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Rede von Stadtrat Klaus Rentsch

Rede von Stadtrat Klaus Rentsch, Vorsitzender des Seniorenbeirates, zum Beschlussentwurf "Fachplan Senioren und Altenhilfe" in der Sitzung des Stadtrates der Landeshauptstadt Dresden am 29. September 2011

Als Folge des gesellschaftlichen Wandels werden in Dresden die Senioren und Seniorinnen immer Älter. Das Durchschnittsalter der Dresdner liegt zurzeit bei 43,1 Jahren. Bis zum Jahr 2020 wird eine Prognose von 45,2 Jahre gegeben. Tendenz: erfreulich steigend. Die StatistiksteIle der LH Dresden gab vor einiger Zeit weiterhin bekannt, dass es im Jahr 2000 nur 41 Dresdner gab, die 100 Jahre und älter waren, so waren es Ende 2007 immerhin 99 Mitbürger.

Im Jahr 2020 werden 44.700 Dresdner, davon überwiegend Frauen, 80 Jahre und älter sein. Das sind doppelt so viele wie heute.

Diese Zahlen belegen sehr eindeutig, neben den Schulen und Kindertagesstätten, die immer im Focus der aktuellen Diskussionen und Stadtratsentscheidungen stehen, müssen wir künftig im Stadtrat den Senioren viel mehr Aufmerksamkeit schenken. Zumal wachsende Altersarmut auch Dresden erreicht hat.

Die Stadtverwaltung kommt selber zur Überzeugung das der vorliegende Fachplan 2011 Ausdruck dafür ist, sich mit den Anliegen ihrer älteren und alten Bürgerinnen und Bürgern zu identifizieren und sich mit den Herausforderungen der älter werden Gesellschaft auseinander zu setzen. Das Sozialamt hat alle Daten der sozialen Infrastruktur in einer Datenbank und erstmalig nach Ortsamtsbereichen zusammengetragen und im Teil 3 des Fachplanesunter "Sozialraumentwicklung" wiedergegeben.

Der Aktionsradius und die Selbständigkeit der älteren Mitbürger wird bis ins das höhere Alter erweitert. Senioren leisten bereits heute, Dank ihrer Lebens- und Berufserfahrung einen sehr großen Beitrag überwiegend im ehrenamtlichen Bereich als auch im solidarischen miteinander zur Selbsthilfe. Bürgerschaftliches Wirken, eigene Bildung und gesunde Lebensweisezeichnen das Leben vieler von ihnen aus.

Wir müssen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass die Hilfe- und Pflegebedürftigkeit im Alter stark zugenommen hat. Bereits heute erhält jeder 40. Dresdner Pflegeleistungen. In 20 Jahren wird es schon jeder 30. sein, wobei der Anteil mit Demenz schneller steigt. Unter oft schwierigen Bedingungen wird täglich von Altenpflegern, Krankenschwestern und Sozialarbeitern eine weit überwiegend gute oder sehr gute Arbeit geleistet. Unschätzbar hierzu der Beitrag pflegender Angehörigen und zahlreicher ehrenamtlichen Helfer. Mit dem Fachplan würdigt der Stadtrat dieses engagierte Wirken und spricht sich klar dafür aus, dass dies auch künftig in aller Öffentlichkeit erfolgt.

Das Sozialamt, als Verantwortlicher für den vorliegenden" Fachplan Seniorenarbeit und Altenhilfe", hat den Seniorenbeirat sehr frühzeitig in die Erarbeitung mit einbezogen. Zur Abschlussberatung hat der Seniorenbeirat 80 Änderungsvorschläge eingereicht von den 78 durch die Stadtverwaltung in die Vorlage übernommen wurden. Ich bin als Vorsitzender den weiteren 19 Beiratsmitgliedern und ihren Vertretern sehr dankbar dafür, dass sie wiederum unter Beweis stellten, dass mit großem Einvernehmen in diesem vom Stadtrat gewählten Seniorenbeirat um das Beste in der Sache gerungen wurde

Deshalb hier ganz knapp die positiven Äußerungen des Seniorenbeirats zur Vorlage:

  1. Die Grundlagen für eine zukunftsfähige Seniorenpolitik in Dresden sind geschaffen.
  2. Das seit Jahren offene und bemerkenswerte gute Arbeitsklima von Sozialamt und anderseitsSeniorenbeirat war förderlich auch auf die sachliche Diskussion zum "FachplanSenioren und Altenhilfe".
  3. Der Seniorenbeirat hebt die verantwortliche Rolle der Leistungsträger und Leistungserbringerplus Senioren hervor; sie müssen an den Umsetzungsprozessen gleichermaßenje nach Erfordernissen beteiligt werden.
  4. Die Schnittstellen zwischen den einzelnen Bestandsteilen des Versorgungssystemsvon Sozialberatung, Altenhilfe und Pflegeleistungen müssen besser vernetzt werden. Dassind vor allem die Krankenkassen, Pflegekassen, Krankenhäuser, Ärzte, ambulanten undstationären Pflegeinrichtungen sowie die Beteiligung der Angehörigen und bürgerschaft-Iich Engagierter. Ein Schnittstellen-Management ist der von uns favorisierte Lösungsansatz,
  5. Wir vertreten die Auffassung, dass es noch mehr der Unterstützung von Angehörigenbedarf, die Familienangehörigen bis ins hohe Alter betreuen.
  6. Für uns ist klar: wenn die im Fachplan aufgezeigten "Impulse und Strategien" wirksamwerden sollen, müssen außer den Ämtern der Stadtverwaltung auch die Wohlfahrtsverbände,Kirchen, Gewerkschaften und Vereine aktiv ihren Beitrag leisten.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass mit dem vorliegenden Fachplan ein neues Kapitel in unserer kommunalen Verantwortung für die Daseinsfürsorge und das Bürgerwohl in Dresden aufgeschlagen wird.

Es besteht die Gewissheit der Zukunfsfähigkeit für diesen Fachplan Senioren- und Altenhilfe" dadurch, dass

  • die Aufgaben und Maßnahmen reell finanzierbar sind,
  • die Chance besteht, mehr denn je nachvollziehbar, in die einzelnen Stadtteile und Wohngebiete hinein zu planen und zu gestaiten,
  • senioren- und behindertengerechtes Wohnen einen festen Platz einnimmt,
  • dem selbstbestimmten Leben der älteren Dresdner und ihrer Selbstverwirklichung breiter Raum gegeben ist und
  • krankheits- und altersbedingte Hilfe und Pflege denen in guter Qualität zuteil wird, die diese benötigen.

Für die umfangreich geleistete Vorarbeit mein Dank an die Verwaltung, insbesondere der Leiterin des Sozialamtes, Frau Zschöckner und aus ihrem Amt, Frau Dr. Cordes, Frau Supan und Frau Lohse.

Der Seniorenbeirat und ich persönlich empfehlen dem Stadtrat der Vorlage zuzustimmen.

Hinweis:
Der Fachplan wurde in der Sitzung am 29. September 2011 vom Stadtrat einstimmig beschlossen.