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Pressemitteilungen

08.02.2013

Wer glaubt, Dresden würde sich zurücklehnen, irrt!

Oberbürgermeisterin Helma Orosz ruft die Bürgerschaft zum Gedenken und Handeln auf

 

Liebe Dresdnerinnen,
liebe Dresdner,

etwa 25 000 Menschen fanden zum Ende des zweiten Weltkrieges bei der Zerstörung Dresdens den Tod. Ein Schicksal, dass auch heute noch, 68 Jahre nach der Bombardierung unserer Stadt, Gedenken und Handeln fordern. Damit das Erinnern an die Opfer mit dem gleichzeitigen Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und Menschenrechten nicht nachlässt, rufe ich Sie auf, die Gedenkveranstaltungen um den 13. Februar zu besuchen und aktiv und gewaltfrei ein Zeichen für eine tolerante Gesellschaft zu setzen.

 

Wer glaubt, Dresden würde vergessen, irrt. Dresden erinnert sich.

In den vergangenen Jahren haben die Landeshauptstadt Dresden, zahlreiche Vereinigungen und Bündnisse, die Gewerkschaften, die Kirchen, die demokratischen Parteien und unterschiedliche zivilgesellschaftliche Akteure gemeinsam daran gearbeitet, diesem wichtigen Dresdner Datum einen würdevollen Rahmen zu geben. Mit der Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof und der Menschenkette im Stadtzentrum haben wir in Dresden wichtige Bausteine der Gedenkkultur entwickelt. Ich lade Sie herzlich ein, sich am 13. Februar, 15 Uhr in den Gedenkzug auf dem Dresdner Heidefriedhof einzureihen. Lassen Sie uns weiße Rosen niederlegen für die Opfer des Krieges und der Bombenangriffe auf Dresden, als Symbol der Trauer und des stillen Gedenkens und als Zeichen für die Überwindung von Krieg, Rassismus und Gewalt. Gern können Sie den hierfür eingerichteten kostenlosen Bustransfer zum Heidefriedhof und zurück nutzen.

Ich bitte Sie, zeigen Sie die Verantwortung für Ihre Stadt auch mit Ihrer Teilnahme an unserer Menschenkette. Bringen Sie Ihre Familie, Freunde und Bekannten mit und finden Sie sich 17 Uhr an der Westseite des Rathauses (Hietzigbrunnen) zum Auftakt ein. Von hier aus bilden wir eine Kette um den Stadtkern. Wenn die Kirchenglocken mit ihrem Geläut das Zeichen geben, reichen wir uns die Hände. Dieses sichtbares Zeichen steht für unseren Mut, unseren Respekt und unsere Toleranz.

 

Wer glaubt, Dresden würde ermüden, irrt. Dresden ist aktiv.

Dass sich Dresden nicht auf diesen beiden Bausteinen der Gedenkkultur ausruht, zeigen eine Vielzahl neuer Veranstaltungen, die dem Gedenken, der Mahnung und dem Protest Raum und Zeit geben. So lädt zum Beispiel das Forum 13. Februar in diesem Jahr unter dem Motto „Der Mensch zwischen Diktatur und Demokratie" zu einer breit angelegten Veranstaltungsreihe ein. Gemeinsam mit kompetenten Partnern bietet das Forum Interessierten „etwas für Kopf und Herz und nicht für die Fäuste". Diese und viele weitere Veranstaltungen, wie Diskussionen, Aktionen, Ausstellungen, Filme, Konzerte und Theatervorstellungen bewerben wir auf unserer städtischen Internetseite und in unserem wöchentlichen Terminplan für die Presse. Die Vielfalt ist Ausdruck einer vielfältigen und lebendigen Gesellschaft und sie zeigt auch, dass der 13. Februar in den letzten Jahren immer mehr in das Bewusstsein der jungen Bürgerinnen und Bürger gerückt ist. Dass junge Dresdner Filmemacher den 13. Februar 1945 und die Geschichte des Gedenkens zum Anlass für einen Dokumentarfilm genommen haben, zeigt mir, Dresden wird nicht müde, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Möge der Film „Come together. Dresden und der 13. Februar", der seit Ende Januar bundesweit in den Kinos läuft, neue Anregungen für Gespräche geben, weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus.

 

Wer glaubt, Dresden wäre allein, irrt. Dresden hat Unterstützer.

Es freut mich, dass die Dresdner Bürgerschaft in ihrem Gedenken um die Opfer und ihrem Protest gegen Neonazis nicht allein dasteht. Zum einen haben die Generalkonsulen von Amerika und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland sowie Mitglieder des Bundestages ihr Kommen für den 13. Februar zugesagt. Zum anderen beteiligen sich immer mehr Städte und Gemeinden der Region Dresden am Aufruf zur Menschenkette. Der Freitaler Oberbürgermeister Klaus Mättig, der Oberbürgermeister von Radebeul, Bert Wensche, und der Bürgermeister von Heidenau, Jürgen Opitz, haben mir ihre Unterstützung dafür zugesichert. Ich schätze sehr, dass wir mit der Region geschlossen und gemeinsam unseren Protest gegen Aufmärsche von rechtsradikalen Gruppen zeigen. Das ist der richtige Weg für die Zukunft.

 

So rufe ich alle auf: Lehnen Sie sich nicht zurück. Ermüden Sie nicht. Vergessen Sie nicht. Wenn wir die Erinnerungen weitergeben, wenn wir aktiv bleiben, wenn wir uns stets aufs neue die Hände reichen, dann wird unser Gedenken würdig und unser Protest erfolgreich sein. Das sind wir Dresden und seiner Vergangenheit schuldig.

 

Helma Orosz

Oberbürgermeisterin

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