Pressetexte
08.06.2011
Musikalische Chronik der Stadt Dresden
Musikalische Chronik der Stadt Dresden 1300-2000
1300
Erste urkundliche Erwähnung der Kreuzschule
1370
An der Kreuzschule ist ein ,,orgilmeister" bezeugt
1420
Erste Erwähnung einer städtischen Bläsermusik
1482
Zeugnisse über die Existenz ,,Hofcantorei" lassen auf Vorläufer der Staatskapelle schließen
1539
Der Kreuzchor singt beim ersten evangelischen Gottesdienst in der Kreuzkirche am 6. Juli.
1540
Johannes Baumann ist erster evangelischer Kreuzkantor. Laut damaliger Verordnung soll der Chor vorzugsweise "christliche deutsche Lieder aus dem Gesangbuch Dr. Luthers singen und figurieren".
1548
Am 22.9. unterzeichnet Kurfürst Moritz von Sachsen die Stiftungsurkunde einer ,,Cantorei", Vorgängerin der Hof- und jetzigen Staatskapelle.
1555
Erstmals werden bei der Kapelle Instrumentalisten bezeugt.
1568
Kapellmeister Antonio Scandelli begründet den engen, Jahrhunderte währenden Kontakt zwischen der Dresdner Hofkapelle und der italienischen Musiktradition.
1572
Die Dresdner Ratsmusiker werden zu einer neuen Organisationsform zusammengefaßt.
1613 - 1617
Der Komponist Michael Prätorius wirkt am Dresdner Hof.
1614 - 1672
Heinrich Schütz (1585-1672) wird zunächst vorübergehend an den Dresdner Hof verpflichtet. Als Hoforganist und Hofkapellmeister wirkt er mit Unterbrechungen bis zu seinem Tod in Dresden.
1615 - 1625
Kreuzkantor Christoph Neander.
1627
Uraufführung der ,,Dafne" von Heinrich Schütz in Torgau, die als erste deutsche Oper gilt.
1641
Mit der kurprinzlichen Kapelle wird ein weiterer Klangkörper gebildet
1651
Giovanni Andrea Bontempi, der erste Kastrat in Dresden, und leitet später die Kurprinzliche Kapelle.
Ab 1651
Die Kreuzkantoren sind auch für die Kirchenmusik an der Frauen- und Sophienkirche verantwortlich
1664
Am 1.8. wird der Grundstein für das erste Dresdner Opernhaus am Taschenberg gelegt. Architekt ist Wolf Caspar von Klengel. Es gilt als erster Opernneubau nördlich der Alpen.
1667
Am 27.1. wird das Klengelsche Opernhaus eingeweiht. Seitdem ist die Oper in Dresden eine feste Institution.
1681
Am 24.8. entläßt Kurfürst Johann Georg III. alle italienischen Musiker.
1685
Carlo Pallavicini wird Hofkapellmeister, der ein Jahr später die erste ,,Italienische Hofoper" gründet
1694
August der Starke tritt die Regierung an. Am 5.9. entläßt er außer den Kapellmeistern alle italienischen Musikern. Für 20 Jahre ruht der regelmäßige Opernbetrieb
1697
August konvertiert zum katholischen Glauben. Krönung zum polnischen König. Neubeginn einer katholischen Kirchenmusik in Dresden.
1707
Das Opernhaus am Taschenberg wird kath. Hofkirche
1706 - 1729
Johann David Heinichen (1683-1729), Hofkapellmeister und Komponist.
1708
Gründung des katholischen Kapellknaben-Institutes, da August nach seiner Konversion für seine Gottesdienste nicht mehr auf den evangelischen Kreuzchor zurückgreifen konnte.
1710
Jan Dismas Zelenka kommt nach Dresden.
1717
Antonio Lotti Hofkapellmeister und Komponist in Dresden. Weiterhin verhelfen Georg Philipp Telemann (1681-1767), Johann Friedrich Fasch (1688-1758), Johann Gottlieb Graun (1702-1771) und durch ihr zeitweiliges Engagement an die Hofkapelle Dresden zu seinem goldenen Zeitalter der Musik.
1719
Am 25.8. wird das große Opernhaus am Zwinger eingeweiht. Architekt: M.D. Pöppelmann. Eröffnungsfestmonat im September, zu der u.a. Händel nach Dresden kommt und den Kastraten Farinelli nach London engagiert.
1720 - 1755
Kreuzkantor Theodor Christian Reinhold holt sich den Bach- Sohn Wilhelm Friedemann als Organisten nach Dresden
1731
Uraufführung der Oper "Cleofide" von Johann Adolf Hasse -1783) in Dresden. Zu den Premierengästen zählen Johann Sebastian und Wilhelm Friedemann Bach. Hasse wird daraufhin zum Hofkapellmeister ernannt.
1733
August der Starke stirbt. Johann Sebastian Bach bewirbt sich bei dessen Sohn Friedrich August II. mit der h-moll-Messe um den Titel des kursächsischen Hofkomponisten
1735
Jan Dismas Zelenka wird zum "Kirchencompositeur" ernannt
1738
Johann Georg Pisendel (1687-1755) wird Konzertmeister der Hofkapelle. Er hat einen großen Anteil daran, daß das Orchester zu seiner Zeit als "das vollendetste und am besten zusammengesetzte Ensemble" (Rousseau) in Europa gilt. Pisendels Lehrer Antonio Vivaldi seine anspruchsvollsten Concerti "per l`orchestra di Dresda".
1746
Die Brüder Mangelo und Pietro Mingotti bauen ein Opernhaus im Zwinger, erstmals werden öffentlich Eintrittskarten verkauft.
1747
Christoph Willibald Gluck (1714-1787) führt seine Oper ,,Le nozze d'Ercole e d'Ebe" im Rahmen der höfischen sächsisch-bayerischen Doppelhochzeit in Pillnitz auf.
1748
Nicola Antonio Porpora wird Gesanglehrer von Kurfürstin Maria Antonia Walpurgis (1724-1780) Die Gemahlin Friedrich Christians von Sachsen, hat zwei beachtliche Opern geschaffen.
1754
Unter dem Impresario Pietro Moretti wird auf dem heutigen Theaterplatz ein hölzernes Theater erbaut, das 1761 mit Steinen ummauert wird.
1755 - 1785
Kreuzkantor Gottfried August Homilius wirkt auch als Komponist - während des Wiederaufbaus der Kreuzkirche in der Frauenkirche
1760
Teile des Dresdner Musikarchivs fallen den preußischen Bombardements zum Opfer. Die Kreuzkirche wird völlig zerstört. Viele Werke von Schütz und Hasse verbrennen.
1763
Nach dem Tod von Friedrich August II., schließt Friedrich Christian das Opernhaus aus finanziellen Gründen. Hasse kehrt nach Venedig zurück.
1764
Der in Blasewitz geborene Johann Gottlieb Naumann (1741 - 1801) wird nach siebenjährigem Studienaufenthalt in Italien kurfürstlich sächsischer Kirchenkomponist.
1765
Neugründung der italienischen Hofoper als subventioniertes Privattheater.
1776
Einweihung des Theaters am Linckesschen Bad gegenüber der Stelle des Neustädter Fähranlegers. Opernaufführungen für das bürgerliche Publikum.
1779
Am 7.12. wird das Societätstheater errichtet, das sich zu dieser Zeit überwiegend dem deutschen Singspiel widmet.
1780 - 1814
Unter Antonio und Andrea Bertoldi wird die Hofoper im umgebauten Morretischen Theater wieder ein eigenes, höfisches Institut.
1783
Das Moretti-Theater wird als Hofoper erweitert.
1786
Naumann begründet mit seiner Oper ,,Gustav Wasa" die schwedische Nationaloper.
1789
Mozart besucht vom 12.-18.4. Dresden und wird von Naumann betreut. Er logiert im Hôtel de Pologne und spielt auf der Silbermannorgel der Hofkirche, sowie im Schloss und bei der Familie Körner.
1795 - 1796
Haydn und Beethoven besuchen Dresden
1795 - 1831
Vincenzo Rastrelli Hofkirchen-Komponist und Gesangslehrer der kgl. Familie
1802 - 1807
Ferdinando Paër Hofkapellmeister bis zur Berufung nach Paris durch Napoleon.
1810 - 1832
Francesco Morlacchi ( +1841) Hofkapellmeister und Leiter der Hofoper. Mit seinem Ausscheiden endet die eigenständige ital. Operninstitution.
1813
E.T.A.Hoffmann wirkt vorübergehend in Dresden.
1817
1.1. Offizieller Gründungstag des ,,Königlich Sächsischen Hoftheaters"
1817 - 1826
Carl Maria von Weber ist Leiter der neugegründeten ,,Deutschen Oper". In seinem Sommerhaus in Dresden-Hosterwitz (heute Museum) schreibt er u.a. den ,,Freischütz".
1822 - 1827
Richard Wagner ist Schüler der Dresdner Kreuzschule
1824 - 1826
Der Komponist Heinrich Marschner ist Musikdirektor an der Deutschen Oper
1826 - 1842
Carl Gottlieb Reißiger Operndirektor
1830 - 1842
Joseph Rastrelli (1799-1842), Sohn von Vincenzo R. wird neben Morlacchi und Reißiger Musikdirektor auf Lebenszeit
1841
Eröffnung des neuen Hoftheaters von Gottfried Semper (1. Semperbau)
1842 - 1849
Richard Wagner wirkt in Dresden - zuletzt als Operndirektor. Uraufführungen seines "Rienzi", "Der Fliegende Holländer" und "Tannhäuser". In Graupa (heute Museum) komponiert er den "Lohengrin".
1844 - 1850
Robert und Clara Schumann verbringen in Dresden ihre glücklichste Zeit.
1854
Der "Tonkünstlerverein Dresden" wird gegründet, mit dem Anspruch, daß hier Instrumentalmusik "aller, auch der neuesten Zeit Pflege und Ausführung finden sollten".
1856
Gründung des Konservatoriums (heute Hochschule für Musik ,,Carl Maria von Weber")
1869
Das Hoftheater wird durch Brand zerstört
1870
Gründung des Orchesters im Gewerbehaus, dem Vorgänger der Dresdner Philharmonie zur pflege der bürgerlichen Musikkultur. Bedeutende Dirigenten wie Tschaikowski und Dvorak.
1873
Peter Tschaikowski besucht Dresden erstmals und dirigiert 1889 die Dresdner Philharmonie
1878
Eröffnung des neuen Hoftheaters (2. Semperbau).
1880
Wagner besucht das letzte Mal Dresden
1882 - 1914
Ernst von Schuch wirkt als Operndirektor. Unter seiner Leitung zahlreiche Uraufführungen von Strauss, Kienzl, Heuberger, Paderewski, Schillings u.a. und Deutsche Erstaufführungen von Puccini u.a.
1901
Mit der Uraufführung von ,,Feuersnot" beginnt Richard Strauss seine Uraufführungsserie an der Dresdner Oper. Strauss dirigiert 1915 das Gedächtniskonzert für Schuch
1906-1908
Sergej Rachmaniniff wohnt in Dresden-Blasewitz und schreib hier u.a. sein 3. Klavierkonzert und "Die Toteninsel"
1911
Alexander Skrjabin besucht Dresden auf Einladung des Malers Robert Sterl.
1914 - 1921
Fritz Reiner als Erster Kapellmeister und Hermann Kutzschbach treten gemeinsam die Nachfolge Schuchs an Hofkapelle und -oper an.
1919
Hoftheater und Hofkapelle werden in Sächsisches Staatstheater und Staatskapelle umbenannt.
1921 - 1933
Fritz Busch ist Generalmusikdirektor und Operndirektor. Zahlreiche weitere Uraufführung und Fortsetzung der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Strauss.
1924
Das Orchester des Gewerbehaussaales wird in ,,Dresdner Philharmonie" umbenannt.
1926
Beginn der Reihe "Philharmonische Konzerte". Erich Kleiber wird ständiger Gastdirigent der Dresdner Philharmonie
1930 - 1971
Kreuzkantor und Komponist Rudolf Mauersberger macht den Kreuzchor durch Tourneen und Platteneinspielungen weltberühmt.
1933 - 1943
Nazionalsozialistische Mitarbeiter der Dresdner Bühnen drängen ihre jüdischen und politisch andersdenkenden Kollegen aus den Ämtern. Prominantestes Opfer ist Fritz Busch. (www.verstummtestimmen.de). karl Böhm wird Generalmusikdirektor in Dresden
1943 - 1944
Karl Elmendorff Chefdirigent
1945
Am 13./14, Februar werden fast alle Theaterspielstätten in Dresden zerstört. Die Innenstadt wird zu 15 km2 Ruinenfeld. Ca. 35.000 Tote werden gezählt. Im Juni bereits wird die ehem. ,,Tonhalle" in der Dresdner Neustadt zum Interimstheater umgewandelt. Erich Ponto wird Generalintendant, Joseph Keilberth Musikdirektor. Neugründung als ,,Bühnen der Stadt Dresden".
1947 - 1964
Heinz Bongartz künstlerischer Leiter der Dresdner Philharmonie
1948
Wiedereröffnung des Schauspielhauses als Spielstätte für Staatsschauspiel, Staatskapelle und Staatsoper.
1947
Gründung der Staatsoperette Dresden als Zusammenschluß mehrerer Bühnen in einem ehemaligen Ballhaus im Stadtteil Leuben.
1950
Die Landesbühnen Sachsen eröffnen den ehemaligen Ballsaal der ,,Goldenen Weintraube" in Radebeul als neue Spielstätte.
1950 - 1953
Rudolf Kempe Generalmusikdirektor
1953 - 1955
Franz Konwitschny Generalmusikdirektor
1960 - 1964
Otmar Suitner Chefdirigent der Staatskapelle
1964 - 1968
Kurt Sanderling Chefdirigent der Staatskapelle
1967 - 1972
Kurt Masur Chefdirigent der Dresdner Philharmonie
1971 - 1993
Kreuzkantor Martin Flämig
1972 - 1981
Harry Kupfer wirkt als Operndirektor und Chefregisseur an der Staatsoper
1975
Herbert Blomstedt Chefdirigent der Staatskapelle
1977
Beginn des Wiederaufbaus der Semperoper
1977 - 1986
Herbert Kegel Chefdirigent der Dresdner Philharmonie
1978
Erstmalig werden die Dresdner Musikfestspiele als bedeutendstes Festival der DDR veranstaltet.
1979
Das erste Dresdner Dixieland-Festival findet statt. Heute ist es das zweitgrößte Festival seiner Art auf der Welt.
1984
Siegfried Köhler ist nur sieben Monate bis zu seinem Tod Intendant der Staatsoper
1984 - 1991
Gerd Schönfelder Intendant der Staatsoper
1985
Mit der Premiere von Webers ,,Freischütz" wird am 13. 2., dem 40. Jahrestag der Zerstörung, die Semperoper wieder eingeweiht
1986 - 1994
Jörg -Peter Weigle Chefdirigent der Dresdner Philharmonie
1986
Gründung der Tage für zeitgenössische Musik durch das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik unter der künstlerischen Leitung des Komponisten Udo Zimmermann.
1989
Christine Mielitz' Inszenierung von Beethovens "Fidelio" bringt im Oktober die deutsche Revolution auf die Bühne -zeitgleich zu den ersten Demonstrationen auf dem Theaterplatz.
1991-2001
Gerd Albrecht Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden
1992
Die Dresdner Philharmonie erhält eine neue Organisationsstruktur. Olivier von Winterstein wird erster Intendant.
1992 - 2001
Giuseppe Sinopoli Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle
1994 - 1999
Michel Plasson Chefdirigent der Dresdner Philharmonie
(Christoph Münch)
Dresden Marketing GmbH
Pressestelle
Christoph Münch (verantw.)
- Postanschrift
- Messering 7
01067 Dresden - E-Mail Adresse
- presse@marketing.dresden.de
