Weihe der Neuen Synagoge
Teilnehmer aus aller Welt
Drei Jahre nach dem ersten Spatenstich wurde die Neue Synagoge Dresden am 9. November 2001 festlich eingeweiht. Zahlreiche Veranstaltungen begleiteten dieses Ereignis. Auf Einladung des Oberbürgermeisters nahmen auch ehemalige Dresdner jüdischen Glaubens, die heute in Israel, den USA, Brasilien und Südafrika leben, an der offiziellen Feier teil.
Die Zeremonie
Am Tag der Weihe trugen Ehrenträger angeführt vom Landesrabbiner die fünf 90 Jahre alten Thorarollen (die fünf Bücher Mose) in die Synagoge. Sieben Mal führte die beeindruckende Prozession um die Gebetsempore (»Bima«) herum.
Bei dem Klang der Schabbatmelodie »Sch´ma Jisrael« setzte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden die Thorarollen schließlich vorsichtig in den mit blauem Stoff bespannten Thoraschrein (»Aron hakodesch«).
Die endgültige Weihe erhielt die Synagoge durch die Entzündung des ewigen Lichts (»Ner Tamid«).
Ausstellung im Rathaus
Anlässlich der Weihe wurde im Dresdner Rathaus die Ausstellung »Quellen der Erinnerung« eröffnet, in deren Mittelpunkt das Leben und der Alltag der Juden in Dresden vor den Verfolgungen durch die Nationalsozialisten stand. Der Arbeitskreis Gedenkbuch der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zuammenarbeit überreichte der Jüdischen Gemeinde zur Eröffnung das »Buch der Erinnerung«.
Das »Buch der Erinnerung«
Über sechs Jahre lang hat sich der Arbeitskreis gemeinsam mit Studenten verschiedener Fakultäten der TU Dresden mit den Schicksalen der vertriebenen, geflohenen und ermordeten Juden Dresdens beschäftigt. Das Ergebnis dieser umfangreichen Forschungsarbeit war das »Buch der Erinnerung«, welches alle bisher gefundenen Namen der Juden der Stadt enthält, die von 1933 bis 1945 in Dresden und in den umliegenden Orten lebten. Dieses Gedenkbuch verzeichnet etwa 6.000 Namen in insgesamt zwölf Bänden.
Gedenken
Am Nachmittag des Weihtages lud der damalige Oberbürgermeister Ingolf Roßberg alle Bürgerinnen und Bürger zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 ein.
Das »Bündnis Dresdner Lichterkette«, dem sich viele Dresdner Initiativen und Einrichtungen, Kirchgemeinden und alle Stadtratsfraktionen angeschlossen hatten, lud abends zum kulturellen Programm auf dem Schlossplatz ein. Von dort aus startete die Lichterkette, die entlang der Augustusbrücke, Königsufer, Carolabrücke und Brühlscher Terrasse geschlossen wurde.
Tag der offenen Tür
Am Sonntag, den 11. November, nutzten interessierte Dresdner dann die Gelegenheit, beim ersten Tag der offenen Tür die neue Synagoge kennenzulernen. Über 6.000 Menschen kamen diesem Angebot nach.

