Beispiele
Eigenbetrieb Sportstätten und Bäder
Der Sportstätten- und Bäderbetrieb nimmt die Aufgaben zur Grundversorgung der Dresdner Bevölkerung und seiner Gäste mit öffentlichen Sporteinrichtungen und Bädern sowie der Förderung des vereinsgebundenen Sportes in Umsetzung der kommunalpolitischen Zielsetzungen und unter Beachtung der geltenden gesetzlichen Bestimmungen wahr. Dabei wurde bisher eine geschlechterdifferenzierte Betrachtung ungenügend berücksichtigt.
Nach den statistischen Erhebungen des Landessportbundes Sachsen treiben in Dresden 24.501 Frauen und 38.703 Männer organisiert Sport. Im Rahmen von Gender Mainstreaming im Sport sind diese Aussagen nicht differenziert genug, um Ressourcen und Aktivitäten gleichberechtigt anzubieten und passgenau auf Zielgruppen zuzuschneiden. Wichtig für Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit sind deshalb Genderanalysen.
Entscheidende Instrumente bei der geschlechterdifferenzierten Betrachtung sind die Sportförderrichtlinie und die Sportentwicklungsplanung der Landeshauptstadt Dresden. Beide Instrumente befinden sich momentan in der Überarbeitung bzw. Fortschreibung.
Die Sportentwicklungsplanung ist die Grundlage für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Sportstätten- und Bewegungsmöglichkeiten zu sorgen. Die Förderung von Sport und Bewegung in der Bevölkerung hat wegen der damit verbundenen vielfältigen Bildungs- und Erlebnismöglichkeiten sowie gesundheitlichen und sozialen Wirkungen eine wichtige Funktion für die Bevölkerung in einer Stadt. Bedarfsgerechte Sport- und Bewegungsräume spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind ein wichtiger "weicher Standortfaktor" und eine wesentliche infrastrukturelle Voraussetzung für eine ausgewogene und nachhaltige Kommunalentwicklung.
In der laufenden Fortschreibung wird von der den Prozess leitenden kooperativen Planungsgruppe die Erstellung einer geschlechterdifferenzierten Bedarfsanalyse für verschiedene Zielgruppen auf gesamtstädtischer und Ortsamtsebene unter Einbeziehung einer Zustandsanalyse gefordert. Mit dieser geschlechterdifferenzierten Bedarfsanalyse können zukünftig sportliche Belange von Frau und Mann gleichermaßen berücksichtigt werden. Indem wir Sport unter Gender Mainstreaming Aspekten betrachten, werden die Sportangebote der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger qualitativ und quantitativ aufgewertet. Mit einem Stadtratsbeschluss zur Sportentwicklungsplanung und der weiteren Umsetzung ist im I. Quartal 2009 zu rechnen.
Jugendamt
Die Kinder- und Jugendhilfe ist in ihrer Aufgabenerfüllung verpflichtet, die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern. Grundsätze des Gender Mainstreaming anzuwenden ist somit schon seit den 90er Jahren Bestandteil der Dresdner Kinder- und Jugendhilfe.
Der Dresdner Wirkungszielkatalog umfasst die Leitvorstellungen für die künftige Praxis der Kinder- und Jugendhilfe in Dresden - für die freien Träger, für den öffentlichen Träger, für ihre Zusammenschlüsse in Arbeitsgemeinschaften. Er hat damit auch eine Leitfunktion für die Verteilung von Ressourcen. Deshalb sind die Berücksichtigung der spezifischen Belange von Mädchen und Jungen, jungen Frauen und jungen Männern, die unterschiedlichen Bedingungen ihres Aufwachsens und die damit verbundenen Entwicklungserfordernisse grundsätzlich maßgebend für die Planung und Praxis der Dresdner Kinder- und Jugendhilfe.
Der 2006 beschlossene Dresdner Wirkungszielkatalog für die Kinder- und Jugendhilfe verzeichnet „Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen" unter den „Wirkungszielen mit besonderer Bedeutung für jede Leistungsart", stellt diese Gleichberechtigung in den Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Verwirklichung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes, geht auf Fragen der gesellschaftlichen Geschlechterhierarchie ein und formuliert spezifische Wirkungsziele.
- Wirkungszielkatalog (*.pdf, 94 KB)
- www.dresden.de/jugend
Hauptabteilung Mobilität
Die Mobilitätsentwicklung und die Verkehrsplanung sowie die Verkehrsorganisation der Landeshauptstadt erfolgen auf den Grundsätzen des Verkehrskonzeptes und deren Fortschreibungen. Darin sind die Grundsätze des Gender Mainstreaming verankert. Sämtliche Konzepte zielen auf die Entwicklung von gleichwertigen Mobilitätschancen für alle Bevölkerungsgruppen. So wird die Entwicklung eines sozialverträglichen Stadtverkehrs über die orts- und verkehrsträgerbezogenen Planungen umgesetzt.
Dazu liegen entsprechende Mobilitätsdaten vor, sowohl geschlechter- als auch altersgruppenspezifisch. Die Erhebung erfolgt im Rahmen der kontinuierlich aller 5 Jahre durchgeführten Verkehrserhebung „Mobilität in Städten - SrV" (System repräsentativer Verkehrserhebungen) der TU Dresden. In dieser Haushaltsbefragung werden Verkehrsverhaltensdaten und stadtspezifische Mobilitätskennziffern ermittelt. Die Auswertung wesentlicher Kenndaten erfolgt standardmäßig nach Geschlecht und nach Alter.
So zeigen die SrV-Daten bestehende Unterschiede in der Mobilität nach Geschlecht, Alter und Berufstätigkeit auf. Nach den Daten aus dem Jahr 2003 sind Frauen zwischen 15 und 60 Jahren häufiger unterwegs als Männer in diesem Alter. Am meisten mobil sind die 25- bis 45jährigen Frauen. Berufstätige Dresdner und jene in Ausbildung haben mehr Wege pro Tag als Nichtberufstätige. Auch hierbei wird deutlich, dass Frauen im Alltag mehr Wege bewältigen als Männer. Häufig resultieren diese aus der Doppelbelastung durch Berufstätigkeit und Familie. Die Ergebnisse der 2003er Erhebung sind in der Broschüre „Mobilität in Dresden und Umland. Ergebnisse der Verkehrserhebung SrV 2003" veröffentlicht. Gegenwärtig läuft der 2008er Befragungsdurchgang. Weiterhin beinhaltet die kommunale Bürgerumfrage Verkehrsfragen, die nach Geschlechtern und Altersgruppen ausgewertet, veröffentlicht und für die Verkehrsplanung genutzt werden.
Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre unter:
Städtische Bibliotheken
Die Städtischen Bibliotheken Dresden arbeiten seit 1993 sehr erfolgreich mit vom Stadtrat beschlossenen Bibliotheksentwicklungsplänen. In diesem sind die Prioritäten der bibliothekarischen Dienstleistungen in der Regel für drei Jahre festgelegt.
Der Bibliotheksentwicklungsplan für den Zeitraum 2008 bis 2010 wurde erstmals auch nach den Prinzipien des Gender Mainstreaming erarbeitet, diskutiert, vom Verwaltungsvorstand verabschiedet und vom Kulturausschuss beschlossen.
Konkret heißt das, die vorliegenden Analysen der Leistungsdaten derBibliothek nicht nur nach Altersgruppen, sozialen Rahmenbedingungen und schulischen Abschlüssen sondern auch nach Geschlecht auszuwerten und entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten.
Der Plan enthält daher in den Schwerpunktsetzungen neben der Leseförderung von Kindern und Jugendlichen auch Überlegungen, mehr männliche Zielgruppen (in fast allen Altersgruppen nur etwa ein Drittel der Nutzenden) zu erreichen, ohne allerdings die Ressourcen aus den von Mädchen und Frauen sehr gut angenommenen Dienstleistungsbereichen abzuziehen. Die konkreten Möglichkeiten diskutiert nun eine kleine Arbeitsgruppe aus Vertretern verschiedener bibliothekarischer Bereiche.
- Bibliotheksentwicklungsplan (*.pdf, 243 KB)
- Städtische Bibliotheken
Technische Sammlungen Dresden
Die Technischen Sammlungen Dresden sind im Verbund der städtischen Museen, das Dauer- und Sonderausstellungen zur Medientechnik und Mediengeschichte zeigt. Schwerpunkte liegen auf der Industrie- und Technikgeschichte Dresdens, Sachsens und der DDR in den letzten 150 Jahren und im Bereich der Fotografie, Rechentechnik und Unterhaltungstechnik. Im Museumskino werden besondere Werke der Filmgeschichte auf original Ernemann-Projektoren gezeigt. Im September 2008 wurde das Erlebnisland Mathematik eröffnet, das zusammen mit dem Experimentierfeld einen spielerischen Umgang mit Mathematik und Physik ermöglicht.
Die Technischen Sammlungen sind ein städtisches Angebot, das überwiegend von Schulen, Kindern mit Eltern bzw. Großeltern angenommen wird, aber kaum von Frauen. Da das Angebot sehr vielfältig und für Frauen ebenso interessant ist, überlegte man, wie diese Zielgruppe zu erreichen ist. Die Idee des Direktors, eine Führung für Frauen anzubieten, wurde in die Tat umgesetzt. Die Frauen waren überrascht und begeistert vom Angebot des Museums. Ohne die frauenspezifische Einladung hätten sie das Museum nicht wahrgenommen bzw. dieses nicht angesprochen, so das Resümee der Teilnehmerinnen.
Dies wiederum war Anlass für die Museumsleitung, diese Idee auszubauen und zukünftig Führungen speziell für Frauen in das Angebot des Museums aufzunehmen.
