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Geschichte

Die Dresdner Frauenkirche, ein Meisterwerk europäischer Baukunst, gehörte nur rund zwei Jahrhunderte zur Silhouette der Altstadt.

Von 1726 bis 1743 wurde sie mühevoll unter der Leitung des Architekten George Bähr erbaut. Doch den vernichtenden Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 konnte auch dieses gewaltige Bauwerk nicht standhalten.

Danach prägten ihre zertrümmerten Überreste knapp 50 Jahre lang das Bild der Innenstadt.

Die gotische Vorgängerin der Frauenkirche

Die Kirche »Zu unserer lieben Frauen« entstand im 11. Jahrhundert als Hauptkirche Dresdens. Damit stellt sie das älteste Gotteshaus der Stadt dar.

Lange Zeit befand sich das kleine gotische Bauwerk noch vor den Stadtmauern. Erst bei der frühesten Stadterweiterung im 16. Jahrhundert wurde es ins Stadtgebiet aufgenommen.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als die Kirche bereits baufällig geworden war, genügte sie auch den gewachsenen Ansprüchen nicht mehr. Ein größerer, modernerer Neubau wurde erforderlich.

Neubau der Frauenkirche im 18. Jahrhundert

Im Jahre 1722 beschloss der Rat der Stadt Dresden einen Neubau für die längst baufällige gotische Kirche.

Die Planung des Bauwerkes wurde dem Ratszimmermeister und Architekten George Bähr anvertraut. Erst vier Jahre später, im Jahr 1726, stand der endgültige Entwurf fest. Er sah eine zentrale Kuppel über einem kreisförmigen Grundriss vor.
Der schwierige Bau schritt nur langsam voran.

1734 konnte der Innenraum geweiht werden, in dem Johann Sebastian Bach zwei Jahre später auf der Silbermann-Orgel spielen sollte. 1738 blickte endlich auch die elegante glockenförmige Kuppel auf die Stadt herab.
Doch erst im Jahre 1743 war der barocke Bau wirklich vollendet - symbolisiert durch das Aufsetzen des Kuppelkreuzes in 93 Metern Höhe.

Nächte der Zerstörung im Februar 1945

In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 versank Dresden unter dem Bombenhagel alliierter Fliegerstaffeln in Schutt und Asche.
Zehntausende Menschen überlebten die Angriffe nicht; unzählige Gebäude verwandelten sich binnen Minuten in brennende Ruinen.

Kurz nach dem Inferno schien es noch, als hätte die Frauenkirche den vernichtenden Luftschlägen getrotzt.
Doch am frühen Morgen des 15. Februar stürzte das mächtige Bauwerk in sich zusammen - die Stützpfeiler des ausgebrannten Innenraumes hatten der Last der steinernen Kuppel nicht mehr standhalten können.

Mahnende Trümmer

Der Zusammensturz verwandelte fast die gesamte Frauenkirche in einen riesigen Trümmerhaufen. Inmitten des Steinberges standen nur noch zwei Ruinenteile aufrecht.
Die Vision, die Frauenkirche wieder in ihrer einstigen Schönheit zu errichten, begann jedoch schon im April 1945 in einigen Dresdnern zu keimen.
Zahlreichen Untersuchungen und Planungen folgte 1949 bereits die Bergung, Vermessung und Inventarisierung von 600 Kubikmetern Stein.

Doch die Fortsetzung der Arbeiten scheiterte an den herrschenden politischen Verhältnissen. So verharrte der einstmals monumentale Kirchenbau über Jahrzehnte hinweg in seinen Trümmern – als eindrucksvolles Mahnmal und unverwechselbares Symbol für den Untergang einer ganzen Stadt.

Foto: Historische Zeichnung der Frauenkirche

Historische Zeichnung der Frauenkirche

Foto: Vorgänger der Frauenkirche

Vorgänger der Frauenkirche

George Bähr (1666-1738)

Der Architekt der Dresdner Frauenkirche wurde im Jahre 1666 in Fürstenwalde im Erzgebirge geboren. 1705 ernannte man den gelernten Zimmermann zum Ratszimmermeister der Stadt.
Mehrere sächsische Kirchen sollten in den folgenden Jahren unter seiner Leitung entstehen – sein berühmtestes Bauwerk blieb jedoch die Dresdner Frauenkirche.
Mit deren Planung wurde George Bähr 1722 betraut. Im Jahre 1730, vier Jahre nach Baubeginn, durfte er sich bereits Architekt nennen.
Allerdings erlebte Bähr die Fertigstellung seines Meisterwerkes nicht mehr, da er 1738 starb. Zunächst wurde er auf dem Dresdner Johannisfriedhof beigesetzt, bevor seine sterblichen Überreste 1854 in die Gewölbe der Frauenkirche überführt wurden.
Nach mühseliger Restaurierung hat das Grabmal auch heute wieder in der Unterkirche seinen Platz gefunden.

Foto: Ruine der Kirche

Ruine der Kirche