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24.01.2012
Ursprung für Weltuntergangs-Spekulationen in Dresden ausgestellt
Maya-Kalender soll für 21. Dezember 2012 den Weltuntergang prophezeien / Original dieser Handschrift liegt in Dresden / Sonderausstellung im Dresdner Buchmuseum ab 21. Februar 2012
Es gab wohl kaum eine Zeitung in Deutschland, die nicht zum Jahreswechsel über einen angeblichen Weltuntergang 2012 berichtet hat. Dieser soll laut zahlreicher Spekulationen am 21. Dezember stattfinden. Der Schlüssel für die düstere Prognose liegt in Dresden, genau in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB). Dort wird nämlich eine Originalhandschrift der Maya aufbewahrt, in der ein Kalender mit eben diesem Tag endet. Menschen weltweit wollen daraus einen angeblichen „Weltuntergangstag“ der Maya-Schöpfung erkennen, obwohl dies nach Ansicht von Wissenschaftlern inhaltlich völlig unzutreffend ist.
Es existieren weltweit lediglich drei Maya-Codices, und nur eine davon kann man im Original betrachten – in der Schatzkammer des Dresdner Buchmuseums. Es ist das älteste und am besten erhaltene Buch der Maya und besteht aus 39 doppelseitig beschriebenen, ursprünglich als Leporello gefalteten Blättern aus Feigenbaumrinde, die in zwei Streifen mit einer Gesamtlänge von 3,56 Metern unter Glas aufbewahrt werden. Dieser Schatz, der 1739 vom kurfürstlich-sächsischen Bibliothekar Johann Christian Götze in Wien erworben und im 19. Jahrhundert als Maya-Handschrift erkannt wurde, enthält verschiedene Almanache, Weissagungskalender, astronomische Tafeln, rituelle Vorschriften und zahlreiche Götterdarstellungen. Er ist ein Schlüsseldokument für die Entzifferung der Maya-Hieroglyphen bzw. für die Erforschung der Astronomie und Zeitrechnung der Maya.
Das weltweite Interesse am sogenannten „Codex Dresdensis“ ist groß. „Fast täglich kommen Anrufe aus Amerika, Mexiko und anderswo“, sagt Bibliotheksdirektor Thomas Bürger. Die Kalenderseiten stehen aber auch digitalisiert auf der Website der Bibliothek (http://bit.ly/wNeseS). Der Bibliotheksdirektor hofft, dass auf diesem Weg mehr Informationen und weniger Gerüchte um das älteste Buch der Maya in die Öffentlichkeit gelangen. Vom 24. Februar bis 12. Mai zeigt die SLUB in einer Sonderausstellung auch zahlreiche weitere Dokumente rund um die Maya-Handschrift. Zum großen Teil sind sie erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen. Die Spekulationen über ein bevorstehendes Weltende am 21.12.2012 dürften wissenschaftlich begründet ad acta gelegt werden.


Die Blätter der Maya-Handschrift in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek / Foto: SLUB
