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33. Evangelischer Kirchentag in Dresden

Evangelischer Kirchentag in Dresden - Kirchentag in weitgehend kirchenfernem Umfeld

Gehörten 1949 (wie schon 1933) etwa 85 von 100 Dresdnern der Ev.-Luth. Landeskirche an, so waren es, bedingt durch Austritte und starkem Rückgang der Taufzahlen, 1989 nur noch 22 Prozent, 1992 etwa 19 Prozent. Nicht ganz so stark war der Rückgang bei der katholischen Kirche: 1933 5,6 Prozent und 1992 rund drei Prozent. Nach 1992 gingen die Mitgliedszahlen für die evangelische Kirche bis zum Jahr 2000 noch einmal um drei Prozentpunkte zurück, um seitdem bei Werten zwischen 15 und 16 Prozent zu verbleiben (2010: 15,3 Prozent). Dagegen gab es für die katholische Kirche einen geringfügigen Anstieg auf nunmehr 4,4 Prozent.


Stagnation und Zunahme

Trotz der relativen Stagnation seit dem Jahr 2000 hat die evangelische Kirche seitdem, bedingt durch das Bevölkerungswachstum der Landeshauptstadt, eine Mitgliederzunahme zu verzeichnen: Von etwa 74 000 Kirchenmitgliedern 2001 stieg die Zahl auf über 79 000 zum Jahresende 2010 (+ fünf Prozent). Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Katholiken um über 5 000 auf nunmehr 22 700, was einem Plus von fast 30 Prozent entspricht.


Im Melderegister ist die Zugehörigkeit zu öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften erfasst - Statistiken dazu gibt es für Dresden seit 2002

Die im Einwohnerregister gespeicherten Meldedaten geben Auskunft darüber, welche Dresdner einer öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft, für die Kirchensteuer erhoben wird, angehören. Dazu zählen nicht die verschiedenen Freikirchen (in Dresden etwa 3 bis 4 000 Mitglieder) oder nichtchristliche Weltreligionen, wie etwa der Islam. Aber auch die Zugehörigkeit zur evangelisch-reformierten Kirche und zu orthodoxen Kirchen (etwa 1 000 Mitglieder) ist in Dresden melderechtlich nicht erfasst. Auswertungen des Melderegisters zur Religion gibt es in Dresden seit 2002. Dadurch können Aussagen zur räumlichen Verteilung über dem Stadtgebiet, zu Alter und Geschlecht, aber auch zum Geburtsland/Geburtsort der Kirchensteuerpflichtigen gemacht werden.


In Altbaugebieten leben mehr Christen, im Plattenbau besonders wenige

Der Anteil Kirchensteuerpflichtiger ist in den Stadtteilen recht unterschiedlich. Er reicht von 36 Prozent in Eschdorf/Schullwitz bis 10 Prozent in Gorbitz-Nord. Mehr als 30 Prozent weisen außerhalb der Ortschaften Teile der Äußeren Neustadt, das Ortsamt Loschwitz, Blasewitz und das südliche Plauen auf. Dagegen haben die großen und auch die kleinen Plattenbaugebiete deutlich unterdurchschnittliche Anteile. Als einzige Altbaugebiete sind Cotta und Mickten überdurchschnittlich „kirchenfern“.


Die Kirchenzugehörigkeit differiert auch über Alter und Geschlecht und über die Herkunft

Sie beginnt bei den 2-Jährigen (bis dahin ist die Taufentscheidung meist gefallen) bei 15 Prozent, steigt bis zum 18. Lebensjahr auf über 25 Prozent, um danach langsam wieder zu fallen. Der geringste Anteil wird bei den 50-Jährigen erreicht (10 Prozent evangelisch, 4 Prozent katholisch). Die allmählich höheren Anteile ab Ende 50, Resultat der hohen „Taufquote“ aus der Zeit vor 1950, nehmen bei den Frauen stärker zu als bei den Männern, dies gilt jedoch nur für die evangelische Kirche. Untersucht man die Kirchenangehörigkeit nach dem Geburtsort/Geburtsland und der Staatsangehörigkeit so gibt es überdurchschnittliche Werte für die evangelische Kirche bei Deutschen aus den alten Bundesländern (33 Prozent) und Deutschen aus der früheren Sowjetunion (28 Prozent), für die katholische Kirche bei Deutschen aus den alten Bundesländern (25 Prozent), Deutschen und Ausländern aus den EU-Ländern (21 bzw. 30 Prozent) und Deutschen aus der früheren Sowjetunion (8 Prozent) sowie den Flüchtlingen/Vertriebenen aus den früheren deutschen Gebieten (10 Prozent).


Kirchenzugehörigkeit 2010 nach Alter und Geschlecht

Jahrgangsbezogen nahm die Kirchenzugehörigkeit seit 2002 zu - vor allem bei den unter 30-Jährigen

Im Vergleich zu 2002 ist festzustellen, dass für die Geburtsjahrgänge 1980 bis 2000 (heute 10- bis 30-Jährige) die Kirchenzugehörigkeit zum Teil deutlich angestiegen ist. Der Anstieg bei den 10- bis 17-Jährigen um etwa vier Prozentpunkte ist vor allem „Spättaufen“ zuzuschreiben, während der noch höhere Anstieg (bis zu 10 Punkte bei den jetzt 20-Jährigen) meist auf Zuzug aus den alten Bundesländern und dem EU-Ausland zurückzuführen ist. Der Rückgang um etwa einen Punkt bei den 30- bis 40-Jährigen ist dementsprechend vor allem aus dem Wiederwegzug abzuleiten. Dass trotzdem der Gesamtanteil nicht zugenommen hat, liegt am Versterben der noch relativ stark kirchlichen Jahrgänge von vor 1933.


Übersicht Änderung Anteil Kirchenzugehörigkeit von 2002 bis 2010

Übrigens ...

Der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag ist zwar formal der erste Deutsche Evangelische Kirchentag in Dresden, aber schon 1968, 1975 und 1983 fanden in Dresden Regionalkirchentage statt. Vor allem letzterer (unter der Losung „Vertrauen wagen, damit wir leben können“) war aber nur dem Buchstaben nach ein regional sächsischer, real aber ein DDR-weiter Kirchentag. Mit 100 000 Teilnehmern war er der größte der nach 1961 organisierten Kirchentage in der DDR. Und 1987 wurde in Dresden mit dem „Katholikentreffen“ der einzige Katholische Kirchentag in der DDR durchgeführt.


Redaktionsschluss: 27.05.2011

Auskünfte erteilt: Landeshauptstadt Dresden
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