Energiequellen für Wohnungsheizungen
Strukturwandel bei den Heizungen im Wohnbereich
Die Auswertung der seit 1993 regelmäßig in Dresden durchgeführten Kommunalen Bürgerumfragen (KBU) und einer Bestandsanalyse von 1987 zeigt die deutliche Veränderung in der Nutzung verschiedener Heizungssysteme. Die Daten der KBU erfassen nur bewohnte Wohnungen. Heizungssysteme in leer stehenden Wohnungen, wie sie in Gebäudestatistiken mitgezählt werden, verursachen nahezu keinen Energieverbrauch und damit verbundene Umweltbeeinträchtigungen. Da die Leerstandsrate in Dresden starken Veränderungen unterlag, besitzen die Erhebungen der KBU einen besonderen Aussagewert.

Kaum noch Kohleheizungen
Besonders eindrucksvoll war die Entwicklung zwischen 1990 und 1998, wo ungefähr 80 Prozent der ehemals vorhandenen Kohleheizungen durch moderne Systeme auf Basis von Fernwärme, Gas oder Heizöl abgelöst worden sind. Motivierend wirkte hier weniger das Umweltbewusstsein als die deutlich höhere Bequemlichkeit automatischer Heizungen gegenüber den meist manuell zu bedienenden Kohleeinzelöfen und -kesseln. Auch führte der bis Ende der 1990er Jahre zunehmende Leerstand bei Altbauwohnungen zu einem großen Interesse der Vermieter, einen hohen Komfort zu angemessenen Mietkosten anzubieten.
Renaissance der Fernheizung
Mit den Eingemeindungen 1998/99 ging der Fernwärmeanteil etwas zurück, da in den Ortschaften eine zumeist nur geringe Gebäudedichte vorliegt, die es gegenwärtig kaum gestattet, Fern- oder Nahwärmesysteme wirtschaftlich betreiben zu können. Auch der Fernwärmeausbau im alten Stadtgebiet stagnierte über einige Jahre, da sich kurzfristig die Gasversorgung gewinnbringender darstellte. Seit etwa 2008 wird die besonders effiziente und umweltfreundliche Fernwärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung (oft kurz als „KWK“ bezeichnet) auf der Basis von Erdgas wieder stärker entwickelt. Sie erlebt eine Renaissance unter den Heizenergieträgern und kann als eine gute Überbrückungstechnologie auf dem Weg zu einer langfristig notwendigen Wärmeversorgung aus regenerativen Quellen bei einem deutlich reduzierten Gebäudeenergiebedarf bezeichnet werden.
Öl als Nische, noch großes Potenzial für alternative Energiequellen
Öl war in der DDR als Energieträger dezentraler Heizungsanlagen praktisch nicht vorhanden, spielte dann aber Anfang der 1990er Jahre zeitweise eine etwas größere Rolle, weil Mieter oder Eigentümer von Wohnungen relativ unkompliziert Kohledauerbrandöfen durch Ölöfen ersetzt hatten. Der Einbau einer Etagen- oder Gebäudezentralheizung (oft mit Gas), der wesentlich mehr Aufwand erfordert, erfolgte dann erst später. Mit Öl werden jetzt etwa sieben Prozent der Wohnungen beheizt. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Anteil der „sonstigen“ Energieträger kaum gewachsen, jedoch hat es in der Zusammensetzung Veränderungen gegeben: Zunächst gab es fast nur die Elektrizität (auch Nachtstrom), mittlerweile kommen auch Holz- und Holzpelletts sowie Wärmepumpen und Solarenergie zum Einsatz. Letztere finden sich überdurchschnittlich häufig im Ortsamtsbereich Klotzsche mit den nördlich gelegenen Ortschaften. Dort geben sechs Prozent der Haushalte an, ihre Heizung würde durch thermische Sonnenkollektoren zumindest unterstützt. Die Aufteilung der Heizungssysteme zeigt seit 2003 eine relative Stabilität. Hier wird es in den nächsten zehn bis 15 Jahren deutliche Veränderungen geben müssen, sonst sind die gestellten Ziele des Klimaschutzes für Dresden nicht zu erfüllen. Zu diesem Zweck beabsichtigt die Landeshauptstadt Dresden bis Mitte 2012 ein neues Energie- und Klimaschutzkonzept zu erstellen. Die in der Umsetzung dieses Konzeptes erreichten Ergebnisse sollten sich in den folgenden KBU einfach und regelmäßig ablesen lassen.
Energetische Gebäudesanierung auf gutem Weg
Nicht nur der Zustand und die Art der Heizungsanlage, sondern auch andere bauliche Eigenheiten der Wohngebäude tragen letztlich zur Höhe des Energieverbrauchs und damit zur CO2-Belastung der Umwelt bei. Zu nennen sind hier das Vorhandensein isolierverglaster Fenster, einer modernen Außenwandwärmedämmung und die Thermostatsteuerung der Heizung in jedem Raum. Auch wenn eine Außenwärmedämmung z. B. aus denkmalpflegerischen Gründen nicht an jedem Haus angebracht werden kann, besteht in diesem Punkt das größte Energiesparpotenzial.
| Vorhandensein von ... (2010) | Anteil in Prozent |
| isolierverglasten Fenstern in den meisten Räumen | 92 |
| einer modernen Außenwärmedämmung an allen Außenwänden | 60 |
| einer Termostatsteuerung in jedem Raum | 95 |
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- Dresdner Zahlen aktuell Nr. 03/2011 (*.pdf, 819 KB)
