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Pressemitteilungen

24.07.2006

Reisezeitmessungen 2005, Verkehrsprognose 2020 und Güterverkehrszählung 2005

In einer Pressekonferenz informiert heute Bürgermeister Herbert Feßenmayr mit Partnern über aktuelle Erkenntnisse der Dresdner Reisezeiten, über die Verkehrsprognose bis 2020 und über die Güterverkehrszählung 2005.

Reisezeitmessung 2005 auf Dresdner Hauptverkehrsstraßen
Der Lehrstuhl für Straßenverkehrstechnik der Technischen Universität Dresden (TU) bzw. die Arbeitsgruppe Verkehrstechnik misst im Auftrag der Landeshauptstadt jährlich die Reisezeiten in Dresden. Vom 19. bis 23. September 2005 wurde auf sieben Hauptverkehrsstrecken im Berufsverkehr (6 bis 9 Uhr), am Vormittag ( 9 bis 12 Uhr) und im Nachmittagsspitzenverkehr (15 bis 18 Uhr) gemessen, wie schnell man von A nach B gelangt, wie hoch die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer festgelegten Stecke ist und wie oft ein Stopp eingelegt werden musste.

Ergebnisse:
Durch die Inbetriebnahme der Autobahn A 17 bis Pirna ist der Stadtverkehr von Dresden entlastet worden. Dabei verringerte sich werktags der gesamte Kraftfahrzeugverkehr um 10,4 Prozent , der PKW-Verkehr um 9,5 Prozent und der Schwerverkehr um 25,0 Prozent.
Ein Fahrzeug ist in Dresden jetzt durchschnittlich mit 28,9 Kilometer pro Stunde unterwegs. Im Vorjahr waren es noch 25,7 Kilometer pro Stunde. Dadurch verringern sich die CO2-Emissionen. Besonders zügig zu passieren sind der vierspurige Abschnitt der Königsbrücker Straße und die Washingtonstraße mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 60 Kilometern pro Stunde.
Trotzdem ist die Anzahl der Staustrecken mit niedrigen Reisegeschwindigkeiten noch erheblich. Zum Beispiel beträgt die Reisegeschwindigkeit auf der St. Petersburger Straße zwischen Pirnaischen Platz und Rathenauplatz zeitweise lediglich 11,0 Kilometer pro Stunde.

Die Reisegeschwindigkeiten auf den Dresdner Elbbrücken liegen weit unter dem Netzdurchschnitt: Im Vergleich zum Stadtverkehr fährt ein Autofahrer nur mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 14 bis 20 Kilometer pro Stunde über die Dresdner Brücken.
Im Durchschnitt musste pro gefahrenem Kilometer nur einmal angehalten werden. In den Jahren 1994 bis 1997 waren es noch drei Halte. Dies ist auf die konsequente Koordinierung und Schaltung der Ampeln durch das Straßen- und Tiefbauamt zurückzuführen.

Verkehrsprognose
Die Prognose 2020 ergibt, das die städtische Verkehrsbelastung abnimmt. Beispielsweise wurde für die Nürnberger Straße ein Verkehrsaufkommen für das Jahr 2015 von 34.000 Kfz/ 24 h errechnet und für das Jahr 2020 nur noch 29.500 Kfz/24 h. Ursache dafür ist die veränderte Raumstruktur, d.h. es liegen andere Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen vor. Die Nutzung der Verkehrsmittel wird sich ändern. Mehr Menschen werden über ein eigenes Auto verfügen und weniger Schüler und Studenten werden unterwegs sein. Der öffentliche Personennahverkehr und der Individualverkehr werden geringfügig steigen, da mit Angebotsverbesserungen bei den Eisenbahnstrecken im Stadt-Umland-Verkehr und innerhalb der Stadt zu rechnen ist. Ähnliche Effekte sind für den Motorisierten Individualverkehr durch Aus- und Neubau wichtiger Straßen zu erwarten.
Für die Umsetzung des Verkehrsmodells Dresden flossen erstmalig auch die Ergebnisse der bundesweiten Verkehrserhebung zum Straßenwirtschaftsverkehrs "Kraftfahrzeugverkehr in Deutschland (KiD) 2002" ein.
Die Landeshauptstadt Dresden verfügt seit 2001 über ein eigenes Verkehrsmodell. Es gibt Auskunft über das Verkehrsgeschehen im öffentlichen Personennahverkehr, im Individualverkehr, im Straßenwirtschaftsverkehr sowie im Fußgänger- und Radverkehr bis 2015. Beteiligt sind die Planung, Transport, Verkehr AG, die TU Dresden und die Dresdner Verkehrsbetriebe.

Güterverkehrszählung 2005
Am 3. November 2005 fand nach fast zehn Jahren eine zweite Güterverkehrszählung in der Landeshauptstadt Dresden statt, mit deren Organisation, Durchführung und Auswertung die LUB Consulting GmbH beauftragt war.
An insgesamt 56 Zählstellen (am Stadtrand, auf den Elbbrücken, am 26er Ring und an Kordongrenzen) wurden Erhebungen zu den Fahrzeugarten Transporter, Solo-Lkw und Sattelzug/Lastzug durchgeführt. Dabei wurden auch Teile des amtlichen Kennzeichens erfasst, um auch Aussagen zum Verlauf der Güterverkehrsströme im Stadtgebiet zu erhalten.
Seit 1996 hat sich die Anzahl der am Stadtrand aufkommenden Fahrten des Quell-, Ziel- und Durchgangsverkehrs von 54.836 auf 49.560 um ca. 10 Prozent reduziert. Dabei war aber die Entwicklung bei den einzelnen Fahrzeugarten recht unterschiedlich:
Reduzierung/Erhöhung / in Prozent
Kleintransporter + 4.512 /  + 18 %
Solo-Lkw - 5.158 / - 29 %
Sattel-/Lastzüge - 4.630 / - 38 %
Die Fahrten mit Kleintransportern haben deutlich zugenommen. Erfreulich jedoch ist die starke Reduzierung des Schwerverkehrs (Lkw und Sattel-/Lastzüge), sicherlich bedingt durch die Umfahrungsmöglichkeit der Stadt u.a. über die Autobahn 17. Eine differenzierte Auswertung der Verkehrsströme bestätigt diese Annahme, was sich in der Abnahme der Durchgangsverkehre zeigt:

19962005Veränderung auf

Quellverkehr 22.93621.86095,3 %

Zielverkehr22.93621.86095,3 %

Durchgangsverkehr8.964 5.840 65,1 %

gesamt54.836 49.560 90,4 %

Positiv zu werten ist auch die Tatsache, dass sich die Anzahl der nach Dresden ein- und ausfahrenden Gefahrguttransporte spürbar verringert hat:
Reduzierung/Erhöhung / in Prozent
Gefahrguttransporte - 317 / - 55 %
Das Güterverkehrsaufkommen auf den Brücken hat bis auf die Flügelwegbrücke ebenfalls abgenommen. Die stärkste Reduktion war dabei auf der Loschwitzer Brücke zu verzeichnen, bedingt durch eine überproportionale Abnahme bei Kleintransportern, besonders in Verbindung mit der Ortseinfahrt der B6 an der Bautzner Landstraße.
Die innerstädtischen Brücken wurden im Umfang von 6 bis 20 Prozent vom Güterverkehr entlastet. Die Flügelwegbrücke erfuhr mit dem Ausbau des Verkehrszuges Washingtonstr. - Emerich-Ambros-Ufer - Nossener Brücke eine Aufwertung, so dass der Güterverkehr auf dieser Brücke um sechs Prozent zunahm.
Mit den Daten der Güterverkehrszählung können auch spezielle Fragestellungen zu den Güterverkehrsströmen beantwortet werden, beispielsweise zur Frage nach etwaigen Ausweichverkehren, die von der B 170 kommend eine Stadtdurchfahrt wählen, um Mautgebühren zu sparen. Die Auswertung der Daten zeigt, dass diese Möglichkeit in nur sehr geringem Maße genutzt wird. In Süd-Nord-Richtung beispielsweise wurden je Stunde nur sechs mautpflichtige Fahrzeuge registriert.
Eine andere Fragestellung ist die nach der Wirkung der Waldschlösschenbrücke. Für den Güterverkehr ist hier insbesondere die Relation aus dem Dresdner Norden und Nordwesten in den Dresdner Osten interessant. Die Auswertung der Erhebungsdaten ergab, dass gegenwärtig täglich ca. 1000 Fahrzeuge im Zielverkehr (also von außerhalb Dresdens kommend) nach dem Osten durch das Stadtzentrum fahren müssen. Etwa zwei Drittel dieses Aufkommens wird in Zukunft die Waldschlösschenbrücke nutzen und die Verkehrswege im Stadtzentrum entlasten.

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