu der die Familien ebenso beitragen wie qualifiziertes Fachpersonal in den Betreuungseinrichtungen. Die Bildungsangebote der Kindertageseinrichtungen fördern so komplexe Fähigkeiten wie Wahrnehmen, Fühlen, Denken, soziales Verhalten, Sprechen, Fantasie und Kreativität.

Bildungskomplexe

Damit sich die Entwicklungspotenziale der Kinder optimal entfalten, genügend Spielräume erschlossen werden und konstruktive Ideen in das alltägliche pädagogische Handeln einfließen können, sind sechs Bildungskomplexe im Sächsischen Bildungsplan aufgeführt. Diese stellen nicht einzelne Maßnahmen dar, sondern sind miteinander verzahnt. Sie können einzeln oder gemeinsam in Projekten umgesetzt werden. Ständig begleiten sie den Alltag der Kindertageseinrichtungen.

  • körperliche bzw. somatische Bildung
    Hier steht das Wohlbefinden der Kinder im Vordergrund. Denn geht es Körper und Seele gut, lernen Kinder mit Freude und Erfolg. Insbesondere Körperbewegung unterstützt die Selbstentwicklung. Durch eine gezielte Förderung von Bewegung werden kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten ausgebildet. Der pädagogische Alltag widmet sich daher intensiv der Gesundheitsförderung.
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  • soziale Bildung
    Kinder erleben im Wesentlichen zwei soziale Lernorte - die Familie und die Kindertageseinrichtung. Die wichtigsten Bezugspersonen sind die Eltern, Geschwister und weitere Familienangehörige. In den Kindertageseinrichtungen entstehen zusätzlich soziale Beziehungen, so zwischen den Kindern selber und zwischen Kindern und Erzieherinnen und Erziehern. In diesem Umkreis wird eine funktionierende soziale Beteiligung aller aufgebaut. Vor allem im Spiel lernen Kinder Regeln für das Miteinander.
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  • kommunikative Bildung
    Über Gestik, Mimik und Laute drücken Kleinkinder ihre Stimmungen und Gefühle aus und machen sich so verständlich. Mit dem fortschreitenden Erlernen der Sprache eröffnen sich dem Kind dann immer größere Horizonte. Es tritt in den Dialog mit anderen Kindern und wichtigen Bezugpersonen, erlernt den Umgang mit verschiedenen Kommunikationsmitteln und -techniken. Sprachförderung ist überall in den Alltag der Kindertageseinrichtung eingebunden, über Rollenspiele, Beschreibungen von Entdecktem, Austausch über Erlebtes usw.
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  • ästhetische Bildung
    Fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken - mit Sinneseindrücken erforschen die Kinder ihre Umwelt. Das, was sie wahrnehmen, beeinflusst wiederum ihr Denken und Handeln. Die Kindertageseinrichtungen stellen den Kindern daher umfangreiche Materialangebote zur Verfügung. Mit Musik, Tanz, Theater und bildnerischem Gestalten bieten sie weitere Anregungen für eine kreative Betätigung und den eigenen Ausdruck.
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  • naturwissenschaftliche Bildung
    Kinder sind voller Entdeckerlust. Sie beobachten ihre Umwelt genau und stellen Fragen, die zum Nachdenken anregen. Erzieherinnen und Erzieher beachten und fördern dies, indem sie sich gemeinsam mit den Kindern auf die Suche nach Antworten begeben. Sie bieten Anregungen zum Forschen, unterstützen das Sammeln, Betrachten, Vergleichen, Experimentieren und Schlussfolgern.
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  • mathematische Bildung
    Das Entdecken von Regelmäßigkeiten, das Entwicken von Mengen- oder Zeitvorstellungen, das Vergleichen von geometrischen Figuren - all dies und noch mehr bildet Grundlagen dafür, dass Kinder ein natürliches mathematischen Verständnis entwickeln können. Erzieherinnen und Erzieher fördern dies im Alltag der Kindertageseinrichtung.
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  • fakultativ: religiöse Bildung
    Religiöse Grunderfahrungen und Werte umfassen alle Bereiche des alltäglichen Daseins. Aus diesem Grund wurde das Kapitel zusätzlich in den Sächsischen Bildungsplan aufgenommen. Die Kindertageseinrichtungen behandeln es fakultativ. Ob die Suche nach dem Sinn des Lebens, das Aufspüren religiöser Spuren in der eigenen Kultur, der Umgang mit religiösen Lebensformen oder die Suche nach Werten im Zusammenleben - viele Themen können mit den Kindern behandelt werden.
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  • Weitere Informationen
    Der sächsische Bildungsplan – ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte,Verlag das netz, Weimar, Berlin, ISBN 3-937785-47-7




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